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Zahlt der Staat Rentenbeiträge auch bei Arbeitslosigkeit?

Viele denken: Wer arbeitslos wird, kann froh sein, dass seine Arbeitslosenversicherung einspringt und ihm den Lebensunterhalt sichert. Die Höhe des späteren Altersruhegeldes kann ihm dabei zunächst egal sein.

Tatsache ist, dass die Agentur für Arbeit beim Arbeitslosengeld 1 einen großen Teil der Rentenbeiträge des Versicherten zahlt. Auch wenn es für die meisten nun viel wichtiger sein mag, schnellstmöglich wieder eine Anstellung zu finden.

Für die Höhe der Bezüge in Ihrem Ruhestand ist es schon bedeutend, ob und wie viel Beiträge zur Rente durch das Arbeitslosengeld 1 abgedeckt werden.

Rente bei Arbeitslosengeld 1 – nur geringe Abschläge zu erwarten

Grundsätzlich ist jeder, der in Deutschland einen Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 hat, in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert. Von der Behörde werden Arbeitslosengeld 1 und damit Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung allerdings nur gezahlt, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Wichtig ist zunächst, dass der Versicherte alle Sachverhalte der Arbeitslosigkeit der Agentur für Arbeit darlegt und erläutert. Darüber hinaus muss er so genannte Anwartschaftszeiten nachweisen können.

Generell gilt: Der Versicherte muss in den letzten 2 Jahren vor der Arbeitslosmeldung mindestens 12 Monate in einem Versicherungspflichtverhältnis gestanden haben. Über Ausnahmen und Besonderheiten informiert Sie die Agentur für Arbeit. Falls die Voraussetzungen stimmen, sind auch bei den Rentenbeträgen nur geringe Abschläge zu erwarten.

Beiträge der Rentenversicherung bei Arbeitslosengeld 1

Bei einem Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 werden Versicherte rentenrechtlich so behandelt, als würden sie mit 80 % ihrer bisherigen monatlichen Brutto-Bezüge weiterarbeiten. Die Beiträge zur Rentenversicherung, die von der Agentur für Arbeit übernommen werden, werden also im Vergleich zu vorherigen Festanstellung um 20 % gemindert.

Beispiel: Wer bislang ein Jahresgehalt (brutto) von 30.000 € bezogen hatte, zahlt 2015 233,75 € – zusammen mit seinem Arbeitgeber 467,50 € – an monatlichen Rentenversicherungs-Beiträgen. Die Agentur für Arbeit würde im Falle der Arbeitslosigkeit nur noch 374,00 € an die gesetzliche Rentenversicherung zahlen.

Im Falle einer 1-jährigen Arbeitslosigkeit würde sich somit die künftige Rentenhöhe im Vergleich zu einem Beschäftigten um etwa 6 € pro Monat in den alten und ca. 5 € in den neuen Bundesländern reduzieren.

Private Altersvorsorge in jedem Fall notwendig

Selbst eine Person, die während ihres aktiven Arbeitslebens zu keiner Zeit beschäftigungslos war, muss damit rechnen, dass er verglichen mit dem letzten Nettoverdienst deutlich weniger Rente erhält.

Denn auch in diesem Idealfall – ausgehend von einem Durchschnitts-Nettoverdienst von 1.890 € – bekäme ein Rentner in Deutschland derzeit nur etwa 1.000 € Altersruhegeld monatlich.

Damit der bisherige Lebensstandard sich nicht plötzlich in Luft auflöst, ist neben der gesetzlichen Absicherung eine zusätzliche Altersvorsorge notwendig. Um eine entsprechende Altersvorsorge in angemessener Weise zu planen, sollte jedermann seine individuelle Rentenlücke – also dem Unterschied zwischen den letzten Nettobezügen und der gesetzlichen Rente – kennen.

24. September 2015

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.