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Merryl Lynchs Milliarden-Verlust über den Analysten-Erwartungen

25.02.2009 21:16 Uhr von Tino Hahn

Mit 9,95 US-Dollar pro Aktie bzw. 15,84 Milliarden US-Dollar Verlust insgesamt beendet Merrril Lynch das vierte Quartal und seine Unabhängigkeit:

Die Analysten-Befürchtungen wurden von den Quartalszahlen des amerikanischen Geldinstituts Merrill Lynch noch übertroffen: Mit einem Minus von 15,84 Milliarden US-Dollar verabschiedet sich das Unternehmen von der Unabhängigkeit. Der Verlust pro Aktie beläuft sich auf 9,95 US-Dollar.

 

Der Verlust liegt damit 500 Millionen US-Dollar höher, als er Mitte Januar von der Bank of America, dem neuen Mutterkonzern, prognostiziert wurde. Am 15. September 2008, dem Tag der Lehman Brothers-Pleite, hatten Merrill Lynch und die Bank of America den Kauf unter Dach und Fach gebracht und im Januar 2009 vollzogen. Dadurch entstand Amerikas größte Bank, wenn als Kriterium das angelegte Vermögen herangezogen wird.

 

Während die Fusion zunächst als gelungener Deal gefeiert wurde, zeichnete sich schnell ab, welches Ei sich die Bank of America da ins Nest gelegt hatte. Bereits Ende 2008 sollte die Fusion deshalb abgeblasen werden, doch die amerikanischen Behörden insistierten darauf, dass die Bank of America ihrem Teil der Vereinbarung nachkommt und wedelten mit staatlichen Finanzspritzen.

 

Seit Oktober 2008 sind bislang 45 Milliarden US-Dollar in den zahlreichen Löchern in der Merrill Lynch-Bilanz versickert. Jetzt droht eine Klagewelle der Anleger, denn seit der Fusionierung hat die Aktie um nahezu 90 Prozent nachgegeben.

 

Momentan prüft die US-Staatsanwaltschaft, wie Merrill Lynch trotz der Milliardenverluste noch Bonuszahlungen in Höhe von 3,6 Milliarden US-Dollar an seine Manager-Riege veranlassen konnte. Personelle Konsequenzen hatte das Finanz-Desaster bereits Mitte Januar 2009: Der damalige Merrill Lynch-Chef John Thain wurde seines Amtes enthoben, nachdem ans Tageslicht gedrungen war, dass er sich eine üppige Büroausstattung für 1,2 Millionen US-Dollar gegönnt hatte.

 

Thain wurde bereits in der letzten Woche von der Staatsanwaltschaft zu den Bonuszahlungen verhört, verweigerte jedoch die Aussage mit dem Hinweis darauf, dass ihm die Preisgabe konkreter Informationen von der Bank of America nicht gestattet sei.

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