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Bumble-Aktie 70% unter den alten Rekord-Kursen

Inhaltsverzeichnis

Im Februar vergangenen Jahres wagte der Tinder-Rivale Bumble den Sprung aufs Parkett. Nachdem die Preisspanne während der Zeichnungsphase bereits von 28 bis 30 auf 37 bis 39 Dollar nach oben geschraubt und das Emissionsvolumen um 10,5 auf 45 Millionen Aktien aufgestockt wurde, konnten sich Erstzeichner über ein sattes Kursplus freuen. Kurz nach dem Börsenstart schoss der Aktienkurs bis auf 84 Dollar in die Höhe, bevor die Euphorie der Anleger schrittweise entwich.

Derzeit steht der Aktienkurs bei knapp 30 Dollar und hat damit rund 70% von seinen Höchstkursen verloren. Es ist daher an der Zeit, einen Blick auf die Geschäftsentwicklung des Dating-Spezialisten und die Einschätzungen der Analysten zu werfen.

Tinder-Mitgründerin mischt bei Bumble mit

Während die Dating-App Tinder wohl den meisten inzwischen ein Begriff ist, dürfte Bumble eher weniger bekannt sein. Dabei gibt es durchaus Parallelen. So wurde die Bumble-App in 2014 von der heute 33-jährigen Whitney Wolfe Herd gestartet, die bereits den großen Konkurrenten Tinder mitgründete und nun als bislang jüngste Vorstandschefin ein größeres US-Unternehmen an die Börse führte. Mit dem russisch-britischen Tech-Unternehmer und Milliardär Andrey Andreev hat Bumble zudem einen weiteren bekannten Mitgründer an Bord.

Dating-App mit Fokus auf die Frau

Als Besonderheit von Bumble gilt, dass Frauen dort den ersten Schritt beim Dating machen. Dies soll einen eher respektvollen Umgang auf der Plattform gewährleisten. Neben der Suche nach einem romantischen Partner, kann Bumble auch für die Suche nach Freundinnen und Freunden (Bumble BFF) oder Geschäftskontakten (Bumble Bizz) genutzt werden. Zudem gibt es die Möglichkeit, nach politischer Einstellung und ähnlichem zu filtern.

Der US-Konzern betreibt die beiden Dating-Apps Bumble und Badoo, die inzwischen auf knapp 42 Millionen monatlich aktive Nutzer kommen und vor allem auf die Altersrange der 18 bis 35-jährigen abzielen. Die App läuft in mehr als 150 Ländern. Allerdings befindet sich das Unternehmen noch in einem frühen Stadium der Monetarisierung.

Nur geringes Nutzerwachstum im zweiten Quartal

Im zurückliegenden Quartal entwickelten sich die Nutzerzahlen der beiden Dating-Apps Bahoo und Bumble sehr unterschiedlich. Während die Zahl der zahlenden Nutzer von Bumble um 31% auf 1,92 Millionen stieg, fiel jene von Badoo um rund ein Viertel auf 1,1 Millionen. Insgesamt lag die Zahl der zahlenden Kunden bei 3,02 Millionen rund 3% höher als im vergleichbaren Vorjahresquartal.

Mit 170 Millionen Dollar Quartalsumsatz stand die Bumble-App für 77,2% der gesamten Konzernerlöse. Das entspricht einem Umsatzplus von 33%. Der Rest (51 Millionen Dollar) wurden mit der Badoo-App und anderen Umsatzquellen erzielt. Bei Badoo sanken die Erlöse im Jahresvergleich hingegen um 14%.

Gesamtumsatz steigt um 18%

In Summe gingen mit 221 Millionen Dollar 18% mehr an Umsatz durch die Bücher als im Vorjahresquartal. Der durchschnittliche Gesamtumsatz pro zahlendem Nutzer („ARPPU“) stieg auf 23,65 Dollar, verglichen mit 20,88 Dollar im Vorjahresquartal. Unter dem Strich schrieb Bumble aber weiterhin rote Zahlen (-6,4 Millionen Dollar). Ende Juli wies Bumble liquide Mittel in Höhe von rund 335 Millionen Dollar bei Verbindlichkeiten von 621,6 Millionen Dollar aus

Ausblick wegen Unsicherheiten gesenkt

Wegen den Auswirkungen des Ukraine-Konflikts und negativen Wechselkurseffekten senkte Bumble den Ausblick für das Gesamtjahr. Der Umsatz soll nun nur noch 920 bis 930 Millionen Dollar nach zuvor 934 bis 944 Millionen Dollar betragen.

Analysten sind gespalten

Trotz des drastischen Kursrückgangs zeigen sich die Analysten bei der Beurteilung der Aktie derzeit gespalten. Von 14 Experten, die sich mit der Aktie beschäftigten, raten 7 zum Kauf der Papiere. Der Rest sieht in der Aktie lediglich eine Halteposition. Allerdings liegt das durchschnittliche Kursziel aller Experten mit 33,77% Dollar rund 50% über dem aktuellen Kursniveau (Quelle: marketwatch.com).