Wall Street – Ben Bernanke öffnet erneut Geldschleusen!

Gespannt blickten die Anleger auf die gestrige Entscheidung von Ben Bernanke. Die Meinungen gingen zuvor teils stark auseinander aber die Mehrheit hatte bereits ein QE3 fest eingeplant und die Erwartungen wurde erfüllt bzw. deutlich übertroffen. Der  Überraschungseffekt war enorm und die Märkte reagierten deutlich mit Kurszuwächsen.

Die geldpolitischen Schleusen bleiben somit weit geöffnet und Bernanke versucht weiterhin mit aller Gewalt, die Konkunktur und speziell den US Arbeitsmarkt in den Griff zu bekommen. Doch bereits QE1 und QE2 haben den Arbeitsmarkt nicht wirklich beflügeln können und demnach wird es auch ein QE3 nicht schaffen.

Rund 40 Mrd. Dollar werden alleine dafür verwendet, um den US Häusermarkt in den Griff zu bekommen.Die Lage am Arbeitsmarkt beurteilten die Fed-Mitglieder im Offenmarktausschuss weiterhin als schwach. Auf absehbare Zeit sei keine durchgreifende Wende zu erwarten, hieß es.

Aber Bernanke erklärte sich bereit, auch weitere Maßnahmen zu ergreifen und dies gleicht schon nun der EZB, welche ja ebenfalls Feuerwehr für jedes Problem spielt. Er merkte jedoch auch an, dass die FED nicht alle Probleme lösen könnte und sich mehr Entscheidungen von der Politik wünsche.

Wo wir schon beim Thema Politik angekommen sind. Die gestrige Maßnahme vor dem US Wahlkampf war wohl ein klarer Wink in Richtung Obama, welchem die positiven Aktienmärkte definitiv in die Hände spielen dürften.

Auch wenn Ben Bernanke betonte, dass die FED keine Staatsfinanzierung betreibe, was ist es dann?

Nun ja, EZB und auch die FED haben nun alles an Pulver für dieses Jahr verschossen und nun könnten die Fakten der Konjunktur und der EU wieder in den Vordergrund rücken und gespannt beobachtet werden, ob denn EZB und FED mit deren Programmen auf diese Faktoren überhaupt einwirken können.

Das diese Maßnahmen langfristig nicht gesund sind und nicht alle Probleme lösen werden, dürfte mehr als bekannt sein. Es ist weiterhin ein großes Spiel auf Zeit, in welcher die Notenbanken auf Kosten der Inflation, den Anlegern somit „teure Sicherheit“ verkaufen.

Was die Aktienmärkte angeht:

Dem Dow Jones gelang nun doch der deutliche Sprung über sein Jahreshoch. Dank der FED ist die 13.340er Marke nun eine Unterstützung für die Bullen.

Im S&P 500 Index könnte sich nun im Monats-Chart die nächste große langfristige Entscheidung abzeichnen. Der Ausbruch über 1.440/1.450 Punkte dürfte bei einer Bestätigung im Oktober der Startschuss für eine Rally bis 1.575 Punkte werden. Erfolgt hingegen keine Bestätigung, wäre eine ca. 60-70 Punkte Korrektur zunächst zu erwarten.

Der Tech Index war zwar gestern benefalls natürlich stark unterwegs, konnte sich dabei aber noch nicht so wirklich über das Hoch der Vorwoche durchsetzen. Dies mag weiterhin an dem ehemaligen Aufwärtstrend liegen, mit welchem der Tech Index weierhin kämpft. Gelingt die Rückeroberung ist dies klar bullisch. Gelingt es nicht, dann stellen Sie auf Kurse bis 2.665 Punkte unverändert ein.

Den Abschluss macht die Microsoft Aktie. Während wohl fast jeder Titel gefeiert wurde, verharrte die Microsoft Aktie weiterhin unterhalb unseres Short Einstiegskurses bei 31$. Hier scheint die Korrektur ausgemachte Sache zu sein, also dran bleiben….

Mehr zu diesen Themen wie gewohnt in der Daily Dax US Morning Ausgabe.

14. September 2012

geve
Von: geve.