Es geht um die die Sicherheit des Aktien-Investments. Und die Finanzkraft. Wenn Sie Sicherheit und Finanzkraft eines Aktien-Investments überprüfen möchten, kommen Sie an dieser Aktien-Kennzahl nicht vorbei.
Der Eigenkapitalquote.
Die Eigenkapitalquote ist der Teil der Bilanzsumme, der nicht vom Fremdkapital abgedeckt wird. Das Eigenkapital sind zum großen Teil Rücklagen - gebildet aus früheren Gewinnen.
Es gilt: Je höher die Eigenkapitalquote, desto stabiler ist das Unternehmen.
Eigenkapitalquote: Die Berechnung
Die Eigenkapitalquote berechnen Sie ganz einfach. Schlagen Sie die Bilanz auf. Das Eigenkapital, geteilt durch die Bilanzsumme, multipliziert mit 100 - das ist die Eigenkapitalquote.
Eigenkapitalquote: Wie hoch soll sie sein?
Warren Buffetts Lehrmeister Benjamin Graham vertrat die Ansicht, ein Unternehmen sollte mindestens eine Eigenkapitalquote von 50% besitzen. Das stellt heute jedoch eine sehr hohe Hürde dar. Akzeptabel ist aus Sicht vieler Value-Analysten eine Eigenkapitalquote von mehr als 30%.
Jedoch gibt es keine feste Regel, wie hoch die Eigenkapitalquote mindestens sein sollte. Aber es gibt eine Faustformel aus der Praxis:
- Eigenkapitalquote > 30%: das Unternehmen ist solide finanziert,
- Eigenkapitalquote 20-30%: positiver Trend Richtung 30 sollte erkennbar sein,
- Eigenkapitalquote < 20%: Vorsicht! Investition nur in Ausnahmefällen.
In letzterem Fall sollten Sie nur in Ausnahmefällen in dieses Unternehmen investieren.
Ein solcher Fall könnte eintreten, wenn ein Unternehmen eine schwere Krise bewältigt hat, die Verluste einen Teil des Eigenkapitals aufgezehrt haben, jetzt aber wieder Gewinne erzielt und neues Eigenkapital aufbaut.
Aktien von solchen Unternehmen werden „Turnaround-Werte“ (Wende-Werte) genannt.
Eigenkapitalquote gering = Probleme mit den Banken
Wenn die Eigenkapitalquote niedriger als 20 Prozent ist, dann besteht die Bilanz zum großen Teil aus Schulden. Das Management hat kaum noch Handlungsspielraum. Die Kreditgeber, also die Banken, können immer mehr mitreden.
Den Banken ist der Aktienkurs egal, die wollen ihr Geld zurück. Außerdem: Bei weniger als 20 Prozent Eigenkapitalquote ist kein Finanzpolster mehr da. Eine Konjunkturdelle kann das Aus für das Unternehmen bedeuten.
Eigenkapitalquote hoch = Unternehmen gesund
Ein gesundes Unternehmen mit zum Beispiel mehr als 50 Prozent Eigenkapital kann eine Krise besser überstehen. Die Bank gibt weiter Kredit. Zu guten Konditionen, denn die Ausfallwahrscheinlichkeit ist geringer als bei den Wackelkandidaten mit schwacher Eigenkapitalquote.
Eine gute Eigenkapital-Ausstattung muss jedoch nicht zwingend ein Kaufargument sein. Ein Unternehmen kann zum Beispiel seinen Gewinn und auch das Eigenkapital erhöhen, indem es keine Investitionen mehr tätigt.
Wenn ein Unternehmen keine neuen Maschinen kauft und die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten einstellt, wird es kurzfristig hohe Gewinne erzielen und die Eigenkapital-Quote erhöhen, langfristig aufgrund der veralteten Produkte aber vom Markt verschwinden.
Merke: Ideal ist die Kombination aus hoher Eigenkapitalquote und einer gut gefüllten Produktpipeline mit Wachstumspotential.


