MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Elterngeld: Steuerklasse wechseln – mehr Geld kassieren

Das Bundeselterngeldgesetz und das Elternzeitgesetz gelten seit Anfang 2007 und sind dazu gedacht, Einkommensausfälle abzumildern, die nach der Geburt eines Kindes und dem oftmals damit einhergehenden Wegfall eines arbeitenden Elternteils entstehen.

Das Elterngeld in Höhe von 67 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens im letzten Jahr vor der Geburt wird über einen Zeitraum von 12 bis 14 Monaten ausgezahlt.

Die Mindesthöhe beträgt 300, die Höchstgrenze 1.800 Euro. Beantragt werden kann es von dem Elternteil, das für die Erziehung des Kindes zuständig ist und nicht bzw. nicht voll berufstätig ist.

Elterngeld: Wechsel der Steuerklasse möglich, wenn vorteilhaft

Da das Nettoeinkommen von der Steuerklasse abhängig ist, kann sich ein Wechsel in eine günstigere Steuerklasse als vorteilhaft erweisen, sofern nur einer der Ehepartnern das Elterngeld beantragt – dadurch erhöht sich das Nettoeinkommen und somit auch das Elterngeld.

Den Wechsel der Steuerklasse hat der Freistaat Bayern allerdings bereits als unzulässig bezeichnet, was jedoch vom Bundessozialgericht in Kassel ganz anders gesehen wird:

Im vorliegenden Fall war eine schwangere Frau von Steuerklasse V in Steuerklasse III gewechselt.

Ihr Mann wechselte hingegen von Steuerklasse III in Steuerklasse V. Durch diesen Wechsel der Steuerklassen erhöhte sich das Nettoeinkommen der werdenden Mutter um 210 Euro.

Diesen Steuerklassenwechsel hält das Bundessozialgericht für zulässig, da sich im entsprechenden Gesetzestext keinerlei Hinweis darauf finden lässt, dass ein Wechsel der Steuerklasse unzulässig ist.

Mehr Elterngeld: Wechselmöglichkeit der Steuerklasse ist Gesetzgeber bekannt

Außerdem sei dem Gesetzgeber bei der Konzipierung des Gesetzes bekannt gewesen, dass die Möglichkeit für werdende Mütter und Väter besteht, die Steuerklasse zu wechseln.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Dennoch wurde diese Möglichkeit nicht durch einen entsprechenden Hinweis im Gesetz unterbunden, weshalb das Bundessozialgericht davon ausgeht, dass diese Methode als zulässig angesehen wird.

Bundessozialgericht Kassel, Aktenzeichen B 10 EG 3/8 R

Steuerklasse wechseln: Das sollten Sie beachten

Bei der Wahl der richtigen Steuerklasse sind einige wichtige Kriterien zu beachten:

Alleinstehende können die Steuerklasse nicht wechseln

Keinen Einfluss bei der Wahl der Steuerklasse haben Singles ohne Kinder: Sie gehören generell der Steuerklasse I an. Bei Alleinerziehenden sieht die Sache jedoch bereits anders aus, denn sie können in die günstigere Steuerklasse II wechseln.

Voraussetzung dabei ist, dass mindestens ein Kind im Haushalt lebt und keine weitere erwachsene Person gemeldet ist.

Steuerklasse II für Alleinerziehende

Der Wechsel in eine andere Steuerklasse muss jedoch durch eine entsprechende Erklärung bei der jeweiligen Meldebehörde mitgeteilt werden – andernfalls wird die neue Steuerklasse nicht auf der Steuerkarte eingetragen.

Der Stichtag für den Antrag auf Steuerklasse II war am 20. September – eine nachträgliche Änderung ist nur noch mit einigem Aufwand möglich.

Ehepaaare haben den meisten Steuer-Spielraum

Größere Gestaltungsmöglichkeiten bei der Wahl der richtigen Steuerklasse haben Ehepaare: Ihnen steht die Möglichkeit frei, sich zwischen den Steuerklassen III, IV und V zu entscheiden.

Bewegt sich das Einkommen beider Partner ungefähr auf Augenhöhe, so ist Steuerklasse IV die optimale Wahl. Verdient allerdings einer der beiden Partner mehr als 60 Prozent, so sollte ein Wechsel in die günstigere Steuerklasse III in Erwägung gezogen werden.

Allerdings ist dabei zu beachten, dass der andere Partner dadurch die Steuerklasse V zugeteilt bekommt, bei der höhere Steuerabgaben fällig sind.

Es ist übrigens eine falsche Annahme, dass mit dieser Steuerklassen-Kombination Steuern eingespart werden können. Zwar fällt die Lohnsteuer pro Monat niedriger aus, wenn man sie auf beide Verdienste betrachtet. Durch die Steuerveranlagung werden jedoch bereits abgezogene Lohnsteuern ausgeglichen.

Steuerklasse III bei geplanter Schwangerschaft oder drohender Arbeitslosigkeit

Falls eine der beiden Partner von Arbeitslosigkeit bedroht ist oder der gemeinsame Kinderwunsch endlich in die Tat umgesetzt werden soll, dann kann sich ein Wechsel in Steuerklasse III positiv auf die Einnahmen auswirken:

Da in dieser günstigeren Steuerklasse weniger Steuern fällig werden, erhöhen sich auch die Bezüge bei Lohnersatzleistungen. Erhält also beispielsweise die Ehefrau Elterngeld und ist zuvor bereits in Steuerklasse III gewechselt, dann wird das Elterngeld nach dem zuvor erhaltenen Netto-Einkommen berechnet.

GeVestor.de meint: Durch einen rechtzeitigen Wechsel der Steuerklasse können Sie auf legale Weise mehr Elterngeld kassieren – das Bundessozialgericht macht’s möglich.

Weitere wichtige Informationen zum Elterngeld finden Sie hier:

  • Urteil für Selbstständige: Zu späte Honorarzahlungen ohne Einfluss auf Elterngeld
  • Zuschuss zu den Kindergartengebühren – sinnvolle Alternative zur Gehaltserhöhung
  • Elterngeld ist der Renner

29. März 2010

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Tino Hahn
Von: Tino Hahn.