Ökonomie: Bedeutung & Beispiele – was gehört dazu?

Der Begriff Ökonomie fasst im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich die unterschiedlichsten Theorien und Modelle zusammen. Früher wurde er sogar stellvertretend für die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Wirtschaft per se gebraucht, dies ist jedoch mittlerweile veraltet. Zu den Bereichen der Ökonomie gehört:

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Inhaltsverzeichnis

Ohne wirtschaftliches Handeln könnte eine moderne Gesellschaft heutzutage nicht mehr existieren. Als alternative Bezeichnung für die Wirtschaft wird häufig der Fachbegriff der Ökonomie verwendet. Diese fasst im Prinzip sämtliche Wirtschaftseinheiten und Prozesse zusammen, die der Bedürfnisbefriedigung dienen.

In unserem Beitrag möchten wir zunächst erläutern, was Ökonomie bedeutet und wer die Teilnehmer sind. Ferner gehen wir auf die unterschiedlichen Wirtschaftssysteme, die Wirtschaftspolitik und die Wirtschaftstheorie ein. Gegen Ende unseres Beitrages erfahren Sie, aus welchen Wirtschaftszyklen sich eine Ökonomie zusammensetzt und worin der Unterschied zwischen der Betriebs- und der Volkswirtschaftslehre besteht.

Was meint der Begriff Ökonomie?

Mit dem Begriff Ökonomie wird in der Regel die Summe aller Einrichtungen und Tätigkeiten bezeichnet, deren Ziel darin besteht, die Bedürfnisse der Wirtschaftsteilnehmer zu befriedigen. So findet innerhalb der Ökonomie zum Beispiel ein Tausch von Gütern statt, der Konsum oder auch Investitionen. Innerhalb der Ökonomie gibt es mehrere Ebenen, wie zum Beispiel:

  • Weltweite Ebene
  • Volkswirtschaftliche Ebene
  • Stadtebene
  • Betriebsebene
  • Hauswirtschaftliche Ebene

Die Ökonomie ist geprägt durch das aktive Wirtschaften, also sämtliche Aktivitäten, die der Bedürfnisbefriedigung dienen. Das Wirtschaften ist deshalb notwendig, weil die weitaus meisten Güter knapp sind und daher nicht in unbegrenztem Umfang zur Verfügung stehen.

Wer nimmt an der Ökonomie teil?

Die Teilnehmer der Ökonomie werden häufig auch als Wirtschaftssubjekte oder Wirtschaftseinheiten bezeichnet. Es handelt sich dabei in erster Linie um:

  • Staat
  • Unternehmen
  • Haushalte

Je nach Definition kommen zu diesen drei Wirtschaftssubjekte oftmals ebenfalls einzelne Personen hinzu, die für das Schaffen von Angebot und Nachfrage verantwortlich sind, sowie Produktionsmittel wie Maschinen. Je nach Modell gibt es dementsprechend drei bis fünf Wirtschaftsteilnehmer, die im Rahmen der Ökonomie aktiv sind. Sämtliche Wirtschaftssubjekte haben dabei ihre eigenen Aufgaben. 

Unternehmen sind zum Beispiel in erster Linie dafür verantwortlich, Güter zu produzieren, zu vertreiben und Dienstleistungen anzubieten. Haushalte hingegen sind in erster Linie für das Konsumieren der Güter und Dienstleistungen verantwortlich. Der Staat hat je nach Wirtschaftssystem ebenfalls wichtige Aufgaben und tritt sowohl als Konsument als auch als Investor und zum Teil Regulator innerhalb der Ökonomie auf.

Welche Wirtschaftssysteme gibt es?

International betrachtet gibt es nicht unbedingt die eine Ökonomie, sondern die Wirtschaft hängt vom jeweiligen Wirtschaftssystem des Landes oder einer Region ab. Die wesentliche Aufgabe der Wirtschaftssysteme besteht darin, die Leit- und Richtlinien für die entsprechende Ökonomie vorzugeben. Dabei werden unter anderem auch die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen für die entsprechende Ökonomie und das wirtschaftliche Handeln festgelegt. Im Wesentlichen gibt es heutzutage die folgenden vier Wirtschaftssysteme:

  • Freie Marktwirtschaft
  • Soziale Marktwirtschaft
  • Zentralverwaltungswirtschaft (Planwirtschaft)
  • Subsistenzwirtschaft

Kennzeichnend für die freie Marktwirtschaft ist vor allem, dass die Märkte ausschließlich auf der Grundlage von Nachfrage und Angebot funktionieren. In der Theorie darf sich der Staat innerhalb der freien Marktwirtschaft gar nicht einmischen, was allerdings in der Praxis selten funktioniert. Das Wirtschaftssystem der freien Marktwirtschaft gibt es zum Beispiel in den Vereinigten Staaten

Weltweit am häufigsten wird das Wirtschaftssystem der sozialen Marktwirtschaft genutzt, so auch in Deutschland und vielen anderen, europäischen Ländern. Im Gegensatz zur freien Marktwirtschaft ist es im Rahmen der sozialen Marktwirtschaft sogar die Aufgabe des Staates, bestimmte Regularien vorzunehmen und bei Missständen an den Märkten oder im sozialen Bereich einzugreifen. Dazu gibt es das Sozialversicherungssystem, welches ein wesentliches Kennzeichen der Ökonomie innerhalb der sozialen Marktwirtschaft ist.

Kaum noch anzutreffen sind rund um den Globus die zwei Wirtschaftssysteme Planwirtschaft und Subsistenzwirtschaft. Die Planwirtschaft gab es früher in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass die gesamte Ökonomie durch den Staat gelenkt und koordiniert wird. Die Subsistenzwirtschaft hingegen beinhaltet, dass alle Wirtschaftssubjekte ausschließlich für den eigenen Bedarf produzieren und nicht im Vordergrund steht, mit Gütern oder Dienstleistungen Geld zu verdienen.

Was beinhaltet die Wirtschaftspolitik?

In Verbindung mit der Ökonomie steht auch die Wirtschaftspolitik, da sie wichtige Grundlagen für das wirtschaftliche Handeln schafft. Per Definition handelt es sich bei der Wirtschaftspolitik um alle Aktionen seitens des Staates, mit denen die Wirtschaft und entsprechende Strukturen einer Wirtschaftsregion beeinflusst werden können. Die Wirtschaftspolitik wiederum gliedert sich in drei Teilbereiche, nämlich:

  • Strukturpolitik
  • Ordnungspolitik
  • Prozesspolitik

Mit der Strukturpolitik sind sämtliche Aktionen gemeint, die dazu dienen, strukturelle Krisen zu verhindern. Solche Strukturkrise entstehen oftmals dann, wenn die Nachfrage über einen längeren Zeitraum hinweg deutlich zurückgeht. Hier kann der Staat dann zum Beispiel durch Subventionen eingreifen.

Die Ordnungspolitik hat die Aufgabe, Gesetze und Regeln zu schaffen, die dann wiederum von der Wirtschaft beachtet werden müssen. Die Ordnungspolitik wirkt somit auf die Ökonomie ein, indem zum Beispiel Eigentums- und Wettbewerbsrechte geschaffen und anschließend gewährleistet werden. 

Mit der Prozesspolitik sind alle Aktionen seitens des Staates als Wirtschaftssubjekt gemeint, die einen Einfluss auf das Geschehen an den Märkten haben. Dabei hat der Staat in dem Zusammenhang mehrere Leitungsfunktionen, die für die folgenden Teile der Prozesspolitik wahrgenommen werden:

  • Arbeitsmarktpolitik
  • Fiskalpolitik
  • Konjunkturpolitik
  • Finanzpolitik

Welche Wirtschaftstheorien gibt es?

Wie eingangs bereits erwähnt, gibt es nicht die eine Ökonomie, sondern daher auch unterschiedliche Wirtschaftstheorien. Diese versuchen in erster Linie zu erläutern, was in der Praxis innerhalb der Volksbank- und Betriebswirtschaftslehre passiert. Die wesentliche Aufgabe der Wirtschaftsmodelle besteht darin, das Verhalten der Wirtschaftssubjekte innerhalb einer Ökonomie zu erklären und in gewissem Umfang Prognosen für die Zukunft abzugeben. Insgesamt gibt es etwa fünf Wirtschaftstheorien, die relativ weit verbreitet sind und innerhalb der Ökonomie eines Landes zum Teil auch so ihre Anwendung finden, nämlich:

  • Freie Marktwirtschaft
  • Klassischen Nationalökonomie
  • Monetarismus
  • Keynesianische Theorie
  • Prospect-Theorie

Die freie Marktwirtschaft haben wir bereits zuvor als Wirtschaftssystem erläutert. Dort steht insbesondere die Freiheit des Individuums und der Ökonomie im Vordergrund. Darüber hinaus gibt es zum Beispiel den Monetarismus als weitere Wirtschaftstheorie, innerhalb derer der Staat zwar über die im Umlauf befindliche Geldmenge entscheidet, aber sonst keinen Einfluss auf die Ökonomie nimmt. Daher sind sich freie Marktwirtschaft und Monetarismus durchaus relativ ähnlich

Bei der Wirtschaftstheorie in Form der klassischen Nationalökonomie gibt es einen Freihandel und auch hier steht vor allem die Selbstregulierung der Märkte im Vordergrund. Die Keynesianische Theorie beinhaltet vor allem, dass der Staat ein ausgleichender Faktor ist, um so eine Rezession zu verhindern. Die Prospect-Theorie wiederum basiert darauf, dass sich die Wirtschaftssubjekte, insbesondere Einzelpersonen und Haushalte, oft nicht rational verhalten.

Welche Wirtschaftszyklen gibt es innerhalb einer Ökonomie?

In jeder Ökonomie gibt es bestimmte Konjunkturzyklen, die auch als Wirtschaftssystems bezeichnet werden. Innerhalb der klassischen Volkswirtschaft existieren vier Phasen, die jeweils für ein Wirtschaftssystem stehen, nämlich:

  • Aufschwung
  • Hochkonjunktur (Boom)
  • Absprung
  • Konjunkturtief

Die erste Phase ist der Aufschwung, auch als Expansion bezeichnet. Charakteristisch ist, dass die Wirtschaft relativ stark und schnell wächst, was meistens einher mit niedrigen Zinsen geht. Am Ende des Aufschwunges ist die Hochkonjunkturphase, oftmals als Boom bezeichnet. Sie kennzeichnet sich dadurch, dass maximale Wachstumsraten erreicht werden und es langsam aufgrund dieses starken Wachstums zum Ungleichgewicht innerhalb der Ökonomie kommt.

Auf die Hochkonjunktur folgt anschließend der Abschwung, innerhalb dessen sich das wirtschaftliche Wachstum deutlich verlangsamt. Ebenfalls zeichnet sich diese Phase durch sinkende Beschäftigungszahlen und stagnierende Preise aus. Nach dem Abschwung folgt dann das Konjunkturtief, bei dem die Ökonomie auf einem Tiefpunkt ist, allerdings das Wachstum langsam mit einer Erholung reagiert. Dann wiederum geht es in den Aufschwung und der Konjunktur-Kreislauf schließt sich.

Besonders gefürchtet ist innerhalb des Konjunkturzyklus das Konjunkturtief. Dies kann nämlich in einer Wirtschaftskrise und einer sogenannten Rezession enden. Das bedeutet, dass die Wirtschaft schrumpft, was zahlreiche negative Konsequenzen hätte, wie zum Beispiel:

  • Steigende Arbeitslosenzahlen
  • Geringeres Angebot an den Märkten
  • Schwächung der eigenen Währung

In der sozialen Marktwirtschaft ist es daher auch eine wichtige Aufgabe Staates innerhalb der Ökonomie, eine längere Wirtschaftskrise möglichst zu vermeiden. Oft scheitern Versuche heutzutage allerdings deshalb, weil die nationale Wirtschaft fast immer in Form der Globalisierung an die internationalen Ökonomien gebunden ist.

Was sind Betriebswirtschaft und Volkswirtschaft?

Grundsätzlich lässt sich die Ökonomie unter anderem in zwei große Bereiche einteilen, nämlich zum einen in die Betriebswirtschaft und zum anderen in die Volkswirtschaft. Im Rahmen der Betriebswirtschaft werden zum Beispiel sämtliche, wirtschaftliche Handlungen zusammengefasst, und zwar auf einer wirtschaftswissenschaftlichen Basis. Dabei geht es um die Aktionen einzelner Betriebe und Unternehmen. Dazu zählen zum Beispiel mittelständische Unternehmen, Betriebe der öffentlichen Hand und auch internationale Großkonzerne.

Bei der Volkswirtschaft hingegen werden nicht einzelne Unternehmen und die Betriebswirtschaft betrachtet, sondern stattdessen geht es um die Gesamtheit der Wirtschaftssubjekte innerhalb einer Ökonomie. Innerhalb der Volkswirtschaft werden insbesondere Modelle und Kennzahlen genutzt, um zum Beispiel die volkswirtschaftliche Leistung zu erfassen. Typische Daten und Zahlen sind zum Beispiel:

  • Bruttoinlandsprodukt (BIP)
  • Konjunktur
  • Preisentwicklung
  • Beschäftigungsgrad
  • Einkommensverteilung
  • Import / Export

Ökonomie wird maßgeblich von Persönlichkeiten beeinflusst

In der Vergangenheit war es häufig so, dass die Ökonomie eines Landes oder eines Wirtschaftsraums maßgeblich von bestimmten Persönlichkeiten beeinflusst wurde. Diese haben die Wirtschaft oft geprägt und teilweise bestimmte Strategien entwickelt, die noch heute innerhalb der Ökonomie zum Einsatz kommen. Zu diesen Persönlichkeiten zählen beispielsweise weltbekannte Investoren wie Warren Buffet, aber auch zahlreiche Politiker, zu denen es interessante Portraits gibt.

Rankings zur Darstellung der Ökonomie

Da die Ökonomie heutzutage nicht mehr abgegrenzt nur innerhalb eines Landes stattfindet, sondern immer stärkere internationale Verflechtungen existieren, sind neben den Kennzahlen innerhalb der Volkswirtschaft auch sogenannte Rankings von großer Bedeutung. Innerhalb bestimmter Ranglisten lassen sich so zum Beispiel die Wirtschaften unterschiedlicher Wirtschaftsräume miteinander vergleichen. Aber auch innerhalb einzelner Branchen können Unternehmen gegenübergestellt werden, wenn es zum Beispiel ein Ranking der größten Automobilhersteller innerhalb einer Ökonomie gibt.

Fazit zur Ökonomie

Zusammenfassend können wir feststellen, dass die Ökonomie heutzutage ein wesentlicher Bestandteil jeder Gesellschaft ist. Sie dient in erster Linie dazu, dass möglichst alle Wirtschaftssubjekte mit ihren Bedürfnissen befriedigt werden. Die globale Wirtschaft beinhaltet mittlerweile sehr komplexe Strukturen, sodass die Ökonomie für Laien oft nicht besonders verständlich ist. Trotzdem hilft eine Aufteilung in verschiedene Unterthemen dabei, ein besseres Verständnis für die Ökonomie zu erlangen.