Satte 95% Minus.
Kaum eine Dax-Aktie hat seit Beginn der Wirtschaftskrise so stark an Wert verloren wie das Papier der Commerzbank.
Aufschwung durch Soffin-Option
Doch einen durchweg positiven Effekt haben die Pläne der Bundesregierung, den deutschen Bankenrettungsfond Soffing für die angeschlagene Commerzbank erneut zu aktivieren.
Die Aktien der von Kapitalproblemen geplagten zweitgrößten deutschen Bank stiegen nach anfänglichen Verlusten um bis zu 7,3 Prozent auf 1,25 Euro und waren damit Spitzenreiter im Dax und im europäischen Branchenindex.
Beim sogenannte Soffin (Sonderfonds für Finanzmarktstabilisierung) geht es darum, dass Banken künftig Staatsanleihen in eine Bad Bank auslagern können und so das Vertrauen der Banken untereinander und das Vertrauen der Gesellschaft und der Wirtschaft in den Finanzsektor wiederhergestellt werden soll.
Die Mittel des SoFFin stehen nicht nur für die unmittelbare Rettung von Finanzinstituten bereit, sondern dienen auch der langfristigen Stabilisierung, indem die Risikotragfähigkeit der Institute gestärkt werden soll.
Soffin auf Commerzbank zugeschnitten
Zu diesem Zweck wurde eine eigens auf die Commerzbank gemünzte Neuauflage des Fonds auf den Weg gebracht. Banken können sich laut dem im Kabinett verabschiedeten Gesetzentwurf bis zu 80 Mrd. Euro an frischem Geld und 400 Mrd. an Garantien beim Staat holen.
Die Neuauflage des vor einem Jahr geschlossenen Fonds war nötig geworden, nachdem die EU-Bankenaufsicht EBA bei sechs deutschen Banken einen Kapitalbedarf von über 13 Mrd. Euro festgestellt hatte.
Die größte Lücke klafft bei der Commerzbank: Sie muss bis Juli 2012 5,3 Mrd. Euro frisches Kapital beschaffen.
Staatsanleihen sind das Kernproblem der Commerzbank: Sie hat bei ihrer Tochter Eurohypo Papiere aus Euro-Krisenstaaten fü 13,6 Mrd. Euro in der Bilanz, die bereits milliardenschwere Abschreibungen verursacht haben.
Schleichender Niedergang
Schon seit geraumer Zeit geht es mit der Commerzbank-Aktie bergab. 2007 notierte das Papier noch knapp oberhalb von 30 Euro - vor wenigen Wochen erreichte es seinen Tiefststand bei 1,15 Euro. Selbst der aktuelle Kurs von rund 1,30 Euro bedeutet noch einen Verlust von nicht weniger als 95 Prozent innerhalb von gut vier Jahren.
Auch die Einbußen der ebenfalls von der Finanz- und Schuldenkrise gebeutelten Konkurrenz reichten bei weitem nicht an den Niedergang der Commerzbank-Aktie heran.
Das Papier der Deutschen Bank verlor seit 2007 etwa 72 Prozent an Wert, mit dem Branchenindex EuroStoxx Banken ging es um knapp 80 Prozent nach unten.
Aussichten für 2012
Auch wenn man alle Kapitalmaßnahmen beachtet, z.B. die zwischenzeitliche Herausgabe neuer Aktien, sieht die Prognose nicht gerade rosig aus. Um die künftigen Eigenkapitalanforderungen der EBA erfüllen zu können, muss sich die Commerzbank mächtig anstrengen.
Die EBA fordert von den europäischen Banken bis Mitte kommenden Jahres eine Kernkapitalquote von mindestens 9 Prozent. Davon ist die Commerzbank aber noch weit entfernt.
Und war zunächst im Bezug auf die Kapitallücke von knapp drei Milliarden Euro die Rede, so sind es laut der europäischen Bankenaufsicht mittlerweile schon 5,3 Milliarden Euro.
Ob die Soffin-Pläne der Regierung rechtzeitig und effizient genug greifen, um die Commerzbank-Aktie in 2012 zu rehabilitieren, bleibt zweifelhaft.


