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Derivatebörse versus OTC-Derivatehandel: ein Vergleich

Bei der Derivatebörse handelt es sich – wie der Name vermuten lässt – um eine Börse, an der Derivate gehandelt werden.

Derivatebörsen werden häufig auch als Terminbörsen bezeichnet.

Dies ist damit zu begründen, dass Derivate Finanzinstrumente sind, deren Wert und Preis sich an einem Basiswert orientieren und die wie Termingeschäfte gehandelt werden.

Mehr dazu im Video: Die größten Terminbörsen der Welt

Derivatehandel – eine Frage des Handelsplatzes

Grundsätzlich lassen sich Derivate in zwei Kategorien unterscheiden. Auf der einen Seite gibt es die Derivate, die an einer Derivatebörse gehandelt werden. Diese werden allgemein Futures genannt.

Auf der anderen Seite gibt es Derivate, die außerbörslich gehandelt und Forwards genannt werden. Letztere werden auch als OTC-Derivate bezeichnet, was sich vom englischen „over the counter“ ableitet und was im übertragenen Sinne so viel wie außerbörslich bedeutet.

Mehr dazu: Was sind Derivate? Eine Definition

Der grundlegende Unterschied zwischen dem Handel von Derivaten an einer Derivatebörse und dem OTC-Derivatehandel ist somit also der Ort, an dem der Handel von statten geht.

Dabei wirkt sich der Handelsplatz in mehrfacher Hinsicht auf den Handel aus.


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Vorteile und Nachteile von OTC-Derivatehandel gegenüber Handel an einer Derivatebörse

Ein Faktor ist beispielsweise die Kontrolle und Aufsicht des Derivatehandels. An einer Derivatebörse gibt es wie bei Börsen allgemein bestimmte Regularien und Mechanismen, die den stattfindenden Handel beaufsichtigen und auch kontrollieren, was gehandelt wird.

Anders ist dies beim OTC-Derivatehandel. Da das Termingeschäft hier direkt zwischen zwei Marktteilnehmern stattfindet, entfallen die Mechanismen und Regularien einer Börse.

Als Vorteil des OTC-Handels gegenüber dem Handel an einer Derivatebörse wird häufig genannt, dass aufgrund des direkten Handels die Kosten geringer sind, da beispielsweise Börsengebühren entfallen.

Zudem erfolgt das Geschäft im Rahmen eines direkten OTC-Handels schneller und kann entsprechend der Vorstellungen und Bedürfnisse der Handelspartner modifiziert werden. Insgesamt bietet der OTC-Handel mehr Spielraum und mitunter höhere Margen.

Allerdings bringt der OTC-Derivatehandel im Vergleich zum Handel an Derivatebörsen auch Nachteile und Risiken mit sich.

Neben der bereits angesprochenen mangelnden Kontrolle und Aufsicht bietet der OTC-Handel im Vergleich auch eine geringere Markttransparenz.

Auch kann es vorkommen, dass Referenzmärkte fehlen und für den Privatanleger relevante Limit-Orders nicht immer angegeben werden können. Auch die Liquidität kann teils geringer ausfallen als an der Derivatebörse.

Mehr dazu: OTC Handel: Auch für Privatanleger interessant

Ein Vergleich der Handelsvolumina

Der Handel von Derivaten hat insbesondere seit Beginn des neuen Jahrtausends sehr stark zugenommen.

Während der Bestand von an Börsen gehandelten Finanzderivaten am Ende 2000 einen Umfang von nur 14,2 Billionen US-Dollar betrug, waren es beim OTC-Handel bereits 95,2 Billionen US-Dollar.

Nur fünf Jahre später klaffte diese Lücke bereits deutlich weiter auseinander, obwohl bei beiden Alternativen das Handelsvolumen zunahm.

2005 betrug der Umfang von börsengehandelten Finanzderivaten 57,8 Billionen US-Dollar und außerbörslich gehandelten Finanzderivaten 297,7 Billionen US-Dollar.

Auch die Zahlen der folgenden Jahre belegen deutlich, dass der OTC-Derivatehandel den Derivatebörsen deutlich den Rang abläuft und seinen Vorsprung ausbaut.

Für das Jahr 2012 wurde der Nominalwert aller gehandelten Derivate auf rund 700 Billionen US-Dollar geschätzt, wovon lediglich 10-15% an Derivatebörsen gehandelt werden.

Mehr dazu: Derivate-Volumen von 2 auf 601 Billionen Dollar explodiert

Um diese Summe in Relation zu setzen: Das globale Bruttoinlandsprodukt beträgt rund 75 Billionen US-Dollar, also nur ein gutes Zehntel des Derivatehandels.

Mehr dazu: Die Wahrheit über Derivate

Trotz Finanz- und Eurokrise und neuer Vorschriften und Verhaltensweisen für den OTC-Derivatehandel sprechen die aktuellen Zahlen dafür, dass sich der Trend fortsetzen wird, und der OTC-Derivatehandel seinen Anteil am gesamten Derivatehandel vergrößern wird.

Aufgrund des Handelsvolumens wird der Derivatehandel allgemein kritisiert und durchaus auch als eine tickende Zeitbombe eingestuft. Dies sollte man als Anleger vielleicht im Hinterkopf behalten, wenn man mit Derivaten handelt.

10. November 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.