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Welche Versicherungen Sie wirklich brauchen & welche Geldverschwendung sind

Mehr als fünf Versicherungspolicen hat jeder Bundesbürger im Durchschnitt. Ist er aber deshalb gegen alle Risiken perfekt abgesichert? Mitnichten! Vielmehr tummeln sich in den Versicherungsordnern viele unnötige Policen, die viel kosten und wenig Schutz bringen.

Unser Rat: Schließen Sie nur Policen ab, die Sie unbedingt brauchen. So bleibt Ihnen mehr Geld für den Vermögensaufbau übrig. Welche Versicherungen Sie tatsächlich brauchen und welche nicht, lesen Sie in diesem Beitrag.

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Das Ganze beginnt mit der Frage danach, welche Versicherungen man als Ottonormalbürger überhaupt braucht, welche eventuell Luxus sind und welche man sich leisten möchte. Als erstes hätten wir da Versicherungen, die sich auf Sachgüter beziehen wie zum Beispiel eine Haftpflichtversicherung. Sinn und Zweck einer solchen Haftpflichtversicherung ist es, dem Versicherten im Falle von verursachtem Schaden an oder durch die versicherten Objekte finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen. Je nach Art und Umfang der Dinge, die von der Versicherung umfasst werden sollen, gibt es eine ganze Reihe verschiedener Unterarten. So existieren zum Beispiel KfZ-, Gewässerschaden-, Bauherren- oder Wassersporthaftpflichtversicherungen. Allen gemeinsam ist, dass eine Haftpflichtversicherung immer freiwillig ist, die beiden einzigen Ausnahmen stellen die KfZ- und die Jagdhaftpflichtversicherung dar, die beide vom Gesetzgeber vorgeschrieben sind – aber natürlich nur, wenn Sie Autobesitzer sind oder auch tatsächlich einen Jagdschein besitzen.

Unbedingt notwendig: Versicherungen, die Sie existenziell absichern

Welche Risiken bedrohen Sie oder Ihre Lieben in Ihrer Existenz? Wenn Sie diese Frage beantworten, wissen Sie auch, welche Policen Sie am dringendsten brauchen. Dazu gehören:

Privat-Haftpflichtversicherung: Sie ersetzt bei weitem nicht nur Kleidungsstücke anderer Personen, auf die Sie versehentlich Rotwein geschüttet haben. Vielmehr tritt diese Versicherung auch ein, wenn jemand durch Ihr unabsichtliches Zutun schwere gesundheitliche oder finanzielle Schäden erlitten hat.

Ein Beispiel: Sie rempeln mit dem Rad versehentlich eine Fußgängerin an. Die Frau stürzt, bricht sich die Hüfte und ist lebenslang berufsunfähig. Behandlungskosten und Invalidenrente gehen in die Hunderttausende. Ohne Privat-Haftpflichtversicherung sind Sie ruiniert.

RisikolebensversicherungDiese zahlt bei Tod oder Invalidität Geld an die Hinterbliebenen. Nötig ist das etwa, wenn die Kinder noch in der Ausbildung sind oder das Eigenheim noch nicht abbezahlt ist. Auch wenn einer der Partner nicht arbeiten kann und auf die Arbeitseinkünfte des anderen angewiesen ist, empfiehlt sich diese Police.

Gebäudeversicherung: In Ihrem Eigenheim steckt ein großer Teil Ihres Vermögens. Was aber, wenn es wegen Blitzschlags abbrennt? Wenn es durch einen Rohrbruch unbewohnbar wird? Oder wenn ein Sturm das halbe Dach abdeckt?

Für solche Schäden kommt eine Gebäudeversicherung auf. Empfehlenswert ist die Kombination mit einer Elementarschadenversicherung. Dann sind auch Schäden durch Schneedruck, Lawinen, Hochwasser und Erdrutsche abgedeckt.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt wenig bis gar nichts, wenn Sie berufsunfähig werden. Sie müssen schon selbst vorsorgen. Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt nicht nur bei unfallbedingter Berufsunfähigkeit, sondern auch bei Schlaganfällen, Herzinfarkt, psychischen Erkrankungen. Wichtig: Machen Sie im Versicherungsantrag unbedingt wahrheitsgemäße Angaben, sonst haben Sie im Ernstfall keinen Versicherungsschutz.

Diese Policen sind sinnvoll, aber nicht zwingend erforderlich

Nicht unbedingt existenziell notwendig, aber durchaus nützlich sind folgende Policen:

Hausratversicherung: Diese ersetzt Möbel, Teppiche und Hausrat beispielsweise nach Einbruchsdiebstahl, Brand oder Feuchteschäden nach Rohrbruch. Inbegriffen ist außerdem meist eine Fahrrad- und Reisegepäckversicherung.

Pflegezusatzversicherung: Wenn Sie es sich leisten können und Ihre Kinder von der Beteiligung an Ihren (möglichen) Pflegekosten verschonen möchten, empfiehlt sich eine Pflegetagegeldversicherung. Sie deckt die Lücke zwischen gesetzlicher Rente oder sonstigen Einkünften und dem Pflegesatz für das Wohnen im Heim oder die ambulante Pflege durch einen Pflegedienst zuhause ab.

Aber: Eine solche Versicherung muss in jungen Jahren abgeschlossen werden, sonst ist sie unerschwinglich.

Teil- oder VollkaskoversicherungNeben der Kfz-Haftpflicht, die gesetzlich vorgeschrieben ist und bei Verschulden ausschließlich die Schäden des Unfallgegners deckt, sollten Sie überlegen, ob eine Teil oder Vollkasko für Sie sinnvoll ist. Ratsam ist das vor allem bei recht neuen Fahrzeugen (bis 4 Jahre).

Die Teilkasko zahlt Schäden durch Wildunfälle, Brand, Hochwasser, Marder und Diebstahl. Die Vollkasko zahlt zusätzlich bei selbstverschuldeten Unfällen auch die Schäden am eigenen Fahrzeug.

Rechtsschutzversicherung: Hier sollten Sie genau überlegen, wo teure Prozesse wahrscheinlich sind. Für Vielfahrer kann eine Verkehrs-Rechtsschutzversicherung sinnvoll sein. Bei drohender Kündigung ist eine Berufs-Rechtsschutzversicherung sinnvoll.

Haben Sie streitbare Nachbarn, dann empfiehlt sich womöglich eine allgemeine Rechtsschutzversicherung. Die kommt dann für Gerichtskosten, Sachverständige, Rechtsanwälte (auch der Gegenseite, falls Sie den Prozess verlieren) etc. auf.

Wenig Schutz und hohe Prämien: Welche Versicherungen Sie nicht brauchen

Welche Gefahren bringen Sie finanziell nicht allzu sehr in die Bredouille? Wenn Sie diese Frage beantworten, wissen Sie, welche Versicherungen Sie nicht brauchen. Zudem sind auch Versicherungen, die vorwiegend der Geldanlage dienen, nicht empfehlenswert. Unnötig sind:

Kapitallebens- und Rentenversicherungen: Für die Altersvorsorge gibt es weitaus rentablere Möglichkeiten. Dazu kommt: Der Hinterbliebenenschutz bei Kapitallebensversicherungen ist oft unzureichend. Besser schließen Sie eine Risikolebensversicherung zur existenziellen Absicherung Ihrer Lieben ab und legen das gesparte Geld in einem Fondssparplan an.

Ausbildungs- und Sterbegeldversicherungen: Das sind im Prinzip kleine Kapitallebensversicherungen, die aufgrund der geringen Einzahlungen und der hohen Gebührenbelastung oft besonders unrentabel sind.

Unfallversicherung: Die wenigsten Fälle von Invalidität gehen auf einen Unfall zurück. Hauptursachen sind vielmehr Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Verschleiß des Skelett-Muskelapparates. Das aber zählt nicht als Unfall. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist die wesentlich bessere Alternative, denn sie zahlt unabhängig von der Ursache.

Glasbruchversicherung: Zerbrochene Fensterscheiben oder Terrassentüren sind zwar ärgerlich, bedeuten aber nicht gleich den finanziellen Ruin für Sie.

Handy- und Elektronikversicherung: Ein gestohlenes Laptop lässt sich ersetzen, ebenso das verlorene iPhone. Weil gerade bei diesen Policen viel Versicherungsbetrug vorkommt, sind sie unverhältnismäßig teuer.

Fahrzeuginsassen-Unfallversicherung: Das ist die unnötigste aller Versicherungen. Denn für Unfallschäden zahlt Ihre oder die gegnerische Kfz-Haftpflicht. Bei Fahrerflucht zahlt der Verein Verkehrsopferhilfe, in dem alle Kfz-Haftpflichtversicherer Deutschlands Mitglied sind.

Reisegepäckversicherung: Das Reisegepäck ist in der Hausratversicherung mitversichert. Falls Sie keine haben, lassen Sie trotzdem die Finger von einer Reisegepäckversicherung. Denn die zahlt nicht, wenn Sie das Gepäck nicht mit Argusaugen bewacht haben.

Sie sehen: Wer sich beschränkt auf die unbedingt nötigen bzw. sinnvollen Versicherungen, spart viel Geld. Es spricht also viel dafür, den eigenen Versicherungsordner in ein paar freien Minuten „auszumisten“.

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