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Die Arten der Preisdifferenzierung – eine Erläuterung mit Beispielen

Die Preisdifferenzierung ist ein praktisches Mittel für den Handel. Durch die Variierung des Preises je nach Situation und Konsument, kann ein Händler nicht nur bessere Preise erzielen, sondern auch die Nachfrage steigern.

Sinn der Sache ist vereinfacht gesagt also, den Preis immer so zu gestalten, dass möglichst viele Kunden möglichst teuer, viel und häufig kaufen.

Um diese Ziele zu erreichen, wird der Preis eines Gutes bei sonst gleichbleibenden Kosten entweder erhöht oder aber auch gesenkt. Die Preisdifferenzierung orientiert sich dabei an verschiedenen Dingen.

Die zeitliche Preisdifferenzierung

Bei der zeitlichen Preisdifferenzierung erfolgt die Änderung des Preises für ein Gut für bestimmte Zeiträume. So gibt es beispielsweise tageszeitabhängige und jahreszeitabhängige Preisgestaltungen.

Beispiele hierfür sind die Happy Hour in einer Bar, der Preisverlauf für Kraftstoff an Tankstellen oder auch diverse saisonale Angebote.

Die räumliche Preisdifferenzierung

Hier ist der eigene Standort bzw. der Absatzmarkt der entscheidende Faktor für die Preisgestaltung. Eine Tankstelle, die in einem Umkreis von 50 km konkurrenzlos ist, wird ihren Kraftstoff immer teurer verkaufen als vergleichsweise eine mit 3 anderen Tankstellen in direkter Umgebung.

Ein weiteres Beispiel: Ein im Heimatland gängiges Alltagsprodukt kann im Ausland als Delikatesse zu einem entsprechend höheren Preis verkauft werden.

Die personelle Preisdifferenzierung

Diese Variante findet sich häufiger als man vermuten könnte. Hier richtet sich die Preisgestaltung direkt nach dem Käufer.

Beispiele hierfür sind zahlreiche Schüler-, Studenten- und Rentnerangebote, spezielle Angebote und Rabatte für Stammkunden (auch in Form von Kundenkarten und Coupons), Nachlässe für Mitarbeiter bzw. Zusatzpersonen (z.B. umsonst mitreisende Kinder) sowie Ermäßigungen für Arbeitslose oder Familien mit vielen Kindern.

Die mengenmäßige Preisdifferenzierung

Hier gilt hinsichtlich der Preisgestaltung: „Mehr Ware ist weniger Preis“. Die Preisdifferenzierung erfolgt also in der Form, dass große Mengen zu einem günstigeren Preis angeboten werden bzw. Nachlässe auf große Mengen gewährt werden.

Bekannte Beispiele sind „Kauf 3, zahl 2“, Rabattierung für dauerhafte Großabnehmer oder auch Bonus- und Prämiensysteme,  bei denen die „Treue belohnt“ wird.

Sonstige Preisdifferenzierungen

Darüber hinaus kann die Preisgestaltung auch von der Distributionsart abhängig sein – also etwa, ob die Ware im Geschäft oder per Internet verkauft wird.

Auch kann eine sachliche Preisdifferenzierung erfolgen, allerdings ist diese eigentlich keine lupenreine Preisdifferenzierung, da sie immer mit einer gewissen Produktdifferenzierung einhergeht. So kann eine an sich gleichbleibende Ware durch unterschiedliche Verpackung und Benennung zu unterschiedlichen Preisen angeboten werden (z.B. Marken- und No-Name-Produkte).

Ein ebenfalls entscheidendes Kriterium kann der Verwendungszweck sein, also ob ein Produkt für den Gebrauch im Privathaushalt oder für Gewerbe und Industrie gedacht ist. Wobei auch hier mitunter eine geringfügige Produktdifferenzierung nötig sein kann.

So wird beispielsweise in der Produktion kostengünstigeres Speisesalz teurer verkauft als das kostenintensivere Industriesalz.

Ziele der Preisdifferenzierung

Mögliche Ziele der verschiedenen Arten der Preisdifferenzierung können neben der Gewinnsteigerung allgemein folgende sein: Gewinn von Neukunden bzw. zusätzlicher Kaufkraft, Kundenbindung, gleichmäßige Auslastung, Ausnutzung von Wettbewerbsvorteilen, Lagerräumung oder aber auch Verbesserung des Betriebsklimas sowie soziale Gerechtigkeit.

13. Dezember 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.