DAX 40 (WKN 846900 | ISIN DE0008469008)

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Dax 40 aktuell I Liste I Index I Kurs I Zusammensetzung (WKN 846900)DAX 40: So läuft es für den Index seit 2000

Dotcom-Blase, globale Finanzkrise, Corona-Pandemie: Trotz zahlreicher Rückschläge hat sich der Deutsche Aktienindex DAX 40 seit der Jahrtausendwende extrem positiv entwickelt. Anleger, die seit 20 Jahren dabei sind, konnten ihren Einsatz beinahe verdoppeln.

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Inhaltsverzeichnis

Dax gerät wegen Virusvariante Omikron unter Druck

Dieser Black Friday hat das Potenzial, als Schwarzer Freitag auch in die Börsengeschichte einzugehen: Die Pandemie ist zurück am Parkett, die Partystimmung der vergangenen Wochen ist vorbei und die Rekordrally bis auf weiteres gebrochen.

Dax schließt weit entfernt vom jüngsten Allzeithoch

Mit nur noch etwas mehr als 15.250 Punkten ging der Dax am Freitag ins Wochenende. Damit türmen sich die Kursverluste auf Wochensicht auf über 4 Prozent auf, was angesichts der aktuellen Notierung drastischer ist, als es auf den ersten Blick klingen mag. Tatsächlich hat sich der Leitindex von seinem erst vor kurzem erreichten neuen Allzeithoch inzwischen um mehr als 1.000 Punkte entfernt – und zwar abwärts.

Grund dafür ist vor allem eine neue Virusvariante, die Ende vergangener Woche aus Südafrika gemeldet wurde und von der Weltgesundheitsorganisation schnell als „besorgniserregend“ eingestuft wurde. Die inzwischen mit dem Namen Omikron versehene Variante weist eine Vielzahl an Mutationen auf. Das ist zwar erst einmal nicht ungewöhnlich, da Viren ständig mutieren und sich weiterentwickeln, doch in diesem Fall scheint mit der Veränderung einiger Merkmale ein massiv erhöhtes Ansteckungsrisiko einherzugehen. Darauf deuten zumindest erste Daten hin, Wissenschaftler betonen jedoch, dass die Erforschung von Omikron noch ganz am Anfang steht.

Schockwelle am Parkett – Reiseaktien fliegen massenhaft aus den Depots

Für eine Schockwelle an den Börsen reicht die schiere Bedrohung aber schon jetzt aus. Zahlreiche Staaten haben angekündigt, den Reiseverkehr von und nach Südafrika und angrenzende Gebiete wieder stark einzuschränken. Nachdem allerdings auch etliche Fälle in Europa bereits dokumentiert wurden, etwa in Großbritannien, den Niederlanden und auch in Deutschland, ist eine Ausbreitung auf dem Kontinent wohl kaum noch aufzuhalten – zumal die Infektionen zum Teil erst Tage nach der Einreise entdeckt wurden und vorher wohl bereits zahlreiche Kontakte stattgefunden haben dürften.

Für die Reisebranche, die sich gerade erst wieder auf dem aufsteigenden Ast befand, bedeutet das einen neuen Tiefschlag. So hatte sich beispielsweise die Lufthansa gerade erst mühsam soweit hochgekämpft, dass die staatlich gewährten Hilfszahlungen in Milliardenhöhe weitgehend zurückgezahlt werden konnten und man rund 80 Prozent der Vorkrisenverbindungen wieder ins Programm aufnehmen konnte. Eine neue Virusvariante, einhergehend mit neuen Reisebeschränkungen, könnte die Erholung bereits wieder im Keim ersticken.

Aktien von Lufthansa, Tui, Airbus und MTU im Sturzflug

Kein Wunder also, dass die Lufthansa Aktien bei Anlegern ganz oben auf den Verkaufszetteln gelandet sind: Papiere der Kranichairline brachen zuletzt um rund 10 Prozent ein, auch Aktien des Reiseveranstalters Tui gerieten unter Druck und gaben in der vergangenen Woche um rund 6 Prozent nach. Beide Kurse verzeichneten die stärksten Einbrüche am Freitag, genau wie auch der Leitindex Dax insgesamt.

Mit Airbus und MTU standen auch hier zwei Unternehmen aus der Luftfahrtbranche ganz am unteren Ende der Dax-40, ihre Aktien verloren jeweils mehr als 11 Prozentpunkte. Umgekehrt ging es aufwärts für die altbekannten Profiteure der Pandemie wie etwa Onlinehändler, Lieferdienste, Laborausstatter, Gesundheitstitel oder auch die Aktie des Impfstoffherstellers Biontech. Das Mainzer Unternehmen prüft derzeit eine Anpassung seines Vakzins auf die neue Virusvariante, im Falle einer Optimierung würden neue Dosen binnen 100 Tagen zur Verfügung stehen, kündigte Biontech an. Aktionäre belohnten dies mit einem Kursaufschlag von mehr als 20 Prozent auf Wochensicht.

Pandemie-Profiteure können kräftig zulegen

Im Dax eroberte der Modeversandhändler Zalando die Tagesspitze am Freitag mit einem Plus von mehr als 5 Prozent, gefolgt von HelloFresh, der Kochboxen versendet. Beide Unternehmen hatten bereits in der Vergangenheit stark vom Pandemiegeschehen profitiert, nun lockt womöglich ein neuer Lockdown.

Schon jetzt sind geimpfte wie ungeimpfte Bundesbürger dazu aufgerufen, ihre privaten Kontakte einzuschränken. Großveranstaltungen müssen ihre Auslastungskapazitäten kappen, in Betrieben gilt wieder eine Pflicht zur Arbeit im Homeoffice. Gut möglich, dass sich ein Großteil der Wintermonate wieder in den eigenen vier Wänden abspielt, mit entsprechenden Auswirkungen für die Unternehmen und Branchen, die entweder darauf ausgerichtet sind, das Leben zuhause angenehmer zu gestalten – oder die darauf angewiesen sind, dass die Menschen ihr Haus verlassen.

Für Anleger jedenfalls rückt die Pandemie seit dem Black Friday wieder verstärkt in den Vordergrund, mit einer Rückkehr zur allgemeinen Rekordrally an den Handelsplätzen rund um den Globus ist kurzfristig eher nicht zu rechnen.

 

Autor: David Gerginov (29.11.2021)

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Zeitpunkt03.12.2021 10:19
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DAX: So läuft es für den Index seit 2000

Im DAX sind bisher die dreißig wichtigsten und börsenumsatzstärksten deutschen Aktiengesellschaften enthalten, die in Deutschland gehandelt werden. Ab 20.09.2021 wird der Index auf 40 Werte aufgestockt. Damit wird der Index so stark wie noch nie zuvor verändert.

Der DAX ist für Deutschland das mit Abstand bedeutendste Aktienbörsenbarometer. Dies gilt auch in Europa, wo der DAX ebenfalls neben dem EURO STOXX 50 als der maßgeblich bestimmende Index angesehen wird.

Der DAX Kurs seit dem Jahr 1980

Zunächst ein kurzer Rückblick auf die Zeit vor der Jahrtausendwende, damit Sie die Bewegungen seit dem Jahr 2000 besser einschätzen können.

Der DAX (Deutscher Aktien Index) wurde am 01.07.1988 eingeführt, er umfasste seitdem die 30 wichtigsten deutschen Aktiengesellschaften. Eine Besonderheit ist, dass er in der üblichen Darstellung als sogenannter Performanceindex konstruiert wurde. Das bedeutet, Dividenden (die bei Ausschüttung zu Kursverlusten führen; Stichwort: Dividendenabschlag) werden bei der Berechnung in diesem Index rechnerisch wieder reinvestiert. Diese Systematik unterscheidet den DAX von anderen Indices (reine Kursindices), beispielsweise dem EURO STOXX 50 Aktienindex.

In den letzten fünf Jahren des vergangenen Jahrtausends konnte der DAX eine beeindruckende Hausse starten, sein Wert vervierfachte sich von rund 2.000 auf 8.000 Punkte in dieser Zeit.

Die ersten drei Jahre dieses Jahrtausends führten allerdings zu einem starken Kursverfall des DAX, seit Anfang 2003 ging es mit einem längeren (Beginn 2008) und einem kürzen (Mitte 2011) Einschnitt aber wieder deutlich nach oben. Von Anfang 2003 bis Anfang 2015 hat sich der DAX in der Spitze rund verfünffacht (rund 2.400 bis 12.400). Anschließend folgte eine Konsolidierung bis ca. 9.000 Punkte Anfang 2016. Seit Ende 2016 ist der Markt zu einem neuen Höhenflug gestartet und hat mehrfach neue Höchststände erreicht, nach einem Zwischentief Ende 2018 ging es aber wieder nach oben, bis die Corona-Pandemie für einen deutlichen und raschen Absturz sorgte (grüner Kreis). Inzwischen erholt sich der Markt aber wieder deutlich.

 

Quelle: Gevestor; Stand: 30.09.2021

Nach Einführung des Dax im Jahr 1988 wurden die Werte entsprechend bis 1980 zurückgerechnet.

Bemerkenswert sind die immer stärkeren absoluten Schwankungen des Kursbarometers. Waren diese in den 80er Jahren noch recht verhalten, so nahmen diese gegen Ende der 90er Jahre immer weiter zu. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: stärke globale Vernetzung der Wirtschaft, schnellere und umfassendere Weitergabe von Nachrichten, Digitalisierung und nicht zuletzt immer mehr Handel über elektronische Handelsplattformen. Damit haben auch die Schwankungen innerhalb eines Tages deutlich zugenommen.

Der DAX im Vergleich mit dem Dow Jones

Was der DAX für die Aktienmärkte in Deutschland und Europa darstellt, ist für die USA der Dow Jones. Mehr noch, dieser ist weltweit das am meisten beachtete Börsenbarometer.

Quelle: Gevestor, eigene Berechnungen; Stand: 30.09.2021

Erläuterung: zum 01.01.2010 wurde der jeweilige Stand auf 100 “indexiert” und damit gleichgesetzt. So können Sie die relativen Kursverläufe von DAX und Dow Jones direkt miteinander graphisch vergleichen.

Insgesamt ist der Kursverlauf der beiden Indices häufig sehr gleichförmig. Traditionell laufen beide Märkte weitgehend im Gleichschritt.  Beim Ausbruch der Finanzkriese Mitte 2011 verlor der Dax kurzzeitig überproportional, holte den Rückstand später aber wieder auf.

Von Ende 2014 bis zum Frühjahr 2015 (siehe grüne Pfeile) entwickelte sich der DAX im Zuge der extrem lockeren Geldpolitik der EZB dagegen deutlich besser als sein amerikanisches Pendant. Es lässt sich feststellen, dass die Korrelation zwischen beiden Indices sehr hoch ist, sich kurzfristige Unterschiede im Laufe der Zeit aber mehr oder weniger schnell wieder ausgleichen.

Seit Ende 2017 hat sich der Dow Jones allerdings deutlich vom Dax abgesetzt (siehe grüner Kreis) und baut diesen Abstand Schritt für Schritt weiter aus. Rückblickend kann man festhalten, dass die extrem wirtschaftsfreundliche Wirtschaftspolitik der Regierung unter Präsident Trump in den USA einen großen Anteil an dieser Entwicklung hatte. Die positive Entwicklung auf beiden Märkten wurde allerdings kurzzeitig durch die Corona Krise pulverisiert und die Märkte zunächst auf das Niveau des Jahres 2016 zurückgeworfen. Allerdings läuft seitdem eine bemerkenswerte Erholung, die die Kurse sogar inzwischen sogar deutlich über die alten Höchststände überschießen lässt.

Beachtenswert ist, dass sich auf Grund der erfolgreichen Impfungen nun fundierte Hoffnungen auf ein Abflauen der Corona-Ansteckungen manifestieren. Die Welt(-Wirtschaft) erholt sich deutlich, das zeigen die anziehenden Rohstoffpreise. Noch hängen die Aktienmärkte allerdings auch am Tropf gigantischer staatlicher und geldpolitischer Hilfsmaßnahmen.

Die Aktien im DAX

In der folgenden Übersicht sehen Sie alle zurzeit im DAX 40 gelistete Aktien.

Hierbei gibt es große Unterschiede zu beachten. Kursbewegungen von Linde (mit rund 10 % die höchste Gewichtung) beeinflussen den DAX Index über 10-Mal so stark wie Kursveränderungen der nur mit unter 1 % gewichteten Gesellschaften. Bemerkenswert ist, dass die dominierenden 8 Aktiengesellschaften im DAX (Airbus, Allianz, BASF, Daimler, Linde, SAP, Telekom und Siemens) rund die Hälfte des gesamten Indexvolumens ausmachen.

Die Gewichtung der DAX Aktien hängt insbesondere mit deren Handelsvolumina, Kursen und der Zahl der sich im Umlauf befindlichen Aktien zusammen, die sich nicht in festen Händen von Investoren befinden.

Die DAX 40-Liste 2021

Aktie ISIN Prozentuale Veränderung zu Vortag Preis/Aktie Veränderung in Euro zu Vortag
adidas

DE000A1EWWW0

-0,41% 255,80 € -1,05 €
Airbus

NL0000235190

0,63% 102,08 € 0,64 €
Allianz

DE0008404005

0,96% 200,40 € 1,92 €
BASF

DE000BASF111

-1,07% 58,96 € -0,63 €
Bayer

DE000BAY0017

-1,16% 44,78 € -0,52 €
BMW

DE0005190003

-0,24% 88,78 € -0,21 €
Brenntag

DE000A1DAHH0

0,24% 75,96 € 0,18 €
Continental

DE0005439004

-1,05% 95,17 € -1,00 €
Covestro

DE0006062144

-1,57% 51,00 € -0,80 €
Daimler

DE0007100000

-0,43% 86,20 € -0,37 €
Delivery Hero

DE000A2E4K43

-3,53% 104,50 € -3,70 €
Deutsche Bank

DE0005140008

-1,03% 10,86 € -0,11 €
Deutsche Börse

DE0005810055

0,25% 138,75 € 0,35 €
Deutsche Post

DE0005552004

-0,21% 52,01 € -0,11 €
Deutsche Telekom

DE0005557508

-0,42% 15,59 € -0,07 €
Deutsche Wohnen

DE000A0HN5C6

1,43% 39,91 € 0,57 €
E.ON

DE000ENAG999

-1,65% 10,68 € -0,18 €
Fresenius

DE0005785604

-0,52% 33,80 € -0,18 €
Fresenius Medical Care

DE0005785802

0,67% 54,14 € 0,36 €
HeidelbergCement

DE0006047004

0,03% 60,72 € 0,02 €
HelloFresh

DE000A161408

-1,00% 84,40 € -0,84 €
Henkel

DE0006048432

-0,40% 70,78 € -0,28 €
Infineon

DE0006231004

-0,42% 40,43 € -0,17 €
Linde

IE00BZ12WP82

0,05% 286,85 € 0,15 €
Merck

DE0006599905

-0,33% 212,00 € -0,70 €
MTU Aero Engines

DE000A0D9PT0

-0,66% 167,30 € -1,10 €
MunichRE

DE0008430026

0,16% 246,30 € 0,40 €
Porsche

DE000PAH0038

-1,04% 74,74 € -0,78 €
Puma

DE0006969603

-0,09% 105,85 € -0,10 €
Qiagen

NL0012169213

0,33% 48,23 € 0,16 €
RWE

DE0007037129

0,26% 34,43 € 0,09 €
SAP

DE0007164600

-0,19% 115,10 € -0,22 €
Sartorius

DE0007165631

0,69% 577,40 € 4,00 €
Siemens

DE0007236101

0,64% 149,32 € 0,96 €
Siemens Energy

DE000ENER6Y0

-0,09% 23,32 € -0,02 €
Siemens Healthineers

DE000SHL1006

0,43% 64,58 € 0,28 €
Symrise

DE000SYM9999

-0,32% 124,70 € -0,40 €
Volkswagen

DE0007664039

-0,78% 166,68 € -1,30 €
Vonovia

DE000A1ML7J1

1,29% 50,36 € 0,65 €
Zalando

DE000ZAL1111

-0,29% 75,68 € -0,22 €

Anmerkung: die Gewichtung wird von der Deutsche Börse AG regelmäßig angepasst. Sollte eine Aktie an Bedeutung verlieren (insbesondere wegen eines Rückgangs des Handelsvolumens an der Börse), so kann und wird diese durch eine andere Aktie ersetzt. Maßgeblich ist dabei nicht der Börsenwert eines Unternehmens, sondern alleine das Volumen der Aktien, die frei handelbar sind und tatsächlich auch gehandelt werden.

Dabei sind die Aktien mit der geringsten Gewichtung stets gefährdet, aus dem DAX ausscheiden zu müssen.

Mit Wirkung vom 20.September 2021 wurde die größte Anpassung in der Geschichte des Dax vorgenommen. Auf einen Schlag wurden 10 neue Mitglieder in den Index zusätzlich aufgenommen. Aus Dax 30 wurde Dax 40.

Indexentwicklung des DAX 40 seit 2016

Nach einer kurzen aber heftigen Jahresendrally ab Mitte Dezember 2015 mit einem Kursanstieg von rund 750 Punkten oder rund 7,5% in nur ca. 2 Wochen war zum Jahresbeginn 2016 schlagartig Ernüchterung eingetreten. Zu Beginn des Jahres 2016 hat sich der DAX lange Zeit seitwärts zwischen 9.500 und 10.500 bewegt.  Kritisch war in diesem Kontext das Tief am 11.02.16., als der Dax deutlich unter 9.000 Punkte sackte. Es drohte ein dauerhafter Rückfall in den mittelfristigen Abwärtstrend.

Der Ölpreis (als anerkannter Indikator für die Entwicklung der Weltwirtschaft) hatte sich zu diesem Zeitpunkt stabilisiert. Gleichzeitig gab und gibt es nach wie vor verschiedene Konfliktbereiche in den Randbereichen Europas, die nur auf langfristige Sicht gelöst werden können (Syrien, Türkei, Krim, Flüchtlinge aus Afrika, um nur die Wichtigsten zu nennen). Insgesamt verlief das Jahr 2016 wenig spektakulär und bis Ende November entwickelte sich der Markt nur seitwärts. Die Jahresendrally 2016 im DAX führte aber im Dezember zu einem Anstieg von rund 1.000 Indexpunkten oder knapp 10% innerhalb von nur 14 Tagen. Mit anderen Worten: Der gesamte Jahresgewinn für 2016 wurde in nur 2 Wochen erzielt.

Diese Bewegung war der Startschuss für eine Rally, die den DAX bis zum Sommer 2017 auf knapp 13.000 Punkte trug. Dazu trug nicht zuletzt das Ergebnis der französischen Präsidentschaftswahlen bei. Zu Beginn 2018 konnte der DAX zunächst bis auf einen weiteren neuen Rekordstand von 13.597 Punkten zulegen (linker grüner Kreis), um aber anschließend wieder zurückzufallen.

Anfang Februar 2018 geriet der DAX allerdings erheblich unter Druck und verlor in der Spitze zunächst rund 1.500 Punkte bis auf rund 12.000. Nach über einem Jahr fiel der DAX aus dem Seitwärtskanal zwischen 12.000 und 13.000 Indexpunkten nach unten heraus. Obwohl der Hauptbelastungsfaktor Zölle und damit verbunden mögliche weltweite Konjunkturrückgänge immer noch über den Märkten schwebte, konnte sich der Dax nach einem halben Jahr wieder in die alte Seitwärtsrange zurückarbeiten.

Ende Juli 2019 gewannen wiederrum negative Nachrichten kurzfristig die Oberhand, der Kursverlust von über 1.000 Punkten konnte aber rasch wieder aufgeholt werden. Das Jahresende 2019 verlief sehr positiv. Die guten Aussichten wurden allerdings durch das zu einer weltweiten Gefahr gewordenen Corona Virus mit aller Macht zerstört und führten zu einem kurzen aber heftigen Kurszusammenbruch. Die Folgen werden die Weltwirtschaft für längere Zeit erheblich beeinträchtigen und haben zu empfindlichen Wachstumseinbußen geführt.

Die umfangreiche internationale Zusammenarbeit macht dabei grundsätzlich Hoffnung, die Krise gemeinsam zu bewältigen. Bemerkenswert ist, dass sich der Markt überraschend rasch wieder stabilisieren konnte. Dazu haben entscheidend die Maßnahmen der Notenbanken und der Regierungen beitragen, die mit historisch beispiellosen Unterstützungsprogrammen einen Zusammenbruch der Wirtschaft verhindern wollen. Zusätzlich spielen Impfungen, die seit Dezember 2020 anlaufen, eine wichtige Rolle.

Wichtig bleibt festzuhalten: die aktuell sehr positive Kursentwicklung basiert auf der Erwartung, dass die Krise relativ zeitnah gelöst werden kann, und die Wirtschaft wieder auf den Wachstumspfad der Vergangenheit einschwenken kann. Sollten sich diese Hoffnungen deutliche Rückschläge erleiden, ist mit deutlichen Kursverlusten zu rechnen.

Im Sommer 2020 konnte der Dax den Seitwärtsbereich lange Zeit nicht nachhaltig verlassen. Durch die neue aufflammende Corona-Krise auch in Deutschland verstärkte sich zunächst der Druck auf den Dax. Dies führte zunächst zu einem Rutsch unter die untere Begrenzung, gute Nachrichten zur Verfügbarkeit von Impfstoffen ließen das Pendel allerdings gegen Ende des letzten Jahres wieder in die andere Richtung ausschlagen.

Der Dax pendelte zunächst seit Jahresbeginn 2021 um die 14.000 Punkte. Am 08.03.21 erhielt der Markt einen neuen Schub, sprang um über 400 Punkte nach oben und lies dabei die Marke von 14.000 nachhaltig hinter sich. Immer wieder folgten weitere neue Höchststände, der bisher letzte am 13.08.21 mit rund 16.030 Punkten (siehe rechter grüner Kreis). Damit hat der DAX nach seinem Absturz beim ersten Auftreten von Covid19 in fast 15 Monaten über 80 % zugelegt. Zusätzliche konnte er alleine im Jahr 2021 drei neue „1.000er“ Marken überwinden. Noch scheint der Markt Kraft für weitere Rekordmarken zu besitzen, die Luft wird aber langsam dünner. Zuletzt musste der DAX nach erstmaligem kurzem Überschreiten der Marke von 16.000 Punkten Federn lassen und einen kleinen Rückschlag verkraften.

Quelle: Gevestor; Stand: 30.09.2021

 Die Entwicklung des DAX erfolgt grundsätzlich auch im Fahrwasser der amerikanischen Aktienmärkte.

Der Start in das Jahr 2020 war zunächst durch den Konflikt USA/Iran dominiert, der inzwischen allerdings komplett aus dem Focus der Börsianer verschwunden scheint. Dagegen belastet die Verbreitung von Covid 19 aktuell die Wirtschaft auch nach mehr als einem Jahr immer noch enorm. Es scheint kein anderes Thema mehr zu geben. Die weitere Entwicklung hängt dabei entscheidend von der Frage ab, wie schnell die Wirtschaft weltweit die Belastungen durch die Pandemie abschütteln kann. Die aktuelle Entwicklung hat bereits teilweise die erlittenen Kursverluste egalisiert, die der Markt in der Spitze seit ca. Mitte Februar letzten Jahres hinnehmen musste. Ein Grund für die Erholung sind die in den USA und weltweit in unglaublichen Umfang durchgeführten staatlichen Stützungs- und Hilfsmaßnahmen. Die neuen Ansteckungsrekorde wurden durch die Meldungen über einen Durchbruch bei der Entwicklung von Impfstoffen praktisch egalisiert, die Märkte honorierten entsprechende Nachrichten mit Kurssprüngen von teilweise über 5 %. Mit zunehmender Impfquote, so die Erwartung der Marktteilnehmer, wird sich das (wirtschaftliche) Leben weltweit im Jahresverlauf normalisieren.

Hier ein Vergleich von DAX und Dow Jones seit Jahresbeginn 2021:

Stand: 30.09.2021

Erläuterung: zum 01.01.2021 wurde der jeweilige Stand auf 100 “indexiert” und damit gleichgesetzt. So können Sie die relativen Kursverläufe von DAX und Dow Jones direkt miteinander graphisch vergleichen. Ein aktueller Stand von rund 112 für den Dax bedeutet dabei ein Plus von 12 % im Vergleich zum Jahresbeginn.

Kurzfristiger Ausblick für den DAX 40

Neben aktuellen Unternehmensnachrichten wird der DAX Index täglich auch durch die Veröffentlichungen von volkswirtschaftlichen Daten sowie geldpolitischen Entscheidungen der wichtigsten Zentralbanken maßgeblich beeinflusst. Wenn Sie in Aktien investieren sollten Sie diese Termine immer im Auge behalten.

Oft gehen diese Bekanntgaben mit markanten Kursveränderungen einher. Insbesondere dann, wenn die tatsächlichen Daten von den Erwartungen stark abweichen.

Der Datenkalender für die (kommende) 40. Kalenderwoche des Jahres zeigt  folgende wichtige Daten. Beachtenswert sind in den USA die Auftragseingänge, der Einkaufsmanagerindex für Dienstleistungen, die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung sowie der Arbeitsmarktbericht am Freitag. In China ist der Caixin Einkaufsmanagerindex für Dienstleistungen bedeutungsvoll. In Deutschland sind die Auftragseingänge und die Industrieproduktion einen Blick wert.

DatumZeit EreignisLandVorwertErwartung
04.10.202116:00AuftragseingängeUSA0,40%1,00%
05.10.202116:00Einkaufsmanagerindex DienstleistungenUSA61,760,2
06.10.202108:00AuftragseingängeD3,40%-2,30%
06.10.202114:15BeschäftigungsänderungUSA0,374 Mio.0,463 Mio.
07.10.202108:00IndustrieproduktionD1,00%0,50%
07.10.202114:30Erstanträge ArbeitslosenunterstützungUSA0,36 Mio.0,38 Mio.
08.10.202103:45Caixin Einkaufsmanagerindex DienstleistungenCHN46,749,2
09.10.202114:30Beschäftigte Ausserhalb der LandwirtschaftUSA0,2 Mio.0,5 Mio.
09.10.202114:30StundenlöhneUSA0,60%0,40%

Stand: 30.09.2021

Die Pandemie tritt langsam aus dem direkten Sichtfeld der Märkte. Sollte es keine neuen Eskalationen geben kann man davon ausgehen, dass die Börsen dieses Thema weitgehend abgehakt haben.

Dafür rückt mit Ansage das Thema Inflation immer mehr in den Focus..

Politisch motivierte Einflussfaktoren

Im Handelsstreit zwischen den USA und China ist eine finale Lösung immer noch nicht in Sicht. Bisher sind keine konkreten Anzeichen zu finden, die auf einen dauerhaften Konsens hindeuten. Hoffnung besteht auf der neuen amerikanischen Regierung, die neue Möglichkeiten eröffnen könnte. Auf der anderen Seite kühlt sich das Verhältnis zu Russland immer weiter ab, dies gilt grundsätzlich für alle westlichen Staaten. Hier birgt sich eine mögliche Belastung für die Aktienmärkte.

In Großbritannien erfolgte formal der Austritt aus der EU am 31.01.20. In allerletzter Minute konnte eine entsprechende vertragliche Vereinbarung geschlossen und damit ein „harter Brexit“ vermieden werden. Die (auch negativen) Folgen für beide Wirtschaftsräume werden nun Schritt für Schritt sichtbar.

Wichtig für die weitere Kursentwicklung des DAX ist auch ein Blick auf die Zinsmärkte und die Zinspolitik der Zentralbanken.

Zinsmärkte

Weltweit, insbesondere aber in Europa und Deutschland, sind die Zinsen nach wie vor extrem niedrig, teilweise sogar negativ. Diese niedrigen Zinsen sind im Moment ein starker Treiber für die Aktienmärkte. Nach aktuellen Einschätzungen wird dies auch in der Zukunft so bleiben.

Aktuell (Stand 30.09.21) ist die von der Bundesbank veröffentlichte Umlaufsrendite in Deutschland im Vergleich zur Situation vor vier Wochen mit -0,30% (vorher: -0,44%) um weitere 14 Punkte gestiegen. Das Allzeittief lag am 12.03.2020 bei -0,83%.

Für Bundesanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren erhalten Anleger aktuell (Stand: 30.09.21) eine Rendite von ca. -0,22%. Zum Vergleich: Anleihen der USA mit der gleichen Laufzeit rentieren mit ca. 1,48%. In den letzten vier Wochen sind damit die Renditen in Deutschland und den USA um 17 bzw. 18 Basispunkte gestiegen. Grund dafür sind zunehmende Inflationssorgen.

Ein Wechsel der Notenbankpolitik in Europa zu steigenden Zinsen ist aktuell komplett vom Tisch. Ganz im Gegenteil: Die EZB wird sehr wahrscheinlich weiterhin an der Niedrigzinspolitik festhalten. Auch seine Nachfolgerin Christine Lagarde, die seit 01.11.2019 im Amt ist, hat bisher erwartungsgemäß keine Kursänderung vorgenommen. In diesem Szenario sind Zinserhöhungen praktisch ausgeschlossen. Die Hilfspakete und Unterstützungen in der Corona Krise werden für längere Zeit die Zinsen auf niedrigem Niveau halten (müssen). Zusätzlich stellen die Zentralbanken weltweit riesige Summen von Liquidität zur Verfügung, um die Belastungen der Wirtschaft und der Staaten abzufedern.

Der Zinserhöhungszyklus der amerikanischen Notenbank wurde bereits Anfang 2019 beendet, es folgten anschließend 5 Zinssenkungen.

Die Auswirkungen der Zinspolitik der Zentralbanken auf die Aktienmärkte

Am 31.07.19 startete die amerikanische Notenbank (FED) nach zuvor 9 Leitzinserhöhungen mit der ersten Zinssenkung nach 10 Jahren, der am 18.09.19 und am 30.10.19 zwei weitere Senkungen folgten. Dazu hat sicherlich auch der von der US-Regierung aufgebaute Druck beigetragen. Anfang März folgte eine überraschend starke Senkung um 0,50 % Punkte als Reaktion auf die Belastungen durch den Corona Virus. Allerdings konnte diese die Aktienmärkte nicht stabilisieren. Darum verdoppelte die amerikanische Notenbank nochmals ihre Bemühungen und senkte in einer weiteren außerordentlichen Sitzung den Leitzins weniger als zwei Wochen später nochmals um einen weiteren ganzen Prozentpunkt. Normaler Weise werden Zinssatzänderungen in Sprüngen von nur jeweils 0,25% durchgeführt.

Stand: 30.09.2021

Die amerikanische Zentralbank war seit 2016 im Zinserhöhungszyklus mit 9 Zinsanhebungen in kurzer Folge, dieser wurde mit 5 deutlichen Zinssenkungen anschließend rasch egalisiert. Aktuell werden keine Änderungen der Leitzinsen erwartet

In Europa wurde die Europäische Zentralbank dadurch unter Druck gebracht, Zinsen ebenfalls zu senken bzw. niedrig zu halten. An Zinserhöhungen ist aktuell daher nicht zu denken.

Die Erläuterung der EZB zu ihrer künftigen Zinspolitik vom 08.07.21 untermauert diese Einschätzung.

An der Entwicklung des Euro/Dollars kann man grundsätzlich auch sehr gut die Einschätzung der künftigen Zinspolitik von EZB und FED ablesen. Seit 2015 pendelte der Euro/Dollar zwischen 1,04 und 1,15 seitwärts. Der Wahlsieg von Donald Trump hatte den US-Dollar aber nur kurzfristig gestärkt, anschließend verlor der US Dollar aber wieder an Wert und bewegte sich sogar zu Beginn des Jahres 2018 teilweise bis ca. 1,25, dem höchsten Wert seit Anfang 2015, um anschließend allerdings wieder zurückzufallen. Aktuell steht der Kurs bei rund 1,16 Euro/Dollar, Tendenz schwächer.

Ein fallender Euro Kurs begünstigt grundsätzlich deutsche Aktien, weil exportorientierte deutsche Unternehmen bei niedrigeren Wechselkursen ihre Waren günstiger anbieten können. Umgekehrtes gilt bei steigenden Wechselkursen.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass der Einfluss der Corona Pandemie für die weitere Entwicklung der Märkte abnimmt. Staatliche Unterstützungen, niedrige Zinsen und vor allem die Aussicht auf „Nachholeffekte“ nach Ende der Einschränkungen des täglichen Lebens haben die Aktienmärkte bei Laune gehalten. Nun treten andere Treiber in den Focus. Insbesondere ein kritischer Blick auf mögliche Inflationstendenzen und steigende Zinsen sollte bei allen Investitionsentscheidungen dazu gehören.

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