Was die COT-Daten über CHF und die Bonds verraten

Am Wochenende werte ich die COT-Daten der amerikanischen Terminbörsen aus. Dabei geht es in erster Linie um die Frage, ob und in welchem Markt die Commercials stark long oder stark short positioniert sind.

Commercials sind diejenigen Marktteilnehmer, die gewerbsmäßig mit den zugrunde liegenden Commodities handeln. Den Commercials eilt der Ruf voraus, dass sie Insider sind und wissen wohin der Markt geht.

Die Commercials sind oft früh dran

Ich kann das aus meiner Erfahrung mit diesen Informationen auch bestätigen.

Allerdings sind die Commercials durchaus und des Öfteren schon mal „früh dran“, das heißt, sie laufen dem aktuellen vorherrschenden Trend hinterher – erst später wird sich deshalb bei einem Aufwärtstrend und einer Shortpositionierung der Commercials ein Abwärtstrend einstellen.

Umgekehrtes gilt für einen Aufwärtstrend. Sind hier die Commercials short, dann kann es durchaus einige Wochen dauern, bis der Trend nach unten dreht.

Neben den Commercials auf weitere Hinweise achten

Es ist deshalb immer sehr wichtig, dass die Positionierung der Commercials als Setup verstanden wird – die Märkte schöpfen Energie für eine Bewegung bei einer Extrempositionierung der Commercials.

Ob diese Energie kurzfristig oder erst mittelfristig abgerufen wird, kann man durch die Auswertung der COT-Daten leider nicht bestimmen. Hierzu helfen uns dann beispielsweise die Saisonalität oder Akkumulations-/Distributionsindikatoren.

Schweizer Franken: Abwärtsbewegung ist wahrscheinlich

Beim Schweizer Franken sind die Commercials short positioniert. Hier erwarte ich in absehbarer Zeit also einen Dreh nach unten. Gleichzeitig geht das Open Interest zurück, was darauf hindeutet, dass bald eine größere Bewegung folgen könnte.

Der Akkumulations-/Distributionsindikator zeigt ein Hoch, gefolgt von einem niedrigeren Hoch. Gleichzeitig gibt es im Preis ein Hoch, auf das ein höheres Hoch folgt.

Damit liegt eine negative Divergenz vor. Das bedeutet, die Preise sind nach oben geschoben worden, z. B. aufgrund von dünnen Umsätzen.

Die Saisonalität weist weiterhin nach unten – auch das spricht eher für eine Top- als für eine Boden-Bildung.

Wende bei den US-Bonds

Ebenfalls interessant sind die Zinsmärkte. In dieser Woche sind die Commercials long in den US-Bonds positioniert, was für eine bald anstehende Wende nach oben bei den Renten spricht.

In beiden Märkten ist es nun sehr wichtig, das richtige Timing für die von mir erwarteten Trendwenden zu erkennen. Ich halte Sie auf dem Laufenden …

Mehr zu diesem Thema können Sie sich im heutigen Video ansehen.

29. Januar 2013

Heiko Seibel
Von: Heiko Seibel. Über den Autor

Jahrelang hat Chefanalyst, Diplom-Kaufmann und Master of International Economics Heiko Seibel in internationalen Brokerhäusern in Singapur und Hongkong gearbeitet und besucht noch heute regelmäßig Unternehmen in Südostasien. Sein Spezialbereich: CFDs.