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Akzo Nobel: Niederländischer Farbenspezialist mit Übernahme in Kolumbien

Inhaltsverzeichnis

Der Spezialchemiekonzern Akzo Nobel ist weiter auf Wachstumskurs. Neben organischem Wachstum setzen die Niederländer aber auch auf Zukäufe, um ihre Geschäfte anzukurbeln.

Nach dem Kauf von Titan Paints (Spanien) und New Nautical Coatings (USA) hat Akzo Nobel jetzt die Übernahme des kolumbianischen Lackherstellers Grupo Orbis in trockene Tücher gebracht. Mit dem Deal wird vor allem die Position in lukrativen südamerikanischen Markt gestärkt.

Akzo Nobel – der Spezialist für Farben und Lacke

Bevor wir auf den Deal im Detail kommen, möchte ich Ihnen den Käufer erst einmal näher vorstellen. AkzoNobel ist ein weltweit operierendes Großunternehmen mit Schwerpunkten in Farbenherstellung und Spezialchemie. Der Stammsitz ist in den Niederlanden. Bis 2014 war AkzoNobel gemessen am Umsatz der größte Hersteller von Farben und Lacken weltweit.

Die AkzoNobel hat zwei Hauptgeschäftsfelder:

  • Dekorationsfarben: Dieser Geschäftsbereich fokussiert sich auf die Herstellung und Vermarktung von Konsumentenprodukten. Produkte sind Farben, Lasuren, Anstriche und Hilfsprodukte, die im privaten Haushalt Verwendung finden und auch über Baumärkte und Fachgeschäfte vertrieben werden. Marken wie Sikkens, Lasol, Dulux, Xyladecor, Molto und Moltofill stehen dabei stellvertretend für die Produktpalette.
  • Industrielle Farben und Beschichtungen: In diesem Segment werden industrielle Lacke, Farben und Beschichtungssysteme entwickelt, produziert und vermarktet. Dies umfasst die Herstellung von Produkten für die Beschichtung von Schiffen, Flugzeugen und Autos sowie von Reparatursystemen für Karosserien. Ferner gehören Produkte für die Beschichtung von Metallen, Metallverpackungen sowie von Pulverlacken zum Portfolio.

Im letzten Geschäftsjahr gingen bei den Niederländern Umsätze in Höhe von 9,58 Milliarden Euro durch die Bücher. Unter dem Strich erzielte Akzo Nobel einen Jahresgewinn von 829 Millionen Euro.

Akzo Nobel bringt Übernahme in Kolumbien über die Ziellinie

Nun hat Akzo Nobel in Kolumbien zugeschlagen und die Firma Grupo Orbis übernommen. Das Ziel liegt auf der Hand: Die Position in Süd- und Mittelamerika soll weiter gestärkt werden.

Grupo Orbis ist in zehn Ländern in Mittelamerika, Südamerika und auf den Antillen vertreten und erzielt einen konsolidierten Umsatz von rund 360 Millionen Euro. Die Transaktion (Kaufpreis unbekannt) umfasst das Farben- und Lackgeschäft von Pintuco, Andercol und Poliquim (Harze, Emulsionen, Klebstoffe und Spezialchemikalien), Mundial (Vertrieb von Farben und verwandten Produkten) und Centro de Servicios Mundial (gemeinsames Dienstleistungszentrum).

Deal soll Synergien heben

Das Pintuco-Portfolio besteht zu 75% aus Dekorfarben und zu 25% aus Beschichtungen. Die Produkte werden in zehn Ländern angeboten und bieten laut Aussagen der Akzo Nobel-Konzernführung das Potenzial, um zahlreiche Ertragssynergien zu realisieren.

Wachstum im ersten Quartal – Russland sorgt für Bremseffekt

Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres setzten die Niederländern ihren Wachstumskurs fort. Probleme in den Lieferketten und negative Auswirkungen der Russland-Sanktionen konnten durch höhere Preise ausgeglichen werden (in Q1 wurden die Preise um 17% angehoben).

Unter dem Strich kletterte der Umsatz um 12% auf 2,52 Milliarden Euro. Das Nettoergebnis fiel mit 154 Millionen Euro aber deutlich geringer aus als im Vorjahr (217 Millionen Euro). An den Prognosen hielt der Vorstand unterdessen fest.

Die Anleger zeigen sich bislang vollkommen unbeeindruckt. Mit einem Kursrückgang von rund 15% im Börsenjahr 2022 kann sich die Aktie nicht vom allgemeinen Marktumfeld abkoppeln.