What goes up must come down

Wie so oft in den letzten Wochen und Monaten dominierten auch gestern die Notenbanken das Geschehen an den Finanzmärkten, vor allem die amerikanische Fed.

Auswirkungen auf die Märkte

Ben Bernanke, der Chef der Fed, stellte nun in Aussicht, dass die ultralockere Geldpolitik womöglich nicht bis ins Unendliche weiter betrieben wird, sondern dass die Ankäufe amerikanischer Staatsanleihen bald enden oder zurückgefahren werden könnten.

Das hatte natürlich seine Folgen für die Märkte: An den US-Märkten reichte es für ein Reversal. Aktien, der Euro und die Metallpreise gaben deutlich von ihren Hochs ab, entsprechend explodierten die Renditen an den Anleihenmärkten.

Böses Erwachen in Japan

Vor allem der Nikkei aus Japan ging heute Morgen baden. Kein Wunder, denn er hat zuvor eine fulminante Rallye hingelegt. Und deutlich über 30% Kursgewinn binnen drei Monaten schreien nach einer deftigen Korrektur.

Wann immer es zu exponentiellen Anstiegen an den Märkten kommt, ist ein böses Erwachen angesagt. Dieses findet per heute in Japan statt.

Anstieg des Nikkei und Abwertung des Yen

Gleichzeitig mit dem steilen Anstieg des Nikkei hat der Yen allerdings deutlich abgewertet. Der japanische Premierminister Abe hatte bekräftigt, dass er gerne einen schwachen Yen hätte, um die Exporte zu befeuern.

Aber nachdem der Yen nun 30% abgewertet hat, werden kritische Stimmen laut, die die Entwicklung in Frage stellen.

Sie wissen es sicherlich: Wenn die Heimatwährung abwertet und man importieren muss, dann werden die Importgüter teurer.

Und Japan importiert fast den gesamten Energiebedarf (Öl, Benzin usw.). Entsprechend hoch sind aktuell natürlich die Energiekosten in Japan.

Auswirkungen auf den Nikkei

Trotz alledem hat sich diese Entwicklung der japanischen Währung bis dato im Nikkei kaum bemerkbar gemacht. Heute hat sich dies aber geändert: Der Markt hat rund 1.000 Punkte verloren, und das allein heute – das sind mehr als 5%.

Der stärkste Tagesverlust seit dem Jahr 2011 wird meiner Einschätzung nach nun dazu führen, dass die Kurse weiter gen Süden ziehen werden. Der Markt ist damit also vermutlich in eine wohlverdiente Korrekturphase übergegangen.

Mehr zu diesem Thema können Sie sich im heutigen Video ansehen.

23. Mai 2013

Heiko Seibel
Von: Heiko Seibel. Über den Autor

Jahrelang hat Chefanalyst, Diplom-Kaufmann und Master of International Economics Heiko Seibel in internationalen Brokerhäusern in Singapur und Hongkong gearbeitet und besucht noch heute regelmäßig Unternehmen in Südostasien. Sein Spezialbereich: CFDs.