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Liquidität berechnen leicht gemacht mit den richtigen Formeln

Mit der Liquidität wird die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens dargestellt. Es gibt in der Betriebswirtschaftslehre 3 Liquiditätsgrade, die mit einfachen Formeln berechnet werden können.

Die Aussagekraft dieser Kennzahlen ist jedoch mit etwas Vorsicht zu genießen.

Bedeutung der Liquidität

Der Begriff Liquidität geht aus dem lateinischen Wort „liquidus“ hervor, was „flüssig“ bedeutet. Daher spricht der Volksmund auch davon, „flüssig“ zu sein, wenn genug Geld vorhanden ist.

In der Betriebswirtschaft geht es darum, ob in einem Unternehmen genug Zahlungsmittel vorhanden sind, um Zahlungsverpflichtungen termingerecht zu begleichen.

Diese liquiden Mittel sind Barvermögen, Guthaben auf Konten, Schecks, diskontierfähige Wechsel und Aktienvermögen, das kurzfristig veräußert werden kann.

Liquiditätsgrad 1 berechnen

Die Liquidität 1. Grades, auch Barliquidität oder Cash Ratio genannt, ist die Gegenüberstellung dieser liquiden Mittel mit den kurzfristigen Zahlungsverbindlichkeiten.

Berechnen lässt sich die Liquidität 1. Grades mit der folgenden Formel:

Formel  

Berechnung der Liquidität 1 Grades (Cash Ratio)

?
Die Liquidität 1 Grades, auch Cash Ratio genannt, ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl die Auskunft über die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens gibt. Ein Unternehmen wird als „gesund“ eingestuft wenn die Liquidität 1 Grades zwischen 10% bis 30% liegt.
$$\bo\text"Liquidität"↙\text"1 Grades" = [(\text"flüssige Mittel" / \text"kurzfristige Verbindlichkeiten"\)]*100$$
Ergebnis berechnen

Die Liquidität 1. Grades sollte einen Wert zwischen 10% und 30% erreichen. Eine Erreichung von 100% ist nicht notwendig, da durch offene Forderungen ja weitere Zahlungszuflüsse ins Unternehmen kommen.

Ein zu hoher Liquiditätsgrad würde zu viel Kapital binden. Dieses Kapital könnte an anderer Stelle besser eingesetzt werden, man spricht hier von den Opportunitätskosten.

Liquiditätsgrad 2 berechnen

Die Liquidität 2. Grades wird auch als Acid Test Ratio oder als Einzugsliquidität bezeichnet. Die Berechnung sollte einen Zielwert von 100% bis 120% erreichen. Wird die Marke von 100% nicht erreicht, ist die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens gefährdet.

Hier gilt es zu prüfen, ob Absatzschwierigkeiten zu erhöhten Lagerbeständen geführt haben. Zur Erhaltung der Zahlungsfähigkeit ist oftmals die Aufnahme eines Kredits oder der Verkauf von Anlagevermögen notwendig.

Beim Berechnen der Liquidität 2. Grades werden die kurzfristigen Forderungen mit einbezogen. Als kurzfristig werden in der Regel Forderungen betrachtet, mit deren Ausgleich innerhalb eines Jahres zu rechnen ist. Hier lautet die Formel zur Berechnung:

Formel  

Berechnung der Liquidität 2 Grades (Quick Ratio)

?
Die Liquidität 2. Grades, auch "Quick Ratio" oder "einzugsbedingte Liquidität" genannt, bezeichnet die Zahlungsfähigkeit zur Begleichung offener Verpflichtungen unter Einbeziehung kurzfristig offener Forderungen.Der Richtwert für die Höhe des 2. Liquiditätsgrads liegt bei etwas über 100%.
$$\bo\text"Liquidität"↙\text"2 Grades" = [(\text"(flüssige Mittel + kurzfristige Forderungen)" / \text"kurzfristige Verbindlichkeiten"\)]*100$$
Ergebnis berechnen

Liquiditätsgrad 3 berechnen

In die Berechnung der Liquidität 3. Grades werden zusätzlich zu den kurzfristigen Forderungen auch noch die Vorräte mit einbezogen. Der 3. Liquiditätsgrad wird auch Current Ratio genannt.

Berechnen kann man die Liquidität 3. Grades mit der Formel:

Formel  

Berechnung der Liquidität 3 Grades (Current Ratio)

?
Laut der sogenannten „Banker’s Rule“ liegt ein optimaler Zielwert für die Liquidität 3. Grades bei 200%
$$\bo\text"Liquidität"↙\text"3 Grades" = [(\text"Umlaufvermögen" / \text"kurzfristige Verbindlichkeiten"\)]*100$$
Ergebnis berechnen

Laut der sogenannten „Banker’s Rule“ liegt ein optimaler Zielwert für die Liquidität 3. Grades bei 200%. Wird ein Wert unter 100% erreicht, ist gegen die „goldene Bilanzregel“ verstoßen worden und es wurde langfristiges Anlagevermögen mit nur kurzfristig zur Verfügung stehendem Kapital finanziert.

Liquidität berechnen und Kennzahlen bewerten

Die Berechnung der Liquidität gibt einen schnellen Überblick über die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens. Wie eingangs schon erwähnt, sind die Ergebnisse jedoch mit Vorsicht zu genießen. Zum einen ist jede Berechnung nur eine Momentaufnahme.

Zahlungseingänge, Forderungen und auch Zahlungsverpflichtungen, die auch nur einen Tag nach der Berechnung entstehen, werden dabei nicht berücksichtigt.

Hier liegt auch die Gefahr der Manipulation solcher Kennzahlen, indem der Zeitraum der Erstellung bewusst gewählt wird, um ein gewünschtes Ergebnis zu erzielen.

5. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rüdiger Dalchow. Über den Autor

Seit 1995 ist er selber aktiv an den Märkten tätig und hat dabei sowohl Hochs als auch Tiefs erlebt. Aus dieser Erfahrung heraus ist es sein Ziel, dem privaten Anleger oftmals zu kompliziert dargestellte Zusammenhänge an der Börse möglichst einfach, aber dennoch effektiv näherzubringen. Seit 2011 führt sein Blog www.aktienhandel-einsteiger.de mit interessanten Fachartikeln und Interviews durch das Aktiendickicht.