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Durchschnittliche Inflationsrate: Euro schlägt die D-Mark

In vielen Köpfen hat es sich festgesetzt: Der Euro ist ein „Teuro“. Die durchschnittliche Inflationsrate zeigt jedoch, dass er den Deutschen deutlich billiger kommt als die D-Mark. Seit 2002 wird der Euro in Deutschland und weiteren 22 Staaten als offizielles Zahlungsmittel genutzt und gilt seitdem nach dem US-Dollar als wichtigste Währung der Welt.

Die Diskussion über den Sinn der neuen Währung begann jedoch bereits vor der Einführung und hält bis heute an. Im Fokus steht dabei vor allem die Diskussion um unverhältnismäßig steigende Preise seit der Einführung.

Durchschnittliche Inflationsrate: Der Benzinpreis als Totschlagargument

Und ausgewählte Preise scheinen diese These zu untermauern. Beliebtestes Beispiel, vor allem in Wahlkampfzeiten, ist dabei der Benzinpreis. So betrug der durchschnittliche Preis für einen Liter Super im Jahr Dezember 2001 laut ADAC rund 1,85 DM, was einem Europreis von 0,94 € entsprechen würde.

Wichtig dabei ist zu erwähnen, dass die Benzinpreise nach den Anschlägen vom 11. September gegen Ende des Jahres wieder deutlich gesunken waren. Als Höchstwert wurde im Juni 2001 ein Durchschnittspreis von 2,07 DM oder 1,05 € gemessen.

Nach der Euroumstellung erreichte der Benzinpreis diese Höchstmarke bereits im April – eine Entwicklung, die auch mit der D-Mark ähnlich ausgefallen wäre. Im Sommer 2013 pendelte der Super-Preis rund 60 Cent über den Einstiegspreisen, eine Teuerungsrate von mehr als 60 %.

Durchschnittliche Inflation: Euro liegt vorne

Diese Entwicklung ist jedoch nur ein Extrembeispiel – der jährlich gemessene Verbraucherpreisindex fällt mit dem Euro sogar leicht positiver aus als zu Zeiten der D-Mark. So stieg dieser im Zeitraum zwischen 1996 und 2002 um 7,4 % an, im Zeitraum von 2002 bis 2007 hingegen nur um 7,3 %.

Mehr zum Thema: Der Verbraucherpreisindex als Grundlage der Inflation

Gemessen an einem deutlich längeren Zeitraum fällt die Bilanz des Euros noch deutlich positiver aus. Dann zeigt die durchschnittliche Inflationrate einen deutlichen Rückgang seit der Euroeinführung an. So betrug die Inflation in den 40 Jahren vor dem Euro im Durchschnitt 2,9 %. Seit 2002 ist die Teuerungsrate hingegen auf durchschnittlich 1,5 % gefallen.

Unterschiede zwischen realer und wahrgenommener Inflation

Die Unterschiede zwischen der realen und der wahrgenommen Teuerungsrate fallen dabei deutlich höher aus. Dies liegt jedoch nicht am Euro selber, sondern an dem marktüblichen Verhältnis von Angebot und Nachfrage.

Produkte, die häufig gekauft werden – beispielsweise die Butter im Supermarkt oder Heizöl für den Winter – werden von vielen Kunden gekauft und steigen daher im Preis. Nur wenig nachgefragte Produkte fallen hingegen im Preis, um mehr Kunden anzulocken.

Mehr zum Thema: Die gefühlte Inflation unter der Lupe

Beide Produkt-Kategorien werden jedoch zur Berechnung der Inflation hinzugezogen. Dies bedeutet meist, dass die Teuerungsrate für einen Haushalt teils deutlich über der offiziellen Inflation liegt. Dieser Unterschied ist jedoch kein Phänomen der Eurozone, sondern sowohl im Ausland als auch in der Vergangenheit zu beobachten.

10. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.