Was den Yen nach unten drückt

Kurz vor dem Wochenende betrachten wir heute die Situation in Japan.

Die Schwäche des Yen

Der Yen ist nach wie vor die Währung im Fokus der Anleger. Die Schwäche von Nippons Währung kommt nicht von ungefähr, denn die Regierung um den neuen Premier Abe versucht alles Mögliche, um die Deflation zu beenden und die Wirtschaft zu reflationieren.

Eine Auswirkung auf die Währung kann dies jedoch nur dann haben, wenn auch die Zinsen mitspielen. Denn es gibt keinen Grund für einen schwachen Yen, wenn z. B. die Europäische Zentralbank die Zinsen noch stärker nach unten drückt als die Japaner.

Yen konnte gegen US-Dollar abwerten

Aber wie die letzten Monate zeigen, war dies offensichtlich nicht der Fall, denn der Yen konnte z. B. gegen den US-Dollar massiv abwerten.

Auslöser dafür ist aber nicht nur Abes Finanzpolitik. Der Grund liegt auch darin, dass tatsächlich ebenfalls die Zinsen oder besser gesagt die Renditen mitspielten. Das können wir an der Zinsdifferenz ablesen.

Was die Zinsdifferenz aussagt

Es geht hierbei einfach nur um den Unterschied zwischen der Rendite von 10-jährigen US-Staatsanleihen zu 10-jährigen JP-Staatsanleihen.

Ist die Differenz positiv, dann gibt es gute Gründe für japanische Anleger Yen zu verkaufen und dafür Dollar zu kaufen und die Dollar eben in 10-jährige US-Staatsanleihen anzulegen.

Genau diesen Zusammenhang sehen Sie am Chart der Zinsdifferenz zum Wechselkurs USDJPY.

Im Moment sieht es so aus, als ob sich dieses Zinsdifferenzial noch etwas erweitern könnte bzw. die japanische Notenbank noch etwas stärker auf dem Gaspedal steht als die amerikanische Notenbank.

Insofern ist dies für Sie ein wichtiger Indikator, wenn Sie sich für Anleihen interessieren. Es lohnt sich also auch künftig auf die Zinsdifferenz zu achten.

3. Mai 2013

Heiko Seibel
Von: Heiko Seibel. Über den Autor

Jahrelang hat Chefanalyst, Diplom-Kaufmann und Master of International Economics Heiko Seibel in internationalen Brokerhäusern in Singapur und Hongkong gearbeitet und besucht noch heute regelmäßig Unternehmen in Südostasien. Sein Spezialbereich: CFDs.