Wall Street: Was ist in Bernankes Hut?

Das Urteil der Karlsruher Richter wird heute Europa in Atem halten. Diese befinden darüber, ob der Europäischen Stabilitätsmechanismus mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Ein Njet aus Karlsruhe würde Druckwellen bis nach New York erzeugen.

In New York hat man diese Angelegenheit aber trotzdem auf dem Radarschirm ganz an die Seite geschoben.

Der Grund dafür ist schlicht: An der Wall Street haben die höchsten deutschen Richter nicht den Ruf, Stöcke in die Speichen der Krisenpolitik – und damit der Aktienkurse – zu werfen.

„Ich denke, wir sehen eine Zustimmung der Richter, vielleicht mit gewissen Auflagen, an die sich die Politik halten muss“, erklärt der Investment-Stratege Mark Luschini beim Vermögensberater Janney  Montgomery Scott.

Also, abgehakt das ganze? Nein, nicht ganz.

Wie gesagt, auf dem Radar bleibt Karlsruhe natürlich. Auch wenn kaum ein Händler in New York sofort auf einer Landkarte zeigen könnte, wo die Fächerstadt im Südwesten der Bundesrepublik überhaupt liegt.

Karlsruh … was ? – New York schaut bereits auf die Fed am Donnerstag

Energie und Aufmerksamkeit werden in New York dagegen bereits auf morgen verwendet. Da erwartet die Mehrzahl von Anlegern und Investoren an der Wall Street einen neuen Schluck aus der Geld-Pulle der Fed.

Deren Offenmarkt-Ausschuss tagt heute und morgen. Danach soll angekündigt werden, ob – und wie – die US-Geldhüter jetzt wieder verstärkt auf das Gaspedal treten.

Im Gespräch ist aber nicht nur eine dritte Runde massiver Anleihekäufe (QE3), sondern auch andere Optionen: Denkbar ist zum Beispiel, dass die rekordniedrigen Leitzinsen bis 2015 verlängert werden, also noch 12 Monate mehr als bisher angenommen.

Denkbar wäre auch, sagen Beobachter, dass eine zielorientierte Prognose abgegeben wird: Zum Beispiel die Beibehaltung der Niedrigzinsen, bis die Arbeitslosenrate einen bestimmten Prozentsatz unterschreitet.

Irgend etwas werden die Geldhüter in Washington schon tun. Das scheint die Stimmung auf dem Parkett in New York zu sein.

Logisch daher, dass gestern die Aktienkurse stiegen, der Dollar dagegen sank. Denn wenn noch mehr Geld in das Finanzsystem gespült wird, um Konjunktur und Börsen zu stützen, dann weicht das den Greenback auf.

Der DOW legte gestern leicht um 0,3% zu. Damit erreichte er wieder das höchste Niveau seit dem Dezember 2007.

Der S&P ist nach einem Plus von 0,3% wieder in Reichweite des mehrjährigen Hochs, das er vorige Woche markiert hatte.

Und der Nasdaq 100 war gestern nicht in der Laune, zu klettern. Er blieb ziemlich genau an der Nulllinie.

Finanzwerte waren die größten Tagesgewinner. Kein Wunder.

Moody´s – Neue Ratingwatsche für die USA?

Ein Rückschlag für die USA kam gestern in Form einer Warnung von Moody´s.

Die Ratingagentur warnte, den USA das Toprating AAA abzuerkennen, wenn die streitenden Republikaner und Demokraten in Washington sich nicht auf ein gemeinsames Sparpaket einigen, das den Sturz über das „fiskalische Kliff“ verhindert.

So nennt man in den USA die automatischen Steueranhebungen und Ausgabenkürzungen, die im Haushalt inkraft treten, wenn der Kongress kein eigenes Sparprogramm auflegt.

Der Hinweis des Republikanischen Sprechers im Repräsentantenhaus, John Boehner, er sei nicht sicher dass der Kongress eine Abstufung verhindern kann, sorgte etwas für Unruhe.

Aber nicht für genug, um die Kurse nachbörslich aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Apple – Wie sieht das neue iPhone wirklich aus?

Denn die Aussicht auf eine weitere Ratingwatsche der USA nach dem August 2011, als Standard & Poor´s dem Land bereits das Toprating aberkannte, ist nicht ganz neu.

Weit oben auf dem Monitor der Börsianer in New York steht heute auch der teuerste Konzern der Welt – Apple. Endlich bekommen die Fans des Tech-Unternehmens Klarheit darüber, wie das neue iPhone aussieht.

Ob es Apple im dritten Quartal einen neuen Umsatzschub verleihen und den Börsenkurs weiter hochtreiben wird, darüber scheint aber wenig Einigkeit zu herrschen.

Der Aktienkurse verlor unter dem Strich in den vergangenen fünf Handelstagen 2,1%. Gestern, am Dienstag, gab die Apple-Aktie leicht um 0,3% auf 660 Dollar nach.

12. September 2012

geve
Von: geve.