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Bollinger Band – Berechnen, wann man handelt

Kaufen, wenn der Kurs am Tiefpunkt ist, verkaufen, wenn er den Zenit erreicht; diese vermeintlich einfache Börsenregel scheitert in der Praxis zumeist daran, dass nur schwer abzuschätzen ist, wann Hoch- und Tiefpunkte erreicht sind.

Vor diesem Problem stand auch John Bollinger, in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts unabhängiger Börsenhändler an der Wall Street.

Und er erkannte die Ursache des Problems: Die Volatilität – die Schwankung der Kurse – variiert. Bis dahin war man davon ausgegangen, dass die Volatilität statisch sei.

Bollinger: Börsianer inspiriert von der „Goldenen Mitte“

Bollingers These: Die Kurse bewegen sich in einer engen Schwankungsbreite, bevor es zu einem signifikanten Richtungswechsel kommt.

Solche Punkte markieren also konkrete Tradingsignale.

Inspiriert worden war der Chartanalyst von der so genannten „Goldenen Mitte“, einem Phänomen der (Gauß’schen) Normalverteilung.

Danach weisen die Werte einer normalverteilten Messreihe eine Häufung um den statistischen Mittelwert auf.

Die Schlussfolgerung war, dass sich Kurse innerhalb eines Kanals bewegen müssten, der durch eine festgelegte Abweichung (nach oben und nach unten) vom Kursdurchschnitt definiert ist.


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Dieser Durchschnitt, so Bollingers Ansatz, wird laufend ermittelt (Moving Average).

Die Bollinger Bänder ergeben sich aus zwei Standartabweichungen über und unter dem gleitenden Kursdurchschnitt.

Kanalbildung: Die Berechnung der Bollinger Bänder

Dabei ist die Formel für den gleitenden Durchschnitt vergleichsweise einfach:

MA (Moving Average) = [Kurs 1 + … + Kurs n]/n

Mit n als Zahl der Handelstage. Häufig wird der gleitenden Durchschnitt aus den Kursen der vorangegangenen 20 Handelstage ermittelt.

Die Periode kann jedoch auch anders definiert werden.

Zur Ermittlung des oberen bzw. unteren Bollinger Bandes bedienen sich Händler der so genannten Standartabweichung, eine Größe die sich aus dem Abstand der einzelnen Kurse vom gleitenden Durchschnitt ergibt.

Für das obere Band werden dem gleitenden Durchschnitt zwei Standartabweichungen hinzugerechnet, für das untere zwei Standartabweichungen abgezogen.

Oberes Band:   MA + 2 * SD (Standard Deviation)

Unteres Band:  MA – 2 * SD

Wenn die Bänder enger werden…

Im Ergebnis erhält man einen Korridor, der sich wie ein Gummischlauch um den Kursverlauf schlängelt.

Ist die Volatilität eines Papiers hoch, wächst der Abstand zum Kurs. Bei niedriger Volatilität verengt sich das Band.

Mehr dazu: Bollinger Band – wie funktioniert seine Berechnung?

… brechen Kurse neue Bahnen

Solche Verengungen gelten den Tradern als Signale für bevorstehende Kursbewegungen – und folglich für den Ein- oder Ausstieg bei einem Papier (Bollinger Bänder wurden ursprünglich vorwiegend für den Handel mit Aktien genutzt, finden mittlerweile aber auch bei anderen Wertpapieren Anwendung).

So wird es zum Beispiel als Zeichen für einen Richtungswechsel beim Kurs interpretiert, wenn der Kursverlauf eines der Bollinger Bänder durchbricht.

13. September 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Fehr
Von: Michael Fehr. Über den Autor

Michael Fehr wirkt seit fast zwei Jahrzehnten am internationalen Finanzplatz Frankfurt, ist ausgewiesener Finanz- und Wirtschaftsjournalist: Er arbeitete unter anderem für die Deutsche Börse AG, das ARD-Börsenstudio und die Financial Times Deutschland.