Was uns Kupfer über den S&P 500 verrät

Heute beschäftigen wir uns mit einem Thema aus dem Bereich Intermarkets, also mit dem Zusammenhang von Märkten unterschiedlicher Assetklassen (z. B. Aktien, Renten, Rohstoffe und natürlich auch Währungen).

Genauer gesagt geht es heute um den Kupferpreis und den S&P 500.

Der Kupferpreis und die Wirtschaft

Der Zusammenhang zwischen dem Kupferpreis und dem S&P 500 ist nicht auf den allerersten Blick klar und offensichtlich, auf den zweiten Blick dann aber schon.

Kupfer trägt bekanntlich einen Zusatz, nämlich „Dr. Wirtschaft“, denn so, wie sich der Kupferpreis entwickelt, so läuft in der Regel auch die Wirtschaft.

Diesen Zusammenhang kann man gut nachvollziehen: Kupfer wird zum Bauen benötigt. Der Bau ist ein Schlüsselsektor in nahezu jeder Volkswirtschaft.

Haben wir gebaut, dann geht es den Bürgern gut und sie blicken positiv nach vorne. Das sorgt für eine steigende Nachfrage beim Kupfer und da es eine Weile dauert, bis das Angebot nachzieht, steigt der Preis.

Kupfer und S&P 500 laufen parallel

Auch die Aktienmärkte ziehen in der Regel bei einer besseren Konjunktur an. Die Gewinne der Unternehmen steigen und lassen Dividenden vom Himmel regnen. Das sorgt dafür, dass DAX, S&P 500 und Co. nach oben ziehen.

Folglich ist die Idee, dass Kupfer und Aktienmärkte quasi parallel laufen, doch nicht so abwegig wie gedacht. Und in der Tat zeigt ein Blick auf den Chart, dass seit dem Jahr 2003 dieser Gleichlauf auch existiert.

Zumindest grundsätzlich, denn bekanntlich gibt es Ausnahmen zur Regel. Wie zum Beispiel im Jahr 2007.

Damals stieg der Kupferpreis irgendwann nicht mehr, aber dafür der S&P 500. Die Folge: Wenig später brach der S&P 500 ein und folgte damit dem Kupferpreis.

Die aktuelle Situation: Ein Warnzeichen für den Aktienmarkt

Aktuell sieht die Lage wieder exakt so aus: Der S&P 500 steigt, aber Kupfer hat schon den Weg in Richtung Süden angetreten. Augenscheinlich geht es der Wirtschaft dann doch nicht so gut wie behauptet bzw. gehofft.

Man kann natürlich nicht ganz ausschließen, dass die Korrelation aus irgendwelchen Gründen nicht mehr existiert. Aber gehen wir einmal davon aus, dass sie hält und weiterhin vorhanden ist.

Dann wäre die negative Divergenz ein Warnzeichen in einem überhitzten Markt: Es könnte sich bald ein Top bilden. Der S&P 500 birgt damit weiterhin das Risiko einer Bauchlandung.

Insofern ist es für Sie als Trader wichtig, in den nächsten Tagen und Wochen immer wieder den Kupferpreis anzuschauen. Vielleicht erhalten Sie dadurch wichtige Hinweise für den Aktienmarkt.

Mehr zu diesem Thema können Sie sich im heutigen Video ansehen.

21. März 2013

Heiko Seibel
Von: Heiko Seibel. Über den Autor

Jahrelang hat Chefanalyst, Diplom-Kaufmann und Master of International Economics Heiko Seibel in internationalen Brokerhäusern in Singapur und Hongkong gearbeitet und besucht noch heute regelmäßig Unternehmen in Südostasien. Sein Spezialbereich: CFDs.