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Stammaktien vs. Vorzugsaktien: Definition und Merkmale auf einen Blick

Die Kurse bei Stammaktien und Vorzugsaktien entwickeln sich in den meisten Fällen unterschiedlich. Erfahren Sie hier, warum dies so ist.

Stammaktien („Stämme“) …

  • … berechtigen den jeweiligen Aktionär dazu, auf der Hauptversammlung sein Stimmrecht entsprechend seinem Aktienanteil auszuüben.
  • … sind besonders bei institutionellen Anlegern (Banken, Fonds, Beteiligungsgesellschaften) gefragt, die mit ihrem Stimmrecht über die Besetzung des Aufsichtsrats, die Dividendenhöhe und die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat entscheiden wollen.
  • … sind im Falle einer Unternehmensübernahme zunächst die strategisch wichtigeren Aktien.

Vorzugsaktien („Vorzüge“) …

  •  … berechtigen wie die Stammaktien zur Teilnahme an der Hauptversammlung.
  •  … sind im Unterschied zu den Stammaktien nicht mit einem Stimmrecht ausgestattet.
  •  … werden dafür bei den Dividenden bevorzugt behandelt. Das fehlende Stimmrecht wird mit einer höheren Dividendenzahlung als bei Stammaktien entschädigt.

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  •  … entwickeln sich im Vorfeld einer Unternehmensübernahme häufig schlechter als die Stammaktien desselben Unternehmens. Auf lange Sicht entwickeln sich die Kurse von Stamm- und Vorzugsaktien aber wieder aufeinander zu. Denn letztlich repräsentieren sie den gleichen Anteil am Grundkapital eines Unternehmens.
  • … notieren sogar höher als die Stammaktien, wenn sie die liquidere (also häufiger gehandelte) Aktiengattung sind und deshalb in einem Index (zum Beispiel dem DAX) vertreten sind.

Stammaktien vs. Vorzugsaktien: ein kleiner, aber wichtiger Unterschied

Als Aktionär könnte es Ihnen eigentlich egal sein, ob Sie Stamm- oder Vorzugsaktien kaufen; Hauptsache, die Kurse steigen und Sie kassieren regelmäßig attraktive Dividenden.

Tatsächlich aber verläuft die Kursentwicklung von Stamm- und Vorzugsaktien oft sehr unterschiedlich – und unterschiedlich sind auch die Dividenden, die gezahlt werden.

Wenn Sie wissen, woraus diese Unterschiede resultieren, können Sie davon in hohem Maße profitieren.

Aktuell gibt es einige Stamm- und Vorzugsaktien, die satte Gewinne für die Zukunft versprechen. Lassen Sie sich diese nicht entgehen, sondern profitieren Sie von unserer Neu-Empfehlung in diesem Beitrag.

Definition: Aktie ist nicht gleich Aktie

Bei Unternehmen, die sowohl Stamm- als auch Vorzugsaktien ausgegeben haben, bilden die Nennwerte beider Aktiengattungen zusammen das Grundkapital. Die wichtigsten Unterschiede: Stammaktien (kurz: Stämme) sind Aktien, die ihren Inhaber zur Abgabe seiner Stimme auf der Hauptversammlung berechtigen.

Das Stimmrecht richtet sich dabei nach der Zahl der Aktien, die ein Aktionär in seinem Depot hat. Mit der Stimmabgabe entscheidet ein Aktionär unter anderem (mit) darüber, …

  • … ob Vorstand und Aufsichtsrat entlastet werden,
  • … wie sich der Aufsichtsrat zusammensetzt und
  • … wie hoch die Dividendenausschüttung ausfällt.

Vorzugsaktien (kurz Vorzüge) repräsentieren den gleichen Anteil am Grundkapital des Unternehmens wie Stammaktien. Im Unterschied zu diesen sind sie aber nicht mit einem Stimmrecht ausgestattet.

Zwar werden die Inhaber von Vorzügen zur Hauptversammlung eingeladen, sie dürfen dort aber weder ein Rederecht ausüben, noch abstimmen. Der Verzicht auf das Stimmrecht bringt aber im Gegenzug finanzielle Vorteile.

In aller Regel bekommen Vorzugsaktionäre eine höhere Dividende als Stammaktionäre. Zahlt eine Aktiengesellschaft ihren Vorzugsaktionären nicht mehr als den Stammaktionären, haben die Vorzugsaktionäre ein Sonderstimmrecht.

Dieses Recht besteht so lange, bis der Vorzug (also der finanzielle Vorteil) vollständig ausgezahlt wurde (§ 140 Abs. 2 Aktiengesetz). Beachten Sie: Maximal 50% aller Aktien eines börsennotierten Unternehmens dürfen Vorzugsaktien sein. Der Rest muss zwingend als Stammaktien emittiert werden.

13. Mai 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.