Schon gestern hatte ich Ihnen Auszüge aus dem neuen Aktionärsbrief von Warren Buffett vorgestellt.
Heute geht es bei diesem Thema weiter und im Mittelpunkt stehen die Anlageklassen Gold und Aktien. Wie Sie sich denken können, bevorzugt Buffett auf jeden Fall Aktien.
Doch auch seine Gedanken zum Gold sind spannend – wenn ich auch nicht alles teile. So gehört Gold für Buffett in eine Anlageklasse, bei der die Investments nichts produzieren, sondern nur einen Wert an sich haben, der in der Hoffnung der Investoren zukünftig steigt.
Solche Güter gibt es schon seit Hunderten von Jahren. Ein besonders drastisches Beispiel dafür war im 17.Jahrhundert der Tulpenboom in den Niederlanden.
Bei dieser Anlageform muss es eine stetig steigende Zahl an Interessenten geben, die den Preis antreiben. Zudem muss das Gut rar sein. Genau aus diesen Gründen ist Gold das beliebteste Anlageobjekt in dieser Kategorie.
Für Buffett ist diese Anlageform wenig attraktiv: „Eine Unze Gold die man für eine Ewigkeit besitzt, bleibt eine Unze Gold. Es wird nicht mehr.“
Da ist in seiner klaren Logik kaum anzuzweifeln, doch auf Sicht der vergangenen zehn Jahre hat Gold eigentlich alle anderen Anlageklassen hinter sich gelassen. Und zehn Jahre ist auf jeden Fall ein Zeitraum, den auch ein Investor wie Warren Buffet schätzt.
Nur noch mal zur Verdeutlichung die Renditen im Vergleich: Der Goldpreis ist seit Anfang 2002 um über 500% gestiegen. Der Dow Jones Index hat in dieser Zeit um 28% zugelegt – beim Dax ist der Zuwachs mit 36% sogar noch höher ausgefallen. Die Berkshire Hathaway Aktie hat 67% hinzugewonnen.
Aktien sind für Buffett immer die erste Wahl
Wenig erstaunlich ist dann die Schlussfolgerung von Buffett. Für ihn kommen Staatsanleihen nur in geringem Maße und Gold als Investment überhaupt nicht in Frage. Seine bevorzugte Anlageklasse sind produktive Investments.
Also Unternehmensbeteiligungen, Aktien aber auch Farmland oder Immobilien. Im Idealfall schaffen diese Investments einen Wert der stetig steigt und eben auch die Kaufkraft für die Zukunft erhält und das bei einem niedrigen Kapitaleinsatz.
Genau diese Geschäftsmodelle mag Buffett besonders. Beispiele dafür sind große Marken wie Coca-Cola oder auch der Süßigkeitenhersteller See`s Candy.
Für Buffett steht daher fest: „Diese Anlageform wird langfristig auf jeden Fall der Gewinner sein im Vergleich mit Gold oder Anleihen. Doch was noch viel wichtiger ist: Es wird die sicherste Anlageform sein.“
Das hört sich gut an – doch der Beweis ist schwer zu führen. Viele Investoren haben in den vergangenen zehn Jahren mit vielen Aktien sehr viel Geld verloren. Und ich rede hier nicht von kleinen Internet-Startups aus der Zeit der New Economy.
Ich meine hier anerkannte Blue Chips aus Deutschland oder auch aus Amerika. Nur zwei Beispiele: Die Allianz-Aktie kostet heute 60% weniger als vor zehn Jahren und selbst vermeintlich sichere Werte wie General Electric haben 52% eingebüßt.



