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Gemischte Prokura – das „Gemeinsam“ entscheidet

Nicht immer handelt ein Prokurist im Sinne der Vorstände, Geschäftsführer oder Inhaber eines Unternehmens. Plötzlich hat die Firma einen höheren Kredit zu berappen als geplant.

Damit das nicht passieren kann, erteilen viele Geschäftsführer die gemischte Gesamtprokura an ihre Angestellten.

Generell erhält ein Prokurist eine Art Vollmacht, mit der er alle Formen von gerichtlichen und außergerichtlichen Geschäften und Rechtshandlungen tätigen darf, die zum normalen Handelsgewerbe gehören.

Damit gewinnt der Geschäftsführer Zeit für andere Aufgaben. Um Unstimmigkeiten zu vermeiden, ist es aber sinnvoll, die Kompetenzen des Prokuristen einzuschränken.

In der gemischten Gesamtprokura kann der Prokurist nicht allein entscheiden, ob er beispielsweise einen Kredit für die Firma aufnehmen kann. Er benötigt dafür noch das Einverständnis einer weiteren Person.

Dabei können die Unternehmen die gemischte Gesamtprokura auf 2 Arten anwenden, die in der Regel abhängig von der Größe des Unternehmens eingesetzt werden.

Gemischte Prokura bei kleinen Unternehmen

Kleine Unternehmen von beispielsweise 25 bis 80 Angestellten stellen meistens nicht mehrere Prokuristen ein, sondern lediglich einen. Wie sich Personengesellschaft und Einzelunternehmen unterscheiden

Daher bezieht sich die gemischte Gesamtprokura auf den einen Prokuristen und die Geschäftsleitung – Inhaber des Geschäfts oder Geschäftsführer. Das heißt, dass der Prokurist nicht ohne den Geschäftsführer handeln bzw. dass der Geschäftsführer nicht mehr ohne den Prokuristen agieren kann.

Möchte beispielsweise der Prokurist ein Darlehen aufnehmen, um in Produktionsanlagen zu investieren, so muss er erst das Einverständnis des Geschäftsführers einholen, damit der Kreditvertrag rechtskräftig wird.

Größere Unternehmen haben mehrere Gesellschafter, von denen nur einer vom Prokuristen in Beschlag genommen wird. In kleinen Unternehmen wäre es schwierig, wenn der Geschäftsführer nur zusammen mit dem Prokuristen agieren darf.

Deshalb gibt es noch die gemischte halbseitige Gesamtprokura. Bei dieser Form ist lediglich der Prokurist von dem Geschäftsführer abhängig, nicht umgekehrt. Somit kann der Geschäftsführer auch unabhängig vom Prokuristen Geschäfte tätigen.

Gemischte Prokura bei Konzernen

Wenn Konzerne beziehungsweise deren Vorstände gemischte Gesamtprokura an Angestellte erteilen, dann besteht die Beziehung nicht nur aus dem Prokuristen und dem Vorstand, sondern vorwiegend zwischen den einzelnen Prokuristen im Konzern. Prokura Haftung: Worauf man als Prokurist gefasst sein muss

Dabei haben die Prokuristen unterschiedliche Vollmachten erhalten. So ist es in Konzernen üblich, dass ein Prokurist Einzelprokura erhalten hat und somit eigenständig allein entscheiden kann, während andere Prokuristen auf ihre Kollegen angewiesen sind.

So hat beispielsweise Prokurist „Alleskönner“ Einzelprokura für einen ganzen Bereich des Unternehmens und gleichzeitig mit dem Prokuristen „Entscheidungsunwillig“ Gesamtprokura. Denn Herr „Entscheidungsunwillig“ ist lediglich Leiter einer Abteilung innerhalb des Bereichs.

Damit kann Herr „Entscheidungsunwillig“ nur gemeinschaftlich mit Herrn „Alleskönner“ Verträge abschließen, während „Alleskönner“ ohne einen weiteren Prokuristen eigenständig Verträge unterzeichnen darf.

Fazit zur gemischten Prokura

Die gemischte Gesamtprokura ermöglicht Inhabern von Geschäften, nochmals über einen Vertrag zu schauen – auch wenn der Prokurist den Großteil ausarbeitet – ob alles im Sinne des Unternehmens ist.

Gleichzeitig ermöglicht diese Zusammenarbeit das Mehr-Augen-Prinzip. Mögliche Fehler können so eher erkannt werden. Die Vollmacht eines Prokuristen ist hingegen stark eingeschränkt. Das gleiche Prinzip gilt auch für Prokuristen in Konzernen zwischen höherrangigen und niederrangigen Prokuristen.

1. November 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Kempe
Von: Michael Kempe. Über den Autor

Der diplomierte Betriebswirt (FH) und ausgebildete Finanzjournalist beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Kapitalmarkt – im Besonderen mit Aktien, Fonds und CFDs.