Börsenstrategien

Wir zeigen Ihnen, wie Sie erfolgreich an der Börse sind. ✔ Was sind die besten Börsenstrategien? ✔ Wie finden Sie Ihre eigene Anlagestrategie?
7 min | Stand 21.04.2022
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Inhaltsverzeichnis

Was versteht man unter Anlagestrategie?

Als Anlagestrategie wird die Planung vom Handel mit Aktien, Anleihen, Optionen, Zertifikaten und weiteren Finanzprodukten bezeichnet. Die passende Strategie richtet sich dabei nach der Vorliebe des Anlegers. Unterschieden wird dabei zwischen spekulativen, mittelfristigen und konservativen Anlegern. Die entsprechenden Strategien unterscheiden sich teilweise drastisch in Bezug auf gewählte Produkte, Risiko und Ertrag.

Wer langfristig mit dem Handel von Aktien oder anderen Finanzinstrumenten an der Börse erfolgreich sein möchte, der sollte sich eine Strategie zu eigen machen. Studien zeigen immer wieder, dass es mit einer guten Börsenstrategie deutlich wahrscheinlicher ist, an der Börse erfolgreich zu handeln, als wenn Käufe und Verkäufe ausschließlich bzw. vorwiegend aus dem Bauch heraus und damit von Emotionen geleitet vorgenommen werden.

In unserem Beitrag erfahren Sie zunächst, warum jeder Anleger eine Strategie haben sollte. Ferner gehen wir darauf ein, welche Anlagestrategien es gibt und wodurch sich diese auszeichnen. Darüber hinaus erfahren Sie, worin die Unterschiede zwischen den verschiedenen Strategien bestehen und wie Sie die richtige Strategie für sich finden.

Warum braucht jeder Anleger eine Strategie?

Nahezu allen Anlegern, die kurz-, mittel- oder langfristig an der Börse erfolgreich sein möchte, ist eine passende Strategie anzuraten. Dafür gibt es gute Gründe, denn ohne eine Strategie ist das Risiko deutlich höher, entweder größere Verluste zu erleiden oder zumindest auf Dauer nicht erfolgreich an der Börse handeln zu können. Dafür sind vor allen Dingen die folgenden Aktionen verantwortlich, die typisch für solche Anleger sind, die nicht auf Grundlage einer Börsenstrategie aktiv sind: 

  • Emotional handeln
  • Aus dem Bauch heraus handeln
  • Dem Herdentrieb folgen
  • Panikverkäufe tätigen
  • Planlos handeln
  • Signale am Markt falsch deuten

Die meisten dieser Fehler und Hürden lassen sich vermeiden, wenn auf Grundlage der passenden Strategie gehandelt wird. Diese verhindert nämlich, dass Emotionen bei den Entscheidungen eine größere Rolle spielen, sondern stattdessen ausschließlich auf Grundlage festgelegter Merkmale gehandelt wird. Eine Börsenstrategie verhindert also in erster Linie sowohl undiszipliniertes Verhalten als auch Irrationalität bei den Entscheidungen.

Welche Strategien gibt es für Privatanleger?

Beim Handel an den Börsen wird schon seit vielen Jahrzehnten mit verschiedenen Strategien gearbeitet. Insbesondere bei Privatanlegern werden häufig die gleichen Börsenstrategien genutzt, weil diese sich zum Beispiel als einfach und leicht verständlich sowie effektiv herausgestellt haben. Daher möchten wir im Folgenden einige der bekanntesten und am häufigsten genutzten Börsenstrategien etwas näher erläutern und charakterisieren, nämlich:

  • Buy-and-Hold Strategie
  • Trendfolgestrategie
  • Value-Strategie und Growth-Strategie 
  • Dividendenstrategie
  • Gebert-Indikator als Börsenstrategie

Zu den bekanntesten Anlagestrategien zählt die sogenannte Buy-and-Hold Strategie, also Kaufen und Halten. Gemeint ist damit, dass Aktien im ersten Schritt gekauft werden, um sie dann über einen möglichst langen Zeitraum zu halten. Die grundlegende Annahme der Buy-and-Hold Strategie ist, dass das Verlustrisiko bei Wertpapieren wie Aktien sinkt, desto länger sich diese im Depot befinden. Allerdings trifft dies naturgemäß nicht auf sämtliche Aktienwerte zu, sodass eine gute Auswahl im Zuge der Strategie wichtig ist. 

Trendfolgestrategien

Mindestens genauso bekannt wie die Buy-and-Hold Strategie sind verschiedene Strategien, die unter der Bezeichnung Trendfolgestrategien zusammengefasst werden. In dem Fall bilden bereits vorhandene Trends die Grundlage, damit anhand der Strategie möglichst genau vorhergesagt werden kann, ob die entsprechenden Aktienkurse sich auch weiter innerhalb des Trends bewegen werden. Die Trendfolgestrategien arbeiten in erster Linie mit gleitenden Durchschnitten oder anderen charttechnischen Grundlagen. Die Trendfolgestrategien sind auch deshalb so beliebt, insbesondere bei Anfängern, weil es vom Grundsatz her wahrscheinlicher ist, dass der Aktienkurs einem vorhandenen Trend weiter folgt, als dass es eine Umkehr gibt.

Value-Strategie

Eine ebenfalls häufiger genutzte Börsenstrategie nennt sich Value-Strategie. Hier setzen Anleger darauf, dass in erster Linie solche Aktien gekauft werden, die als unterbewertet gelten. Aus dem Grund handelt es sich bei der Value-Strategie zum einen um eine Auswahlstrategie und zum anderen basiert sie auf der Fundamentalanalyse. 

Growth-Strategie

Ähnliches gilt für die sogenannte Growth-Strategie. Da hierfür die Auswahl der Aktien nach bestimmten Kriterien sehr wichtig ist, fält sie ebenfalls in die Kategorie der Auswahlstrategien. Im Unterschied zur Value-Strategie geht es vor allen Dingen um den Umsatz der entsprechenden Aktiengesellschaften. Die Growth-Strategie kann zum Beispiel so umgesetzt werden, dass Anleger diejenigen zehn Aktienwerte aus dem Dow-Jones-Index erwerben, die im vergangenen Jahr den deutlichsten Umsatzzuwachs verzeichnen konnten.

Dividendenstrategie

Eine der in den letzten zehn Jahren am beliebtesten gewordenen Börsenstrategien nennt sich Dividendenstrategie. In diesem Fall wählen Anleger solche Aktienwerte aus, die für eine überdurchschnittliche Dividendenrendite bekannt sind. Anleger erwerben also zum Beispiel die zehn Aktienwerte aus Deutschland, bei denen sich die höchste Dividendenrendite zeigt.

Gebert-Indikator

Eine nicht ganz so bekannte Börsenstrategie ist der sogenannte Gebert-Indikator. Allerdings wird dieser ausschließlich für den Deutschen Aktienindex und die entsprechenden, darin enthaltenen Aktienwerte verwendet. Bei der Umsetzung der Strategie geht es vor allem darum, anhand verschiedener Situationen festzulegen, ob jetzt ein guter Zeitpunkt für ein Investment in Aktien ist. Zudem wird ein direkter Vergleich dazu gezogen, ob es alternativ nicht sinnvoller ist, in festverzinsliche Wertpapiere zu investieren. Für die Entscheidung Aktien vs. verzinsliche Wertpapiere sind die folgenden Faktoren ausschlaggebend: 

  • Fallende oder steigende Inflationsrate
  • Senkung oder Erhöhung der Leitzinsen
  • Kurs des Dollar gegenüber dem Euro
  • Jahreszeit (Saison)

Je nachdem, ob es sich aktuell zum Beispiel um steigende oder fallende Inflationsraten handelt, gibt es jeweils einen Punkt oder eben nicht. Vergeben wird ein Punkt immer dann, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind: 

  • Leitzinserhöhung
  • Fallen der Inflationsrate
  • Dollar stärker als im Vergleichszeitraum des Vorjahres
  • Aktuelle Saison zwischen April und September

Für eine Erhöhung der Leitzinsen gibt es insbesondere deshalb einen Punkt, weil dies naturgemäß eher zum Investment in festverzinsliche Wertpapiere und weniger in Aktien spricht. Dementsprechend zeigt sich dann auch die Ergebnisgala des Gebert-Indikators, die wie folgt aussieht:

0-1 Punkt: Aktien sollten verkauft werden

2 Punkte: Halten der Aktien

3-4 Punkte: Aktien kaufen

Was sind die Unterschiede der verschiedenen Börsenstrategien?

Innerhalb der zahlreichen Börsenstrategien, die es am Markt gibt, gibt es zum Teil große Unterschiede. So unterscheiden sich die Anlagestrategien bei Aktien zum Beispiel danach, ob das Investment kurz-, mittel- oder langfristig erfolgen soll. So werden zum Beispiel bei kurzfristigen Strategien anderer Faktoren berücksichtigt, als wenn Anleger einen Horizont von zehn oder mehr Jahren haben. Darüber hinaus gibt es weitere Unterschiede zwischen den verschiedenen Börsenstrategien, insbesondere:

  • In Bullen- oder Bärenmärkten anzuwenden
  • Basierend auf Charttechnik oder Fundamentalanalyse
  • Zuverlässigkeit der Handelsstrategie
  • Verteilung von Chancen und Risiken
  • Mit oder gegen den Trend investieren

Eine Zweiteilung sämtlicher Börsenstrategien ist zum Beispiel danach vorzunehmen, ob grundsätzlich eher charttechnische Signale oder fundamentale Daten die Basis für das Umsetzen der Börsenstrategie darstellen. Darüber hinaus sind zahlreiche Börsenstrategien insbesondere den sogenannten Bullenmärkten (steigende Kurse) vorteilhaft, während andere Strategien ihre Vorzüge eher in sogenannten Bärenmärkten ausspielen können. Ebenfalls gibt es große Unterschiede verschiedener Strategien, was deren Aussagekraft, Zuverlässigkeit und die Verteilung des Risikos im Verhältnis zu den Chancen angeht.

Wie finde ich die richtige Börsenstrategie?

“Ich versuche lediglich, ängstlich zu sein, wenn andere gierig sind, und gierig zu sein, wenn andere ängstlich sind.”

Warren Buffett

Es ist nicht unbedingt ratsam, dass sich Anleger einfach für „irgendeine“ Strategie entscheiden. Stattdessen sollte die ausgewählte Börsenstrategie im Idealfall zu den eigenen Vorstellungen und auch zum Anlegertyp passen. Insofern ist es ein erster Schritt auf dem Weg zur ideal passenden Handelsstrategie, dass Sie sich über Ihre Anlageziele im Klaren sind und wissen, welcher Anlegertyp Sie sind. Dabei geht es vor allem darum, Ihre Einstellung zu Chancen und Risiken zu definieren. Sind Sie zum Beispiel eher ein sicherheitsorientierter Anleger, sind in der Regel ganz andere Börsenstrategien sinnvoll, als wenn Sie recht spekulativ eingestellt sind.

Um die passende Börsenstrategie zu finden, müssen Sie ebenfalls eine Vorstellung dazu haben, über welchen Zeitraum hinweg Sie gerne in Aktien investieren oder spekulieren möchten. Nicht alle Strategien sind sowohl auf kurz- als auch auf langfristige Investments ausgelegt. Somit kann es diesbezüglich durchaus Unterschiede zwischen den Börsenstrategien geben. Darüber hinaus ist es ein wichtiger Aspekt, wie sehr Sie sich aktiv mit dem Handel und der Strategie beschäftigen möchten. Bei der Umsetzung einiger Handelsstrategien ist es zum Beispiel erforderlich oder zumindest sehr vorteilhaft, wenn Sie sich beispielsweise ausgiebig mit dem Thema Handelssignale beschäftigen. 

Andere Strategien lassen sich hingegen deutlich einfacher anwenden und erfordern entsprechend weniger Zeitaufwand. Diese und andere Punkte sollten Sie daher zunächst für sich selbst abklären, damit Sie im zweiten Schritt die für Sie passende Handelsstrategie identifizieren können. Anfänger zum Beispiel entscheiden sich sehr gerne für Trendfolgestrategien oder – falls langfristig investiert werden soll – auch für die Buy-and-Hold Strategie.

Wie wende ich meine Strategie an und welche Hürden gibt es?

Eine Börsenstrategie ist natürlich nur so gut, wie sie auch korrekt angewendet wird. Nicht selten scheitert der erfolgreiche Handel nämlich nicht an der Strategie, sondern daran, dass diese nicht konsequent genug umgesetzt wird. Dafür wiederum gibt es mehrere Gründe, auf die wir noch etwas näher eingehen werden. Im Idealfall setzen Sie die Börsestrategie so ein, wie es inhaltlich gedacht ist. Eine große Hilfe können in dem Zusammenhang zum Beispiel automatische Handelssysteme sein oder zumindest Programme, die Handelssignale erkennen und entsprechende Käufe oder Verkäufe vorschlagen. So lassen sich Strategien ideal umsetzen, sodass Sie keineswegs stündlich oder täglich die Märkte beobachten müssen.

Wie zuvor bereits angeschnitten, gibt es eine Reihe von Hürden, die letztendlich verhindern können, die eigene Börsenstrategie perfekt umzusetzen. Meistens sind es wiederum Emotionen bei Anlegern, die dazu führen, dass von der eigentlichen Strategie abgewichen wird. Das trifft insbesondere auf die folgenden Gefühle und Aktionen zu: 

  • Panik
  • Herdenverhalten
  • Vermeintlichen Geheimtipps folgen
  • Strategie anzweifeln
  • Strategie beginnt mit Verlusten

Unter den genannten Voraussetzungen passiert es häufig, dass Anleger von der Strategie abweichen oder sogar gegenteilig agieren. Ein typisches Beispiel sind Panikverkäufe, wenn also insbesondere eine bestimmte Aktie schon seit kürzerer Zeit (deutlich) gefallen ist. Dann versuchen Anleger häufig abweichend von der Strategie, die bereits erlittenen Verluste zumindest zu begrenzen. Nicht selten zeigt sich dann allerdings Monate später, dass ohne Panikverkäufe sogar ein Niveau beim Aktienkurs erreicht wurde, welches den vorherigen Kaufkurs überschritten hat. Die meisten Börsenstrategien erfordern demzufolge Disziplin und Durchhaltevermögen, wenn tatsächlich möglichst erfolgreich gehandelt werden soll.