Steigende Inflation: Der aktuelle Rahmen
Zuerst stiegen die Agrarpreise: Wegen Feuern in Russland, Dürren in China und Fluten in Australien. Dann zogen Ende 2010 mächtig die Öl-Notierungen an.
Die Rebellion in Libyen und die Unruhen im Nahen Osten ließen den Ölpreis seit Dezember um 20% ansteigen. Doch jetzt rollt die dritte Welle, und sie könnte die schlimmste werden.
Denn jetzt beginnen die Preise auf breiter Front zu steigen, angefacht von kletternden Importpreisen. Diese wiederum haben ihren Anstieg eskalierenden Rohstoffpreisen, steigenden Löhnen in China, wachsender Geldmenge und - besonders im Falle der USA - schwächeren Währungen zu verdanken.
Der Greenback hat im vergangenen Jahr 5% gegenüber einem handelsgewichteten Korb von Währungen aus Ländern verloren, mit denen die USA Waren austauschen. Definitiv also handelt es sich um eine steigende Inflation. Allein ihr Ausmaß ist bisher offen.
Inflation auch von der Dollarseite
Das verteuert die Einfuhrpreise auch von der Wechselkursseite her. Zu den preistreibenden Einflussfaktoren gesellt sich neuerdings auch die Katastrophe in Japan, die aus zwei Richtungen die Preise weiter anfacht: Erstens, weil das Land für den Wiederaufbau und als Ersatz für ausgefallene Atomkraftwerke mehr Gas und Öl importieren muss.
Und zweitens, weil Japan Ausgangspunkt für viele wichtige Lieferketten ist. Hunderte, wenn nicht Tausende von Schlüsselkomponenten in kritischen Wertschöpfungsketten der High Tech- und Autoindustrie kommen derzeit entweder noch mit Containerschiffen, die vor dem verheerenden Erdbeben losgefahren waren, oder verspäten sich bereits, beziehungsweise fallen für Wochen oder Monate aus. Das treibt die Preise für diese Vorprodukte.
Steigende Inflation: Eine Warnung des Wal-Mart-CEOs
Von brasilianischem Orangensaft, über japanische Getriebe bis hin zu Chips für Smartphones klettern die Preise jetzt noch schneller. Die Inflation geht erstmals in die Breite.
Wal-Mart-CEO Bill Simon, der als besonders kostenbewusst gilt, hat daher in dieser Woche davor gewarnt, dass im Jahresverlauf eine weitere Beschleunigung der Preisspirale droht.


