Huawei Aktie: Warum gibt es keinen Börsengang?

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Eine Huawei Aktie wird seit langem erwartet, doch der Smartphone-Hersteller will nicht an die Börse - was sind die Gründe? (Foto: astudio / shutterstock.com)

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Der chinesische Smartphone-Hersteller Huawei war kurzzeitig sogar der größte Smartphone-Hersteller der Welt und hat die globalen Giganten Apple und Samsung überholt. Das Unternehmen ist dann ins politische Kreuzfeuer zwischen den USA und China geraten und sieht sich Sanktionen ausgesetzt. Wie es in 2021 für Huawei weitergeht, ist noch unklar. Was jedoch so gut wie sicher ist: In naher Zukunft will das Unternehmen weiterhin nicht an die Börse. Warum strebt Huawei bislang keinen IPO an? Und wann haben interessierte Anleger vielleicht die Chance Huawei Aktien zu kaufen?

Warum will Huawei nach wie vor nicht an die Börse?

Über den Hauptgrund, warum Huawei auf einen IPO verzichtet, kann letztlich nur spekuliert werden. Zumindest scheint der Konzern nicht auf zusätzliches Geld durch Aktien angewiesen zu sein. Inwieweit sich die Regierung in Peking engagiert, ist nicht bekannt. Allerdings gibt es Mutmaßungen, das Unternehmen sei ein verlängerter Arm chinesischer Geheimdienste.

Mehrfach ließ die in Shenzhen ansässige Huawei durchblicken, dass man keine Pläne für einen Börsengang und eine entsprechende Huawei Aktie hat. Daran hat sich auch bis heute nichts geändert. Huawei-Gründer Ren Zhengfei sieht sogar Vorteile darin, dass Huawei keine öffentlich gehandelte Gesellschaft ist. So muss der Konzern keine Quartalsberichte mit Gewinnen abliefern und kann sich so besser auf seine langfristigen Ziele konzentrieren. Privatanleger haben durch diese Strategie allerdings das Nachsehen, denn sie können somit nicht am Erfolg des Smartphone-Herstellers teilhaben.

Huawei zieht 2020 an Apple und Samsung vorbei – dann wirkten die Sanktionen

Im ersten Quartal 2020 war Huawei kurzfristig die Nummer eins im Smartphone-Markt und hatte Apple sowie Samsung hinter sich gelassen. Doch die Sanktionen der US-Regierung haben weiterem Wachstum einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Durch strenge Sanktionen seitens der die USA hat Alphabet bzw. Google die Zusammenarbeit mit Huawei zum Teil beendet. Dies hat große Auswirkungen auf Huawei-Smartphones, da die Handys des chinesischen Konzerns unter anderem Android als Betriebssystem installiert haben. Zudem musste aufgrund des Handelsembargos die Produktion stark gedrosselt werden, da Huawei nicht mehr alle benötigten Bauteile zukaufen konnte.

Wie will Huawei wieder die Nummer 1 werden?

Richard Yu ist ein Manager der Bürokratie hasst, aber Innovationen liebt. Der Manager gilt als risikoaffin, was neue Innovationen angeht, was sich auch in Huawei-Produkten widerspiegelt. Bereits frühzeitig hatte Huawei die Herstellung von Feature Phones eingestellt und auf High-End Smartphones mit KI-Chips (künstliche Intelligenz) gesetzt.

In Huawei-Produkten sind oft größere Akkus, größere Bildschirme und hochwertige Kameras zu finden, um sich der Kundennachfrage anzupassen. Inzwischen stellt Huawei auch seine eigenen Chips mit künstlicher Intelligenz (KI) her. Huawei-Manager Yu ist überzeugt, dass künstliche Intelligenz (KI) eine Schlüsseltechnik sein wird, um Smartphones auf das nächste Level zu hieven. Mit KI-basierten Telefonen will Huawei den Wettbewerbswettlauf mit Apple und Samsung gewinnen und sich so an der Spitze im Smartphone-Markt behaupten. Doch die politischen Auseinandersetzungen sind momentan das große Problem für den Konzern. Durch die Sanktionen hat Huawei derzeit kaum eine Chance, die Nummer eins im Smartphone-Markt zu werden.

Wann ist mit einer Huawei Aktie zu rechnen?

Ob Huawei es jemals schafft, auch die westlichen Märkte zu erobern, bleibt abzuwarten. Aufgrund seines wachsenden Servicegeschäfts ist die Apple-Aktie zwar weiterhin für langfristig orientierte Anleger interessant, doch Anleger sollten in Zukunft mit niedrigeren Wachstumsraten bei Apple rechnen. Ähnliches gilt auch für die Samsung-Aktie, zumal der Smartphone-Markt in regionalen Märkten (Westeuropa etc.) bereits eine gewisse Marktsättigung erreicht hat.

Apple und Samsung müssen sich in den nächsten Jahren in jedem Fall auf einen noch intensiveren Wettbewerb im Smartphone-Markt einstellen, der zunächst nur auf politischer Ebene stattfindet. Solange die Sanktionen aufrechterhalten werden, wird es für Huawei schwer.

So oder so stehen auch in 2021 stehen die Chancen schlecht, dass Huawei an die Börse kommt und eine Huawei Aktie gehandelt werden kann. Vielmehr müssen Anleger damit rechnen, dass Huawei bis auf weiteres in privater Hand bleiben wird. Inwieweit Huawei tatsächlich mit dem chinesischen Staat zusammenarbeitet, lässt sich schwer beurteilen. Offiziell dementiert Huawei derartige Vorwürfe immer wieder.

Als börsennotierte Gesellschaft müsste Huawei strengere Publikationspflichten erfüllen, was aus Transparenzgründen sicherlich mehr Licht ins Dunkel bringen würde. Daher ist das Fernbleiben Huaweis von der Börse nicht nur schade für Anleger, sondern auch für all jene, die auf mehr Klarheit beim chinesischen Telekomausrüster gehofft hatten.

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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