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Benzinkartell: Wucherpreise

12.03.2010 07:59 Uhr von Michael Mross


Vor dem Hintergrund der deutlich gestiegenen Benzinpreise hat der Automobilclub ACE politische Maßnahmen zur Überprüfung der Preispolitik der Konzerne gefordert. 2008, auf Ölpreis-Rekordhoch von 150 Dollar, kostete der Liter Super 1,30 Euro. Heute koste das Fass Rohöl nur etwa 80 Dollar, aber es würden bis zu 13 Cent mehr für Benzin verlangt.

Vor dem Hintergrund der deutlich gestiegenen Benzinpreise  hat der Automobilclub ACE politische Maßnahmen zur Überprüfung  der Preispolitik der Konzerne gefordert. Laut Aussage des Verbandspräsidenten Wolfgang Rose würden nur wenige Großkonzerne die Einheitspreise für Millionen Verbraucher diktieren. Daher sollte die Politik gegen Wucherpreise und Ölpreisspekulanten vorgehen. 

Hohe Gewinnmagen bei Rohöl


Zur Begründung erklärte der Verband, dass der Preis für ein Fass Rohöl vor der Krise, im Jahr 2008, noch auf dem Rekordhoch von  150 Dollar gelegen habe und damals an der Zapfsäule 1,30 Euro  pro Liter Superbenzin verlangt worden seien. Heute koste das Fass Rohöl nur etwa 80 Dollar, aber es würden aber bis zu 13 Cent  mehr pro Liter Super verlangt.

Laut Rose gibt es dafür keine marktwirtschaftlich  begründete Erklärung. Auch die Preiserhöhung für Kraftstoffe entbehrt jeglichen vernünftigen Grund. Die hohen Gewinnmargen eröffnen zugleich einen großen Spielraum für Preissenkungen. 

 

ACE: es soll endlich einen Wettbewerb unter den Kraftstoffanbieter geben



Der ACE fordert durchgreifende Konsequenzen bis hin zur Aufhebung  des “mächtigen Oligopols der Ölmultis”, erklärte Rose: “Wir  schlagen Bundeskanzlerin Angela Merkel eine konzertierte Aktion  der EU-Staaten vor mit dem Ziel, im Interesse der Konsumenten wirklichen Wettbewerb unter den großen Kraftstoffanbietern herzustellen. Wenn es sein muss, dann auch mit dem Mittel der Marktentflechtung.”

Laut Rose sehe sich aber das Bundeskartellamt rechtlich leider nicht in der Lage, einzugreifen. Gleichzeitig kann also weiterhin das Treiben Ölmultis nicht unterbunden werden. 

Der Mineralölwirtschaftsverband rechtfertigt die aktuelle Preisentwicklung  in diesem Jahr laut BILD-Bericht mit den deutlich hohen Einkaufspreisen  am Großmarkt für Benzin in Rotterdam sowie den ersten Verlusten im Raffineriegeschäft seit sieben Jahren.

Am Ölmarkt werde außerdem  auf steigende Nachfrage spekuliert, weil im Frühjahr die Autosaison  in den USA (“driving season”) beginnt und mit einer konjunkturellen  Erholung gerechnet wird.

Der ACE-Präsident Rose hält diese Argumentation nicht für stichhaltig:  “Die Ölmultis haben Förderrechte, Lager, Raffinerien und Tankstellen.  Sie profitieren auch von  Spekulationsgeschäften.“

 

Rabatte an Tankstellen sind in Preise mit einkalkuliert



Unterdessen sollten Autofahrer nicht auf Werbetricks hereinfallen,  warnt Rose: “Wir sollten das Spiel nicht mehr mitmachen, wenn  bestimmte Tankstellenketten versuchen, Kunden mit Gutscheinen,  Tankkarten und Vorteilspreisen zu ködern. Das ist alles Augenwischerei,  weil die angeblichen Rabatte zuvor schon eingepreist worden sind.”

 

>> lesen Sie mehr zum Thema "Rohölpreise"

 
 

Kommentare zum Artikel

12.03.2010 21:16
Hubert Frey
Wenn ich nicht vor Jahren(2007/2008)einen Report zum Thema "Einkünfte der Ölbosse"gelesen hätte----damals war auch über ExxonMobil berichtet wordenAußer den jährlichen Einkünften von mehreren Millionen hatte der Ölboss bereits Altersansprüche in Höhe von 65 Millionen----und was hat unsereins? Sehr bemerkenswert sind die Parallelen zu unserem Krankenkassensystem! Die Gier der Macher und Bosse,die da wie dort immer wieder mit fadenscheinigen Begründungen immer mehr ihre ach so ärmlichen Einkünfte aufbessern.----Hier noch ein Tip!Montgs tanken und zwar am Morgen!
12.03.2010 20:17
Manfred
Im Jahr 2008 habe ich für Super bleifrei zwischen 1,499 € (am 30.06. und 19.07.) und 1,109 € (am 18.12.) bezahlt.
Wesentliche Einflussgrößen für den Benzinpreis sind der Preis für Rohöl in $/Barrel (159 l) und der Wechselkurs €/$. Diese Werte liegen mir für 2008 nicht vor. So weit, so gut!
Preisänderungen unisono bei allen Marken und auch den freien Tankstellen immer wieder an denselben Wochentagen, mal rauf, mal runter! Wenn da eine Preiskalkulation vorgenommen wird, heiße ich Hase! Aber nach dem Kartellamt oder gar nach den Politikern zu rufen, können wir uns sicher ersparen. Die Multis lachen doch nur über uns Verbraucher.
12.03.2010 18:55
Johannes Behrend
Ihr Artikel stimmt in jeder Hinsicht. Aber unsere
Regierung kassiert ja mit. Wer weiß ob sie da
sogar mitspielt. Mit zig Millionen Litern Benzin
und Diesel kommt schon ein schöner Betrag durch den Mehrertrag der Mehrwertsteuer zusammen. Darum spricht man lieber über unbe-
deutsame Themen und lenkt ab.
mfg J.B.

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