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Crash als Lösung: Wie Friedrich und Weik Anleger schützen wollen

Suspense nennt man die Technik, mit der Alfred Hitchcock seinen Zuschauern einst wohlige Angstschauer in Serie über den Rücken jagte. Und der Leser von „Der Crash ist die Lösung“ bekommt relativ schnell den Eindruck, dass die beiden Autoren dem Krimi-Altmeister nacheifern wollen.

Was sie erzählen, liest sich zunächst wie die Geschichte eines gigantischen Betrugs. Da gibt es die Banken und Finanzinstitutionen, die längst nicht mehr als Verwalter und Intermediäre – als neutrale Mittler zwischen Geldnachfrage und Geldangebot – auftreten.

In den Beschreibungen von Weik und Friedrich entsteht das Bild von kriminellen Vereinigungen. Und die zocken uns alle ab – als Kunden und als Steuerzahler.

Damit ist auch gleich die Komplizenschaft der Übeltäter offengelegt: die Politik. Nach der Finanzkrise hat sie rigorose Reformen für den Finanzsektor angekündigt, aber viele verwässert, manche aufgeschoben und andere gar nicht mehr angepackt. In der Konsequenz machten die Geldhäuser mittlerweile mehr Profit als vor der Krise.

Der Crash als Krimi

Das Warum wird nicht beantwortet. In Hitchcock-Manier wird es suggeriert, aber nicht explizit ausgeführt: wenn zum Beispiel EZB-Chef Mario Draghi als „ehemaliger Goldman Sachs-Manager“ geoutet wird.

Überhaupt bleiben viele Antworten in der Bestandsaufnahme im Bereich der Mutmaßungen, die die Leser anstellen können. Zur Aufarbeitung des Libor-Skandals heißt es:

„Kritische Beobachter fragten sich damals, warum Deutschlands führendes Geldhaus zu einer parlamentarischen Anhörung zum Thema Zinsmanipulationen ausgerechnet seinen Personalvorstand schickt. Eigentlich hatte der Finanzauschuss den Co-Chef des Geldinstituts, Anju Jain, vorgeladen.“

Es folgt die Darstellung des Auftritts von Stephan Leithner (eben jenem Personalvorstand) vor den Abgeordneten und dessen Aussage, das Management der Bank sei nicht in den Skandal involviert. Die Frage, die die Autoren zuvor aufgeworfen hatten, bleibt unbeantwortet.

An Stellen wie diesen opfern die Autoren ihre sonst akribische und präzise Bestandsaufnahme der Versuchung, dem Leser Unbehaglichkeit statt analytisch begründeten Durchblick zu vermitteln. Immer wieder beschleicht einen der leise Verdacht einer universellen Verschwörung.

Weik und Friedrich lassen damit ökonomisches Aufklärungspotenzial – von dem sie einiges haben! – immer wieder ungenutzt. Das mutet wie Effekthascherei an. Denn viele Versäumnisse, die sie auflisten, sind auch schon von anderen Autoren benannt und aufgearbeitet worden.

Der Crash als Handlungsimpuls

Und tatsächlich sind Chronik und Bewertung der Ereignisse auch nur Mittel zum Zweck. Im zweiten Teil des Buches geht es nämlich um die Konsequenzen aus dem Geschehen: Was soll der Anleger tun, um sein Vermögen (weitestgehend) in Sicherheit zu bringen.

Hier sind Weik und Friedrich in ihrem eigentlichen Element. Wenn sie keine Bücher schreiben, sind sie letztlich Anlageberater. Systematisch werden also Assetklasse angeschaut und auf „Crash-Beständigkeit“ abgeklopft – vom Bargeld im Tresor über Aktien, Sachwerte bis hin zu Kunst, Whisky und Streuobstwiesen.

Die Grundaussage – Lernen Sie aus der Vergangenheit: Setzen Sie auf Sach- statt auf Papierwerte – mündet in einer altbekannten Erkenntnis. Aber immerhin einer bewährten: Es gibt keine 08/15-Lösung für alle Sparer; jeder soll nur in Produkte investieren, die er auch versteht.

Das ist nicht neu, aber es erinnert den Leser daran, dass Vermögensbildung und Vermögenswahrung Sorgfalt und Überlegung erfordern – und zwar die eigene. Diese Reminder-Funktion ist der eigentliche Mehrwert des Buches.

Wir haben die Autoren direkt zum Buch befragt: Im Audiointerview

Klicken Sie auf den roten, runden “Play”-Button, um das Interview zu hören.

Über die Autoren:

Matthias Weik befasst sich seit über zehn Jahren eingehend mit der globalen Wirtschaft und ihren Finanzmärkten. Arbeits- und Studienaufenthalte in Südamerika, Asien und Australien ermöglichten ihm tiefe Einblicke in das Wirtschaftsleben fremder Nationen. Parallel zu seiner Tätigkeit für einen deutschen Konzern hat er einen MBA erworben. Seit mehreren Jahren ist der Querdenker als unabhängiger Honorarberater tätig.

Marc Friedrich studierte Internationale Betriebswirtschaftslehre und beschäftigte sich intensiv mit der Wirtschaft und den Finanzmärkten. Während eines Aufenthalts in Argentinien erlebte er 2001 einen Staatsbankrott und dessen verheerende Folgen selbst mit. In Großbritannien, der Schweiz und den USA sammelte er zahlreiche und wertvolle Arbeitserfahrungen. Gemeinsam mit Matthias Weik hält er Seminare und Fachvorträge bei Unternehmen, Verbänden, an Universitäten und Schulen.

21. Juli 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Marcus Schult. Über den Autor

Finanzen sind sein Leben: Mit dem richtigen Gespür für Wirtschaft- und Finanzthemen ausgestattet liefert der ehemalige ARD-Mann das richtige Know-How.