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EC-Karten: Im Ausland Geld abheben oft nicht möglich

Wenn Sie ins nicht-europäische Ausland reisen, sollten Sie sich nicht darauf verlassen, dass Ihre EC-Karte funktioniert.

So die Nachricht der Verbraucherzentralen, bei denen deswegen zahlreiche Reklamationen eingegangen sind.

Das gilt selbst dann, wenn Sie sich vorher vergewissert haben, dass ein Automat Ihrer Bank an Ihrem Reiseziel steht.

Warum kann man kein Geld im Ausland abheben?

Hintergrund: Einige Banken haben das Kartenlimit auf Null gesetzt, um Missbrauch durch illegale Kartenkopien zu vermeiden.

Dieses Null-Limit betrifft allerdings nur Abhebungen, die ausschließlich über den Magnetstreifen der Karte veranlasst werden und nicht über den goldfarbenen Chip, der sich auch noch auf der Karte befindet.

In Deutschland und den anderen EU-Ländern sowie der Schweiz Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz, Monaco lässt sich mit solchen Kopien aus technischen Gründen kein Geld abheben.

Ihnen fehlt der Chip, auf den die hiesigen Automaten zugreifen, bevor sie Geld ausgeben und der sich nicht so leicht fälschen lässt. Wohl aber gibt es im außereuropäischen Ausland viele Automaten, die keinen Chip erfordern und die die Fälscher daher mit Vorliebe nutzen.

Möglichkeiten um diese Fallen zu umgehen

Einige Banken, darunter die Deutsche Bank, ermöglichen es Ihren Kunden daher generell nicht, mit der EC-Karte im Ausland Bargeld abzuheben. Es gibt zwei Möglichkeiten, dieser Gefahr zu begegnen.

Möglichkeit 1: Benutzen Sie im Ausland nicht Ihre EC-Karte, sondern eine Kreditkarte. Da ist der Auslandseinsatz generell kein Problem.


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Möglichkeit 2: Halten Sie vor Ihrer Abreise Rücksprache mit Ihrer Bank. Lassen Sie das Magnetstreifen-Limit für die entsprechende Zeit und für Ihr Reiseziel nach oben setzen, um sich mit der EC-Karte auch dort mit Bargeld versorgen zu können.

Was tun, wenn ich ohne Bargeld und funktionsfähige Karte im Ausland bin

In diesem Fall empfiehlt sich ein Anruf bei der Bank vom Urlaubsland aus. Auf den meisten EC-Karten finden Sie auf der Rückseite eine Telefonnummer. Dort rufen Sie an, um sich ein Limit einrichten zu lassen.

Falls auch das fehlschlägt, bitten Sie Ihre Angehörigen, einen Bargeldtransfer über Western Union zu veranlassen. Das geht beispielsweise über die Postbank oder die Reisebank.

Das Geld wird Ihnen dann im Ausland – in entsprechender Währung – direkt ausgezahlt und Sie sind wieder flüssig.

Das Ausland ist aber auch noch in einer zweiten Hinsicht eventueller Problemfall: Dem Missbrauch der EC-Karte.

EC-Karte: Missbrauch vor allem im Ausland

Mit dem EMV-Standard soll die Sicherheit von EC- und Kreditkarten erhöht werden: Dieser Sicherheits-Chip sorgt dafür, dass sich die Geldkarten nicht mehr so einfach fälschen und kopieren lassen. Trotzdem boomt der Missbrauch von EC-Karten – vor allem im Ausland.

Durch EMV soll der bislang übliche Magnetstreifen ersetzt werden und die Echtheit der Karte durch eine Kommunikation der Karte mit dem Geldautomaten überprüft werden – doch dieses System wird bereits von Betrügern ausgenutzt.

Drei Verfahren gegen Missbrauch von EC-Karten

Das EMV-Verfahren kann drei unterschiedliche Verfahren nutzen, um die Authentizität einer Geldkarte zu überprüfen: Neben Static Data Authentication (SDA) und Dynamic Data Authentication (DDA) steht noch Combined Dynamic Data Authentication (CDA) zur Verfügung. Bei EC- und Kreditkarten kommen in erster Linie SDA und DDA zum Einsatz.

Doch das SDA-Verfahren wird bereits von Betrügern missbraucht, denn insbesondere aus Großbritannien häufen sich die Meldungen.

Das SDA-Verfahren setzt darauf, dass feststehende Kartendaten mit einem RSA-Schlüssel des herausgebenden Instituts signiert werden. Bei RSA handelt es sich um ein Verschlüsselungssystem.

Da diese Signatur statisch ist, kann sie bereits bei der Produktion der Geldkarte in den Sicherheits-Chip implementiert werden. Dadurch werden Kosten eingespart, was natürlich für das Unternehmen interessant ist.

Allerdings können die SDA-Chips keine eigenen Verschlüsselungsaufgaben bewältigen – und genau hier liegt der Hund begraben.

PIN im Offline-Modus unverschlüsselt übermittelt – offene Türen für Missbrauch von Daten

Wenn keine direkte Verbindung zum ausgebenden Institut besteht, dann wird die PIN, die am Geldautomaten eingegeben wird, unverschlüsselt an die Geldkarte geschickt. Um die PIN im Klartext abzugreifen, manipulieren Betrüger den Geldautomaten, indem sie ein Lesegerät auf den Schlitz für die Geldkarte aufstecken.

Die auf diese Weise eingelesenen Daten können dann auf den Magnetstreifen einer gefälschten Geldkarte geschrieben werden, sodass Kopien theoretisch auch weiterhin möglich sind.

Unternehmen haften bei Missbrauch von EC-Karten ohne EMV

Denn Karten mit Magnetstreifen werden auch weiterhin unterstützt, damit das Bezahlen und Geldabheben im Ausland funktioniert. Für Sie als Kunden ist es jedoch gut zu wissen, dass bereits 2005 die Haftungsumkehr eingeführt wurde.

Dies bedeutet, dass bei Betrugsfällen das Unternehmen haftet, das technisch nicht dazu in der Lage ist, das EMV-Verfahren zu unterstützen – also das jeweilige Geschäft oder eben die Bank.

Aus Kostengründen kommen insbesondere in Großbritannien häufig SDA-Chips zum Einsatz, während deutsche Kreditinstitute in erster Linie auf das sicherere DDA-Verfahren setzen.

Doch auch in Deutschland sollten Sie den Geldautomaten vorm Abheben immer einer kurzen Routineprüfung unterziehen, das Manipulationen (auch Skimming genannt) weiterhin zunehmen:

28. April 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Dr. Erhard Liemen. Über den Autor

Dr. Erhard Liemen ist Chefredakteur verschiedener, international renommierter Informationsdienste. Seit 1996 betreut er den angesehenen und erfolgreichen Dienst "Der Deutsche Wirtschaftsbrief".