Dividende

Bei einem Investment in Aktien achten immer mehr Anleger nicht nur auf mögliche Kursgewinne, sondern ebenso auf eine Dividende. Bei einem erzielten Bilanzgewinn schütten zahlreiche Aktiengesellschaften - mehr oder weniger regelmäßig - an die Aktionäre eine Dividende aus. In unserem Beitrag erfahren Sie zunächst, was eine Dividende ist und warum diese von der Aktiengesellschaft ausgeschüttet wird. Ferner gehen wir darauf ein, wer über die Ausschüttung einer Dividende entscheidet, wer Anspruch hat, welche Arten der Dividendenzahlung es gibt, was nach der Dividendenzahlung passiert und worum es sich bei der Dividendenrendite handelt.
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Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste zur Dividende zusammengefasst!

  • Definition: Eine Dividende ist eine Ausschüttung an die Aktionäre seitens des Unternehmens, wodurch Anleger am Gewinn der AG beteiligt werden.
  • Gründe für eine Dividendenausschüttung: Belohnung der Aktionäre durch Beteiligung am Gewinn, Erhöhung der Attraktivität der Aktie oder sinnvolle Verwendung eines Gewinn-Überschusses
  • Aussagekraft der Dividende: Die nominale Dividende hat nur begrenzte Aussagekraft; gibt demnach keinen Hinweis darauf, wie hoch die Rendite ist. Interessant ist vor allem die Dividendenrendite, weil diese etwas über den Ertrag im Verhältnis zum eingesetzten Kapital aussagt.
  • Entstehung: Beschlossen wird die Ausschüttung einer Dividende sowie deren Höhe auf der jährlichen Hauptversammlung.
  • Anspruch der Aktionäre: Eine Aktiengesellschaft ist gesetzlich nicht dazu verpflichtet, die Aktionäre mit der Dividende am Gewinn zu beteiligen. Sollte jedoch eine Dividendenausschüttung auf der Hauptversammlung entschieden werden, sind alle Aktionäre bei der Gewinnbeteiligung zu berücksichtigen.

Was ist eine Dividende?

Die Dividende ist eine Ausschüttung, die seitens einer Aktiengesellschaft an ihre Aktionäre erfolgen kann. Die Höhe der Dividende wird auf der jährlich stattfindenden Hauptversammlung des Unternehmens festgelegt und bezieht sich stets auf eine einzelne Aktie. Mit der Aktie halten die Aktionäre einen Anteil an der Gesellschaft und dürfen dann unter Umständen mit der Gutschrift einer Dividende rechnen.

Meistens ist die Dividende eine Gewinnbeteiligung, wenn nämlich die AG im abgelaufenen Geschäftsjahr ein positives Betriebsergebnis generieren konnte. Grundsätzlich ist es allerdings auch möglich, das Unternehmen eine Dividende ausschütten, die im laufenden Geschäftsjahr keine Gewinne generiert haben. Dann sollen die Aktionäre meistens nicht verärgert werden, vor allem, wenn vorher schon viele Jahre immer eine Ausschüttung erfolgt ist. 

Warum schütten Unternehmen eine Dividende aus?

Es gibt mehrere Gründe, aus denen Aktiengesellschaften eine Dividende ausschütten. Die Hauptgründe sind: 

  • Belohnung der Aktionäre für ihr Investment,
  • die Rendite des Unternehmens wird nicht negativ beeinflusst,
  • die Anlage in die Aktien soll attraktiver werden oder
  • ein Überschuss soll sinnvoll verwendet werden.

Der Hauptgrund für die Ausschüttung der Dividende ist für die meisten Aktiengesellschaften sicherlich, dass sie ihre Aktionäre für das Investment in ihr Unternehmen belohnen möchten und daher eine Dividende gezahlt wird. Das geschieht in aller Regel, wenn im vergangenen Jahr ein Gewinn generiert werden konnte.

Aber auch für potenzielle Neuaktionäre kann eine Aktie attraktiver werden, wenn es eine Gewinnbeteiligung und somit regelmäßige Dividenden gibt. Das gilt auch für institutionelle Investoren wie Fonds, die zum Beispiel eine Dividendenstrategie fahren. Dann werden nämlich gezielt nur Aktienwerte mit einer Dividende gekauft.

Wer trifft die Entscheidung über die Dividendenausschüttung?

Ob eine Dividende ausgeschüttet wird und in welcher Höhe, wird auf der einmal im Jahr stattfindenden Hauptversammlung der AG beschlossen. Zunächst unterbreitet der Vorstand einen Vorschlag zur Dividende, über den die Aktionäre abstimmen können. Grundlage für den Vorschlag ist dabei oftmals der Bilanzgewinn. Meistens wird dem Vorschlag des Vorstandes entsprochen und der Betrag X je Aktie als Dividende ausgezahlt.

Wie hoch fällt die Dividende aus?

Wie hoch die Dividendenausschüttung ausfällt, ist nicht nur von AG zu AG, sondern oftmals ebenfalls von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Meistens ist das erzielte Betriebsergebnis die Basis, auf dessen Grundlage der Vorstand die Höhe der Dividende vorschlägt. Je nach Strategie schütten die Aktiengesellschaften oftmals zwischen 30 bis 80 Prozent ihres Betriebsgewinns an die Aktionäre aus, sodass sich auf dieser Grundlage die Höhe der Dividende pro Aktie ermitteln lässt. 

Wer hat Anspruch auf eine Dividende?

Ein genereller Anspruch der Aktionäre, dass die Aktiengesellschaften eine Dividende ausschütten muss, existiert nicht. Wird allerdings die Dividendenausschüttung auf der jährlichen Hauptversammlung beschlossen, dann haben sämtliche Aktionäre auch das Recht, an der Ausschüttung beteiligt zu werden. Für die Auszahlung einer Dividende ist es allerdings erforderlich, dass die Aktien eines deutschen Unternehmens spätestens am Tag der Hauptversammlung im Wertpapierdepot eingebucht sind. 

Mehr erfahren: Wie lange muss man Aktien für eine Dividende halten?

Bei ausländischen Unternehmen ist es so geregelt, dass die entsprechenden Wertpapiere mindestens vor dem Tag der Dividendenausschüttung erworben werden müssen, damit der Anspruch auf die Dividendenzahlung geltend gemacht werden kann. Daher sollten Anleger mit dem Kauf der Wertpapiere zeitlich nicht zu knapp kalkulieren, wenn sie sich Dividenden sichern möchten. 

Welche Arten von Dividenden existieren?

In der Praxis gibt es nicht nur die eine Form von Dividende, sondern mehrere Dividendenarten. So können Anleger zwischen den folgenden Dividendenformen bei der Gewinnbeteiligung differenzieren:

  • Bardividende,
  • Stockdividende,
  • Sachdividende und
  • Vorzugsdividende.

Die mit Abstand am häufigsten verwendete Dividendenart ist die Bardividende. Hier erfolgt die Gutschrift der Dividende auf dem Verrechnungsskonto des Anlegers, wird also auf dem jeweiligen Konto verbucht. Bei der Stockdividende hingegen findet keine Geldgutschrift statt. Stattdessen erhalten die Aktionäre weitere Wertpapiere der AG. 

In Deutschland sehr unüblich ist die Sachdividende, denn dann erhalten die Aktionäre bestimmte Sachwerte, wie zum Beispiel Produkte des Unternehmens. Eine Vorzugsdividende bekommen in erster Linie Aktionäre, die bestimmte Vorzugsaktien des Unternehmens halten. Diese haben meistens kein Stimmrecht, dafür jedoch eine höhere Beteiligung an der Dividendenausschüttung.

Wie oft werden Dividenden ausgeschüttet?

In Deutschland ist es üblich, dass Aktiengesellschaften – wenn – einmal pro Jahr eine Dividende ausschütten. In anderen Ländern, wie zum Beispiel in den Vereinigten Staaten, findet die Auszahlung einer Dividende teilweise vierteljährlich oder sogar monatlich statt.

Was ist eine Zwischendividende? 

Neben der einmal im Jahr stattfindenden Dividendenausschüttung gibt es zudem die Option, dass die AG eine Zwischendividende zahlt. Diese wird häufig auch als Interims- oder Abschlagsdividende bezeichnet. Üblich ist die Auszahlung von Zwischendividenden nicht in Deutschland, sondern insbesondere in den USA, aber auch in manchen europäischen Ländern.

Was ist eine Sonderdividende?

Die Sonderdividende wird auch als Sonderausschüttung bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine einmalig stattfindende Dividendenausschüttung an die Aktionäre. Meistens sind es überschüssige, liquide Mittel, die dann als Sonderdividende an die Aktionäre fließen. 

Wird die Dividendenausschüttung automatisch vorgenommen?

Wichtig für Anleger ist es zu wissen, dass die Auszahlung einer Dividende automatisch vorgenommen wird. In Deutschland handelt es sich meistens um eine Bardividende (Dividende in Form von Geld), die seitens der Bank oder des Brokers automatisch Ihrem Verrechnungsskonto zum Wertpapierdepot gutgeschrieben wird. Sollte es sich um eine Stockdividende handeln, geschieht die Gutschrift in dem Fall ebenfalls automatisch, nur dann in Form weiterer Aktien des Unternehmens. Diese werden in Ihr Wertpapierdepot zum dann aktuellen Kurs eingebucht.

Was passiert nach der Dividendenzahlung?

Die Dividendenzahlung hat nicht nur eine direkte Auswirkung, als dass Aktionäre eine Gutschrift erhalten. Darüber hinaus wirkt sich die Dividendenzahlung ebenso auf den Aktienkurs aus, meistens allerdings nur vorübergehend und nicht in größerem Umfang. Vom aktuellen Kurs des Wertpapiers gibt es dann einen Dividendenabschlag, sodass die Aktie mit dem Zusatz „exD“ für „ex Dividende“ notiert. Der Aktienkurs wird dann also faktisch um die nominale Dividende reduziert. Der Kurs ist dementsprechend in der Regel etwas niedriger als am Vortag.

Bekomme ich auch bei Fonds und ETFs Dividenden?

Zahlreiche Anleger investieren nicht direkt in Aktien, sondern entscheiden sich zum Beispiel für aktiv gemanagte Aktienfonds oder ETFs. Dann stellt sich die berechtigte Frage, ob auch die Anteil-Inhaber von Fonds eine Dividende erhalten und falls ja, in welcher Form dann die Dividendenzahlung vorgenommen wird.

Aktienfonds handhaben es in der Regel so, dass sie die anfallenden Dividenden zunächst „ansammeln“. Zu einem bestimmten Zeitpunkt werden die Dividenden dann an die Inhaber der Fondsanteile weitergegeben. Das funktioniert entweder als eine Ertragsausschüttung oder in Form einer sogenannten Thesaurierung. 

In dem Fall werden dann praktisch für den Gegenwert der Dividenden neue Fondsanteile gekauft und dem entsprechenden Anleger im Depot gutgeschrieben. Auf die gleiche Art und Weise gehen auch ETFs mit Dividendenzahlungen um, indem sie diese entweder direkt an die Anleger und Anteilsinhaber weiterleiten und somit ausschütten oder alternativ eine Reinvestition (Thesaurierung) vornehmen.

Worum handelt es sich bei der Dividendenrendite?

Die Dividendenrendite ist eine wichtige Kennzahl zur Bewertung der Rentabilität eines Investments. Denn die Höhe der nominalen Dividende sagt noch nichts darüber aus, ob es sich für den Anleger diesbezüglich um ein interessantes Investment handelt und wie die Rendite im Verhältnis zu dem eingesetzten Geld in Prozent ausfällt. Um das zu wissen, müssen Sie stattdessen die Dividendenrendite des Unternehmens ermitteln

Die Dividendenrendite setzt nämlich die nominale Dividende in ein Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs, sodass Sie dadurch berechnen können, welchen Anteil in Prozent die Dividende am Aktienkurs einnimmt. Gute Dividendenrenditen nehmen einen Anteil von mindestens vier bis fünf Prozent ein.

Wie wird die Dividendenrendite berechnet?

Die Dividendenrendite berechnen Sie ganz einfach mit der folgenden Formel:

Nominale Dividende / Aktienkurs * 100 = Dividendenrendite (Prozent)

Müssen Dividenden versteuert werden?

Dividenden fallen in den Bereich der Einkünfte aus Kapitalvermögen und sind dementsprechend als Einnahmen zu versteuern. In dem Fall greift die Abgeltungssteuer. Werden die Wertpapiere bei einer deutschen Bank oder einem deutschen Broker verwahrt, dann nimmt der Finanzdienstleister die Abfuhr der Abgeltungssteuer automatisch nach Gutschrift der Dividende vor. 

Sie können das allerdings verhindern, indem Sie der Bank oder dem Broker einen ausreichend hohen Freistellungsauftrag erteilen. Bis zu Ihrem persönlichen Sparer-Pauschbetrag können nämlich auch Dividenden steuerfrei bleiben, wenn Sie sonst keine weiteren Erträge haben, die den Pauschbetrag dann in der Summe überschreiten würden. Der Steuersatz beträgt im Rahmen der Abgeltungssteuer 25 Prozent.

Was ist die Dividendenstrategie?

Bei der Dividendenstrategie handelt es sich um eine Anlagestrategie, bei der vorwiegend Aktien gekauft werden, die sich für einen längeren Zeitraum durch eine besonders attraktive Dividendenrendite auszeichnen. Eine solche Dividendenstrategie verfolgen auch bestimmte Aktienfonds, die ebenfalls gezielt Wertpapiere im Depot haben, die als sogenannte Dividendentitel zu bezeichnen sind. Man spricht oft auch von Dividendenfonds.

Das Ziel der Dividendenstrategie stellt – durch den zusätzlichen ausgeschütteten Geld-Betrag – der Aufbau eines passiven Einkommens dar.

Welche Unternehmen schütten regelmäßig eine Dividende aus?

Es gibt eine ganze Reihe von Unternehmen, die regelmäßig, teilweise schon seit Jahrzehnten, an ihre Aktionäre eine Dividende auszahlen. Dazu gehören in Deutschland zum Beispiel eine Reihe von DAX-Unternehmen, unter anderem:

  • BMW,
  • BASF,
  • Allianz,
  • E.ON,
  • Münchner Rück und 
  • Deutsche Telekom.

Wie finde ich Infos zu Dividenden einer AG? 

Es gibt eine Reihe von Informationsquellen, wo Sie Infos dazu finden, welche Aktiengesellschaft wann eine Dividende in welcher Höhe ausgeschüttet hat. Ein Medium sind zum Beispiel Börsenzeitungen, aber auch im Internet finden sich auf zahlreichen Finanzwebseiten Informationen zu Dividendenausschüttungen der Unternehmen. Natürlich können Sie zusätzlich auch im jeweiligen Geschäftsbericht der AG nachlesen, ob und in welcher für eine Dividende ausgeschüttet wurde.