Verwandschaftsgrad: Ab wann man Erbschaftssteuer zahlen muss

Steuererklärung Symbolbild Formulare_shutterstock_342649796_RomanR

Ab wann jemand Erbschaftssteuer zahlen muss, ist in Deutschland im Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz geregelt. (Foto: RomanR / shutterstock.com)

Falls im nahen Umkreis jemand stirbt, ist das in erster Linie traurig. Häufig ist mit einem Todesfall, gerade im Kreis der Familie, eine Erbschaft verbunden. Das heißt, dass die verstorbene Person ihr Vermögen einer oder mehreren Personen ihrer Wahl vermacht. Darüber hinaus gibt es noch Pflichtanteile, die die Kinder und der Ehegatte der Person in jedem Fall erhalten.

Ab wann Erben Erbschaftssteuer zahlen müssen, ist im Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz geregelt. Denn je nach Verwandschaftsgrad zwischen Erblasser und Begünstigtem gibt es unterschiedliche Freigrenzen. Bei Erbschaften, die über diese Beträge hinaus gehen, verdient der Staat am Nachlass ordentlich mit. Wie hoch die Freigrenzen tatsächlich sind und was bei einer Erbschaft beachtet werden muss, ist für die Begünstigten interessant zu wissen.

Ab wann Erbschaftssteuer gezahlt werden muss

Die Erbschaftssteuer wurde erstmalig im Jahr 1906 im Deutschen Reich eingeführt, seitdem mehrfach reformiert und hat sich bis heute gehalten. Die Erbschaftssteuer ist im deutschen Steuerrecht ähnlich der Schenkungssteuer geregelt, die verhindern soll, dass ein Vermögen schon unter Lebenden verteilt wird, ohne dass der Fiskus davon profitiert.

Für die Erbschaftssteuer gelten je nach Verwandschaftsgrad verschiedene Freigrenzen. Ehepartnern oder Lebenspartnern (Klasse I) dürfen bis zu 500.000 Euro vererbt werden, ohne dass dafür Steuern gezahlt werden müssen. Jedes leibliche oder adoptierte Kind beziehungsweise Stiefkind darf steuerfrei bis zu 400.000 Euro erben. Jedes Kind eines verstorbenen Kindes oder Stiefkindes darf ebenfalls bis zu 400.000 Euro erben, ohne dass der Staat einen Anteil daran erhält. Jede sonstige Person aus der Klasse I, also Enkel oder Großeltern, darf 100.000 Euro ohne Steuerabzug erben und jede Person aus der Klasse II, zum Beispiel Neffen, Geschwister sowie Lebensgefährten, oder Freunde (Klasse III) erhalten im Nachlass 20.000 Euro ohne Steuerabzug.

Wie hoch sind die Steuersätze bei der Erbschaftssteuer?

Nicht nur die Freibeträge messen sich am Verwandschaftsverhältnis, das zu der verstorbenen Person besteht. Auch der Steuersatz, der für den über der Freigrenze liegenden Betrag noch an den Staat gezahlt werden muss, wird je nach Verhältnis zu der verstorbenen Person festgelegt.

Bis 75.000 Euro über dem jeweiligen Freibetrag zahlen Ehegatten, Lebenspartner, Kinder, Enkel und Eltern im Erbfall 7 Prozent Steuern, bis 300.000 Euro 11 Prozent Steuern, bis 600.000 Euro 15 Prozent Steuern und bis 6 Millionen Euro 19 Prozent Steuern. Bis 13 Millionen Euro werden für die genannte Gruppe 23 Prozent Steuern fällig, bis 26 Millionen 27 Prozent und bei allem über 26 Millionen Euro liegt der Betrag immer bei 30 Prozent, die an den Staat gehen.

Bei Geschwistern, Neffen oder auch geschiedenen Partnern, die ebenfalls in die Klasse II eingruppiert werden, liegt der Steuersatz etwas anders: Bei 75.000 Euro über Freibetrag werden 15 Prozent fällig, bis 300.000 Euro 20 Prozent, bis 600.000 Euro 25 Prozent, bis 6 Millionen Euro 30 Prozent, bis 13 Millionen Euro 35 Prozent, bis 26 Millionen Euro 40 Prozent und ab 26 Millionen Euro immer 43 Prozent.

Schlechte Bedingungen haben nicht direkt verwandte Personen

Für alle übrigen Personen, bei denen der Freibetrag bei 20 Prozent liegt, werden bis zu einem Betrag von 6 Millionen Euro 30 Prozent Steuern fällig; alles darüber wird mit 50 Prozent versteuert. Für Personen, die also in nächster Zeit etwas erben werden, ist es daher wichtig, dass sie die Höhe der Erbschaft kennen. Dann können sie in Anbetracht des Verwandschaftsverhältnis zu der verstorbenen Person berechnen, wie viel Geld letztlich für sie übrig bleiben wird und wie viel der Staat erhält.

Kredit Geld Hände – Watchara Ritjan – shutterstock_523778230

Vererben von Konten und Depots: So sparen Anleger bares Geld und SteuernDie aktuellen Erbschafts-Regeln lassen viel Spielraum, angelegtes Geld steuerfrei von der einen Generation auf die andere zu übertragen. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
david-gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter "GeVestor täglich". Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz