Aktienhandel

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Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste zum Aktienhandel in Kürze

  • Aktien sind auf lange Sicht die rentabelste Anlageklasse
  • Zwei der wichtigsten Investmentprinzipien beim Aktienhandel sind Diversifikation und ein langer Anlagehorizont
  • Die Depoteröffnung erfolgt am besten bei Direktbanken oder bei Online-Brokern
  • Aktien und ETFs können an der Börse oder bei Direkthändlern gekauft werden
  • Die einfachste Möglichkeit, in Aktien zu investieren, ist über ETFs

Warum sollte man Aktien kaufen?

Wer langfristig Vermögen aufbauen möchte, sollte in Aktien investieren. Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass Aktien gegenüber anderen Investmentklassen langfristig die besten Renditen versprechen. Damit Investitionen in Aktien und der Aktienhandel jedoch Erfolg haben, müssen einige Dinge beachtet werden. Auf dem Weg zum Vermögensaufbau mit Aktien lauern schließlich viele Fallstricke. Wer aber die wichtigsten Regeln befolgt, hat gute Chancen, als Privatanleger von den Aktienmärkten zu profitieren.

Wir erläutern Schritt für Schritt, wie man Aktien und Wertpapiere am besten auswählt, welche Prinzipien dabei zu beachten sind, wie und wo man Aktien kauft, welche Möglichkeiten es beim Kauf gibt und was es sonst noch zu beachten gilt.

Wie erhöht man die Erfolgschancen beim Investieren in Aktien?

Zwei wesentliche Prinzipien sollte jeder Privatanleger verstehen, bevor er in Aktien investiert: Diversifikation und Anlagehorizont.

Wer langfristig mit Aktien Vermögen aufbauen möchte, sollte sich zunächst bewusst sein, dass das Investieren in Aktien mit Risiken verbunden ist. Aktien liefern auf lange Sicht zwar die besten Renditen, diese Renditen bekommt man jedoch nicht umsonst. Wie bereits der legendäre Börsianer André Kostolany einst sagte, sind Börsengewinne wie Schmerzensgeld. Zuerst kommen die Schmerzen und dann das Geld. Manche dieser Risiken können jedoch durch eine clevere Investmentstrategie neutralisiert werden.

Wie kann man die Risiken beim Aktienhandel senken?

Ein wichtiges Prinzip, dem man als Privatanleger immer folgen sollte, ist die Diversifikation. Damit ist die Streuung über viele verschiedene Aktien aus mehreren Branchen, Ländern und Regionen gemeint. Wer sich hingegen nur auf eine Aktie oder auf einige wenige Aktien konzentriert, geht unnötige Klumpenrisiken ein, die sich durch eine breite Streuung der Investments vermeiden lassen.

Am einfachsten gelingt Diversifikation im Portfolio, indem man auf breit gestreute Indexfonds setzt, also auf ETFs. Ein ETF (Exchange Traded Funds) ist ein börsengehandelter Fonds, der einen Aktienindex abbildet. Ein großer Vorteil von ETFs ist, dass sie meist sehr kostengünstig zu haben sind, da teure Managementgebühren und Provisionen entfallen, die bei aktiv gemanagten Aktienfonds bezahlt werden müssen. Der zweite große Vorteil ist, dass man mit dem Kauf von nur einem ETF die Möglichkeit hat, sehr breite Aktienmärkte im Depot abzubilden. Vor allem der Kostenfaktor sollte bei langfristigen Investitionen nicht unterschätzt werden, da die Kosten über die Zeit hinweg einen großen Teil der Rendite vernichten können.

Natürlich lässt sich Diversifikation auch mit Einzelaktien bewerkstelligen. Der Aufwand, den man jedoch betreiben muss, um ein breit diversifiziertes Portfolio mit Einzelaktien umzusetzen, ist gegenüber ETFs um ein Vielfaches größer und bietet kaum Vorteile. Natürlich lassen sich aber auch beide Investmentinstrumente wunderbar miteinander kombinieren, etwa im Rahmen einer sogenannten Core-Satellite-Strategie, bei der ETFs die Basis (den „Kern“) im Portfolio darstellen, und Einzelaktien die „Satelliten“, mit denen man zusätzliche Schwerpunkte setzen kann.

Wie lange sollte man in Aktien investieren?

Neben der Diversifikation ist der Anlagehorizont das zweite wichtige Kriterium bei der Vermögensbildung mit Aktien. Wer Vermögen mit Aktien bilden möchte, sollte nur Geld investieren, auf das man in den nächsten 10 bis 15 Jahre verzichten kann. Wer die Regeln der Diversifikation beachtet hat, konnte in der Vergangenheit stets einen Gewinn verbuchen, wenn man bereit war, das investierte Geld für mindestens 15 Jahre nicht aus dem Depot abzuziehen. Dieser Zeitraum war in der Vergangenheit ausreichend, um schwierige Börsenphasen und sogar ausgewachsene Börsencrashs auszusitzen und die Erholung der Märkte abzuwarten.

Je länger der Anlagehorizont ist, desto besser wird sich das Depot entwickeln. Mit der Zeit kommt nämlich eine mächtige Kraft zum Tragen, der sogenannte Zinseszinseffekt. Dieser besagt, dass das Kapital, das durch Geldanlagen erwirtschaftet wird, wiederum neue Erträge erwirtschaftet. Je länger das investierte Kapital also liegen bleibt, desto mehr generieren die bereits erzielten Erträge wiederum selbst Erträge. Die Gewinne wachsen mit der Zeit also nicht linear, sondern exponentiell an.

Aktienhandel: Wo kann man ein Aktiendepot eröffnen?

Um Aktien kaufen und verkaufen zu können, benötigt man ein Wertpapierdepot. Dieses wird man in der Regel nicht in einer Filialbank eröffnen, da die Kosten für die Depotführung und den Handel deutlich größer ausfallen, als bei Direktbanken und Online- bzw. Neobrokern. Sofern man keinen Wert auf persönlichen Service und Beratung legt, werden sich die meisten Privatanleger also eher gegen eine Depoteröffnung bei einer Filialbank entscheiden.

Das Angebot an Direktbanken und Brokern, bei denen Wertpapierdepots eröffnet werden können, ist mittlerweile so groß, dass es schwerfällt, den Überblick zu bewahren. Direktbanken und Online-Broker haben häufig unterschiedliche Gebührenmodelle. Je nachdem, wie häufig man handeln möchte und ob man eher größere oder kleinere Beträge investieren will, wird die Entscheidung über den geeigneten Broker unterschiedlich ausfallen.

Depots bei Direktbanken kosten in der Regel zwar etwas mehr, bieten jedoch häufig zusätzliche Möglichkeiten an, wie Girokonten, Tages- und Festgeldkonten oder Kinderdepots. Beliebte Direktbanken sind etwa ING, Comdirect und Consorsbank.

Online-Broker und Neobroker bieten diese zusätzlichen Leistungen meistens nicht an, sind dafür jedoch etwas günstiger. Sie verlangen in der Regel geringere oder gar keine Ordergebühren und bieten häufig auch Flatrate-Gebührenmodelle an. Beliebte und gängige Online-Broker und Neobroker sind etwa Trade Republic, Scalable Capital, Onvista, Flatex, Justtrade und Etoro.

Ein paar Anhaltspunkte, die bei der Entscheidung über den richtigen Broker helfen, haben wir in einem eigenen Artikel zusammengestellt.

Wo kann man Aktien kaufen?

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, um Aktien, ETFs und andere Wertpapiere zu handeln – an der Börse oder über den Direkthandel. Der wesentliche Unterschied ist, dass die Börse ein Handelsplatz ist, bei dem Käufer und Verkäufer aufeinandertreffen und den Preis für ein Wertpapier aushandeln. Ein Direkthändler hält hingegen Aktien und Fondsanteile auf Vorrat und ruft feste Preise aus, wobei der Direkthändler selbst als Käufer und Verkäufer auftritt. Einige der gängigsten Direkthändler sind etwa Lang & Schwarz, Tradegate, die Baader Bank, Tradecenter oder Societe Generale.

Mit beiden Handelsmöglichkeiten, also mit dem Direkthandel und dem Börsenhandel, gehen verschiedene Vor- und Nachteile einher. So ist der Direkthandel oft günstiger, da keine Börsengebühren bezahlt werden müssen. Außerdem sind die Handelszeiten länger, da man auch spätabends noch handeln kann, wenn die Börsen bereits geschlossen haben (auch wenn dies aus Kostengründen nicht unbedingt empfehlenswert ist). Zudem sind die Kurse immer aktuell und es müssen in der Regel keine Limits gesetzt werden, wie beim Börsenhandel.

Die Vorteile des Börsenhandels sind hingegen, dass die Preise transparenter sind, da sie sich direkt aus Angebot und Nachfrage ergeben. Beim Direkthandel werden die Preise von den Banken und Handelshäusern in der Regel selbst festgelegt. Der Handel an der Börse ist zudem staatlich reguliert und unterliegt der strengen Aufsicht der zuständigen Finanzministerien.

Wie kann man Aktien kaufen?

Ob man nun Aktien über einen Börsenhandelsplatz wie XETRA oder Gettex kauft, oder über einen Direkthändler bezieht, die Abläufe sind üblicherweise ähnlich, wenngleich sie beim Direkthandel etwas einfacher sind.

1. Aktie oder ETF suchen

Zunächst muss das gewünschte Wertpapier über die Suchmaske gefunden werden. Dazu gibt man entweder die Internationale Identifikationsnummer (ISIN) oder die Wertpapierkennnummer (WKN) des Wertpapiers ein.

2. Informationen in die Ordermaske eingeben

In der Ordermaske entscheidet sich, ob man das gewünschte Wertpapier über einen Börsenplatz oder über einen Direkthändler beziehen möchte.

Der Direkthandel wird oft auch als „OTC-Handel“ angeführt, wobei OTC für „over the counter“ steht. Beim Direkthandel sollte man stets den Direkthändler mit dem niedrigsten Preis wählen, wobei sich die Preise meist nur marginal im Nachkommabereich unterscheiden. Beim Kauf ist der Briefkurs entscheidend, beim Verkauf der Geldkurs.

Wird über einen Börsenplatz gekauft, so sind bestimmte Orderzusätze sinnvoll. Man sollte beim Kauf immer ein bestimmtes Limit setzen, also einen Höchstkurs, zu dem man bereit ist, eine Aktie zu kaufen. Auch beim Verkauf ist das Setzen von Limits sinnvoll. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann auch beim Direkthandel Limits setzen.

Neben Einmalkäufen, können Aktien und ETFs auch über Sparpläne erworben werden. Diese Möglichkeit bietet sich vor allem für jene Investoren an, die über keine großen Geldbeträge verfügen, die sie einmalig oder in Tranchen investieren wollen, stattdessen aber regelmäßig mit fixen Beträgen Aktien-Bruchstücke und ETF-Anteile erwerben möchten. Ein Vorteil von Sparplänen ist der Cost-Average-Effekt. Das heißt, man kauft immer zum aktuellen Marktpreis, der naturgemäß einmal höher und einmal niedriger stehen kann. Somit wird die Gefahr vermieden, größere Geldbeträge an einem Kurshoch zu investieren und bei einem Kursrutsch oder einem Börsencrash in weiterer Folge große Buchverluste zu erleiden.

Wann sollte man Aktien kaufen?

Bezogen auf Wochentag und Tageszeit, an denen man Aktien oder ETFs am besten kaufen sollte, lässt sich sagen, dass man möglichst nur innerhalb der regulären Börsenöffnungszeiten handeln sollte. Auch wenn man beim Direkthandel zeitlich nicht gebunden ist, sollte man sich beim Handel auch hier an die XETRA-Öffnungszeiten orientieren. Diese sind an regulären Handelstagen von 9:00 bis 17:30 Uhr. Innerhalb dieser Zeit dürfen die Preise beim Direkthändler nicht schlechter sein als an der Börse, außerhalb dieser Zeiten hingegen schon.

Geht es allerdings darum, zu welchem Zeitpunkt man auf lange Sicht gesehen Aktien kaufen sollte, so ist und bleibt der Anlagehorizont das entscheidende Kriterium. Aktienkurse sind sehr schwankungsanfällig, was letztlich einer der Hauptgründe ist, warum das Investieren in Aktien als riskant gilt. Daher ist der eingangs erwähnte Anlagehorizont umso wichtiger zu beachten, da die kurz- und mittelfristigen Schwankungen auf lange Sicht bedeutungslos werden.

Aktien entfalten ihr enormes Renditepotential möglicherweise erst nach vielen Jahren, unter Umständen sogar erst nach Jahrzehnten. Wer also bereit ist, seine Aktien über den weiter oben erwähnten Zeitraum von mindestens 10 bis 15 Jahre zu halten, muss sich über den Einstiegszeitpunkt also wenig Gedanken machen und kann zu jeder Zeit investieren, unabhängig davon, wo die aktuellen Aktienkurse gerade stehen.

Damit das langfristige Halten von Wertpapieren gelingen kann, sollten vorab bereits entsprechende Rücklagen gebildet und ein großzügig bemessener Notgroschen angespart werden, damit man niemals in die Bredouille kommt, zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt Aktien verkaufen zu müssen, wenn man in eine finanzielle Notlage gerät. Dies sollte unter allen Umständen vermieden werden.

Einige Tipps und Anhaltspunkte, die beim Finden von guten Einstiegszeitpunkten bedacht werden sollten, haben wir in unserem Ratgeber Aktienkauf: So findet man den idealen Zeitpunkt zusammengefasst.

Welche Aktien & ETFs sollte man kaufen?

Nun bleibt noch die Frage zu klären, welche Aktien und ETFs man am besten kaufen sollte. Diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten und kann individuell sehr unterschiedlich ausfallen. Wenn man jedoch das weiter oben erwähnten Prinzip der Diversifikation umsetzen und zudem die laufenden Kosten möglichst niedrig halten möchte, so führt vor allem für Einsteiger kaum ein Weg an ETFs vorbei. Dabei können insbesondere sehr marktbreite ETFs Klumpenrisiken eliminieren. Einzelne Themen-ETFs, Branchen-ETFs oder Länder-ETFs erfüllen diesen Zweck für sich genommen hingegen nicht und sollten eher nur als Beimischung dienen.

Für eine breite, weltweite Streuung im Depot gibt es All-in-One-Lösungen, für etwas differenziertere Lösungen eignen sich hingegen Portfolios, die sich aus Industrieländer- und Schwellenländer-Indizes zusammensetzen.

Abbildung des weltweiten Aktienmarkts mit nur einem ETF

All-in-One-Lösungen bieten beispielsweise ETFs auf den MSCI All Country World Index sowie auf den FTSE All Word Index. Beide Indizes umfassen sowohl Industrie- als auch Schwellenländer und bilden beinahe den gesamten weltweiten Aktienmarkt gemäß der Marktkapitalisierung ab.

Durch die Gewichtung nach Marktkapitalisierung sind in diesen beiden Indizes Schwellenländer jedoch nur im Ausmaß von etwa 10 % enthalten, während ca. 90 % der enthaltenen Unternehmen in Industrieländern ansässig sind. Wem der Anteil an Schwellenländern zu niedrig ist, kann das ETF-Portfolio noch weiter differenzieren.

Abbildung des weltweiten Aktienmarkts mit zwei ETFs

Möchte man das Verhältnis von Industrie- und Schwellenländern nicht nach Marktkapitalisierung, sondern nach eigenen Vorstellungen gewichten, gibt es die Möglichkeit, in jeweils einen ETF zu investieren, der die Industrieländer abbildet, und in einen ETF, der die Schwellenländer abbildet.

Für den Industrieländeranteil bietet sich zum Beispiel der MSCI World Index an, für den Schwellenländeranteil der MSCI Emerging Markets Index. Mit zwei ETFs kann der Anteil an Schwellenländern im Portfolio nach den eigenen Vorlieben und gemäß der persönlichen Risikobereitschaft erhöht werden. Die Aktienmärkte in den Schwellenländern gelten nämlich grundsätzlich als riskanter und volatiler, als die Aktienmärkte in den Industrieländern. Eine sehr gängige und beliebte Aufteilung ist etwa das 70/30-Portfolio, das sich aus 70 % Industrieländer- und 30 % Schwellenländer-Anteil zusammensetzt.