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Ermäßigter Steuersatz: Sparen mit Potential zur Verwirrung

Die Umsatzsteuer ist eine der wichtigsten Steuern in Deutschland. Bis auf wenige Ausnahmen belastet die Umsatzsteuer alle Konsumausgaben und nimmt über 30% des steuerlichen Gesamtaufkommens in der Bundesrepublik ein.

Das Ziel der Steuer ist es, lediglich den Endverbraucher zu belasten. Jedoch wird dieser nicht direkt besteuert, sondern bekommt die Umsatzsteuer ausschließlich durch einen erhöhten Einkaufspreis seiner Konsumgüter zu spüren.

Der Regelsteuersatz der Umsatzsteuer in Deutschland beträgt derzeit 19%. Auf viele Lebensmittel und bestimmte andere ausgewählte Waren des Grundbedarfs wird jedoch ein ermäßigter Satz von lediglich 7% erhoben (§ 12 Abs.2 UStG).

Der ermäßigte Steuersatz: Entlastung für den Verbraucher

Der ermäßigte Steuersatz von 7% soll den Endverbraucher bei bestimmten Umsätzen entlasten. Unter die Steuervergünstigung fallen unter anderem Lieferungen, die Entnahme für außerunternehmerische Zwecke, die Einfuhr und der innergemeinschaftliche Erwerb von bestimmten Gegenständen.

In erster Linie sollen allerdings Grundnahrungsmittel sowie Zeitschriften und Bücher mit dem ermäßigten Steuersatz von 7% besteuert werden. Folgende Dienstleistungen und Waren unterliegen demnach dem ermäßigten Steuersatz:

  • Land- und forstwirtschaftliche Erzeugnisse (wie z.B. bestimmte Tiere, Holz)
  • Futtermittel
  • Lebensmittel
  • Bücher und Zeitschriften
  • Bestimmte Getränke

Entlastung bieten, Verwirrung stiften: Das System der Steuervergünstigung

Mehr als 20 Mrd. € Verlust macht der deutsche Staat jährlich dank des ermäßigten Steuersatzes von 7%. Da stellt sich die Frage: Warum entwirft der Gesetzgeber ein System, das ihm selbst einen Nachteil beschert? Soziale Gerechtigkeit, lautet die Antwort.

Das eigentliche Ziel des Umsatzsteuergesetzes und dem damit verbundenen ermäßigten Steuersatz von 7% ist es, den Konsumenten zu entlasten und indirekt zu subventionieren. In der Praxis jedoch stiftet der ermäßigte Steuersatz mehr Verwirrung als Erleichterung.

So werden Lebensmittel wie beispielsweise Fleisch, Fisch oder Eier mit einem Steuersatz von 7% besteuert. Ausgenommen von dieser Regelung sind jedoch sogenannte Luxuslebensmittel wie etwa Hummer oder Kaviar.

Getränke hingegen werden generell mit dem Regelsteuersatz von 19% besteuert. Milch und Leitungswasser jedoch sind von dieser Regelung ausgeschlossen und fallen wiederum unter den ermäßigten Steuersatz.

Der ermäßigte Steuersatz in der Gastronomie: „Zum Hieressen oder Mitnehmen?“ – Längst keine Floskel mehr

Im Rahmen des Entlastungsgesetzes 2010 wurden auch für die Gastronomie und Hotelbranche neue Regeln bezüglich der Umsatzsteuer getroffen.

So wurde der Steuersatz für Hotelübernachtungen von 19% auf 7% herabgesenkt. Das Hotelfrühstück jedoch wird weiterhin mit 19% besteuert. Entscheidet der Gast sich aber nun dazu, nicht im Hotel zu essen, sondern Kaffee und Brötchen außer Haus zu sich zu nehmen, unterliegen diese Waren wiederum dem Steuersatz von 7%.

Denn auch die allseits bekannte Floskel „Zum Hieressen oder Mitnehmen?“ macht inzwischen einen finanziellen Unterschied. Bestellt man in der Gastronomie sein Essen zum Mitnehmen, dann unterliegt das gewählte Gericht dem ermäßigten Steuersatz von 7%, wohingegen dieselbe Speise mit 19% besteuert würde, nähme man sie im Lokal zu sich.

16. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.