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Liquidität 2. Grades: Offene Forderungen einbeziehen

Die Liquidität 2. Grades, auch Quick Ratio genannt, bezeichnet die Zahlungsfähigkeit zur Begleichung offener Verpflichtungen unter Einbezug kurzfristig offener Forderungen.

Unterschied zur Liquidität 1. Grades

Auf den ersten Blick mag die Berücksichtigung der kurzfristig offenen Forderungen nicht allzu wesentlich erscheinen.

Jedoch ergeben sich dadurch bei der Berechnung wie auch bei den Zielwerten wesentliche Unterschiede zur Liquidität 1. Grades.

Formel zur Berechnung

Bei der Berechnung der Liquidität 2. Grades werden die liquiden Mittel mit den kurzfristigen offenen Forderungen addiert und allen kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenübergestellt.

Liquide Mittel umfassen hierbei das Barvermögen, Guthaben auf Konten, Schecks, diskontierfähige Wechsel und etwaiges Aktienvermögen.

Als kurzfristige Forderungen werden in der Betriebswirtschaft Forderungen angesehen, bei denen innerhalb der Frist eines Jahres mit einem Zahlungseingang zu rechnen ist.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten sind die offenen Posten, die ebenfalls noch bis zu ein Jahr Restlaufzeit haben. Hinzu kommen Rückstellungen, die das Unternehmen tätigt, inklusive der Steuerrückstellungen. Die Formel, die sich somit für die Liquidität 2. Grades ergibt, ist:

Formel  

Berechnung der Liquidität 2 Grades (Quick Ratio)

?
Die Liquidität 2. Grades, auch "Quick Ratio" oder "einzugsbedingte Liquidität" genannt, bezeichnet die Zahlungsfähigkeit zur Begleichung offener Verpflichtungen unter Einbeziehung kurzfristig offener Forderungen.Der Richtwert für die Höhe des 2. Liquiditätsgrads liegt bei etwas über 100%.
$$\bo\text"Liquidität"↙\text"2 Grades" = [(\text"(flüssige Mittel + kurzfristige Forderungen)" / \text"kurzfristige Verbindlichkeiten"\)]*100$$
Ergebnis berechnen

Die Liquidität 1. Grades und die Liquidität 3. Grades werden mit leicht abgewandelten Formeln berechnet. Liquidität berechnen leicht gemacht mit den richtigen Formeln

Liquidität 2. Grades: 100% sollten mindestens erreicht werden

Während bei der Liquidität 1. Grades 10% bis 30% reichen, damit von einem gesunden Unternehmen gesprochen werden kann, liegt der Fall bei der Liquidität 2. Grades etwas anders.

Durch Hinzurechnen der kurzfristigen Forderungen sollte hier eine Marke von 100% bis 120% erreicht werden, damit von einer soliden finanziellen Situation des Unternehmens ausgegangen werden kann.

Eine Liquidität 2. Grades, die unterhalb der Marke von 100% liegt, kann ein Fingerzeig dafür sein, dass der Lagerbestand im Berechnungszeitraum zu hoch ist. Dies wiederum ist ein Anzeichen für Absatzschwierigkeiten.

Liegt die Liquidität 2. Grades bei 100% und höher, ist das Unternehmen in der Lage, alle kurzfristigen Verbindlichkeiten mit liquiden Mitteln und durch Zahlungseingänge aus  kurzfristigen Forderungen zu begleichen.

Liegt die Liquidität 2. Grades allerdings unter 100%, besteht die Gefahr, dass Zahlungsverpflichtungen nicht eingehalten werden können. Ein solcher Liquiditätsengpass kann im schlimmsten Fall zur Insolvenz führen.

Liquidität 2. Grades: Aussagekraft der Kennzahl

Die Liquidität 2. Grades ist also eine zeitbezogene Kennzahl, um die Liquiditätssituation eines Unternehmens einzuschätzen.

Allerdings sollte diese Kennzahl nie zu hoch bewertet werden. Denn sie ist, wie gesagt, zeitbezogen, betrachtet also nur den Moment der Erstellung. Später datierte Forderungen sowie auch Zahlungsverpflichtungen werden nicht eingerechnet.

Zudem besteht die Möglichkeit, dass das Ergebnis durch sogenanntes „Window dressing“ (Bilanzen frisieren) und eine gezielte Auswahl des Betrachtungszeitraums manipuliert wird.

5. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rüdiger Dalchow. Über den Autor

Seit 1995 ist er selber aktiv an den Märkten tätig und hat dabei sowohl Hochs als auch Tiefs erlebt. Aus dieser Erfahrung heraus ist es sein Ziel, dem privaten Anleger oftmals zu kompliziert dargestellte Zusammenhänge an der Börse möglichst einfach, aber dennoch effektiv näherzubringen. Seit 2011 führt sein Blog www.aktienhandel-einsteiger.de mit interessanten Fachartikeln und Interviews durch das Aktiendickicht.