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Erweiterter Wirtschaftskreislauf – Sparen erwünscht

Die Banken sind in den Medien häufig die Instanzen, die den Bürgern das Geld aus der Tasche ziehen. Doch ermöglichen sie erst das Sparen für jeden Einzelnen. Warum das so ist, lässt sich anhand des erweiterten Wirtschaftskreislaufs nachvollziehen.

 

Der „einfache“ Wirtschaftskreislauf

Bereits im 18. Jahrhundert machte sich der französische Ökonom François Quesnay über ein Modell des Wirtschaftskreislaufs Gedanken.

Er fragte sich, wie die Bewegungen von Gütern und Geldern zwischen den einzelnen Wirtschaftssubjekten vereinfacht in einem Modell dargestellt werden können, damit jeder Wirtschaftsinteressierte die Tauschbeziehungen verstehen kann. Nun können in solch einem Modell bis zu 5 Akteure beteiligt sein. Der erweiterte Wirtschaftskreislauf besteht hingegen nur aus 3 Sektoren, bindet aber neben den privaten Haushalten und Unternehmen den wichtigen Akteur Banken mit ein.

Denn die Banken sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass einerseits die Gelder den Akteur erreichen, der es benötigt, und andererseits Bürger die Möglichkeit haben, einen Teil ihres Einkommens zu sparen. Das Resultat ist die Fortsetzung des einfachen Wirtschaftskreislaufs – der erweiterte Wirtschaftskreislaufs.Wirtschaftskreislauf

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Funktion der Banken im erweiterten Wirtschaftskreislauf

Im einfachen Wirtschaftskreislauf sind lediglich 2 Akteure beteiligt. Hier konsumieren die privaten Haushalte alles und die Unternehmen produzieren lediglich. Das heißt, die privaten Haushalte stellen die Produktionsfaktoren (Arbeit, Boden und Kapital) komplett den Unternehmen zur Verfügung, aus denen dann die Güter hergestellt werden.

Dafür erhalten die privaten Haushalte eine Entlohnung (Lohn, Zins, Pacht). Mit dem erhaltenen Geld konsumieren anschließend die privaten Haushalte die hergestellten Güter, sodass damit der Kreislauf wieder geschlossen wird. Doch in der Realität vergibt nicht der Privatmann Herr Müller dem Unternehmen „Ziellos“ einen Kredite, damit dieses sich erweitern kann.

In der Regel übernehmen diese Aufgabe die Banken. Damit stehen im erweiterten Wirtschaftskreislauf die Banken zwischen den privaten Haushalten und den Unternehmen. Herr Müller hat nun die Möglichkeit, nicht alles zu konsumieren, sondern einen Teil seines Einkommens bei einer Bank zu sparen und dafür Zinsen zu erhalten.

Gleiches gilt für das Unternehmen „Ziellos“. Es kann Rücklagen bilden und diese bei den Banken einzahlen beziehungsweise Abschreibungen auf seine Produktionsanlagen tätigen. Damit leistet auch das Unternehmen „Ziellos“ einen Beitrag zur Vermögensbildung. Die Banken haben nun die Möglichkeit, in Höhe der Spargelder Kredite an das Unternehmen „Ziellos“ zu vergeben.

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Mit den zusätzlichen Geldern kann das Unternehmen „Ziellos“ dann Sachanlageinvestitionen vornehmen, das heißt Produktionsanlagen erwerben. Die Banken können wiederum mit dem eingenommen Kreditzins den Sparzins bedienen.

Bedingung des erweiterten Wirtschaftskreislaufs

Der erweiterte Wirtschaftskreislauf ist ein in sich geschlossener Kreislauf. Das heißt, die Geld- und Güterströme müssen sich ausgleichen. Es ist daher notwendig, dass die Ersparnisse den Nettoinvestitionen entsprechen und umgekehrt.

Folgen eines Kapitalstaus

Innerhalb des erweiterten Wirtschaftskreislaufs haben die Banken zum Großteil die Funktion übernommen, Gelder hin und her zu transferieren. Sollte aber die Höhe der zu- und abgeflossenen Gelder nicht übereinstimmen, dann erhält der Kreislauf nicht das gesamte Kapital zurück. Damit entsprechen die Investitionen nicht dem Kapital durch Sparen.

Das heißt, es werden nicht genügend Kredite nachgefragt, die die Konjunktur beflügeln oder Investitionen finanzieren könnten. Die Wirtschaftstätigkeit geht damit zurück und die Unternehmen müssen anfangen, ihre Kosten zu verringern. Meistens werden dann geringere Löhne ausgezahlt, was wiederum zu einem geringeren Konsum von Gütern führt. Kurz gesagt, die Wirtschaftsleistung nimmt ab und Stagnation ist die Folge.

1. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Kempe
Von: Michael Kempe. Über den Autor

Der diplomierte Betriebswirt (FH) und ausgebildete Finanzjournalist beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Kapitalmarkt – im Besonderen mit Aktien, Fonds und CFDs.