Celonis: Anleger warten auf den Börsengang – Was steckt hinter der Aktie?

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Celonis will an die Börse - und die Anleger warten auch in 2021 noch auf den Börsengang. Was steckt hinter dem Software-Star aus München? (Foto: ESB Professional / shutterstock.com)

Celonis gilt als eine der größten deutschen Erfolgsgeschichten. Im Sommer 2021 konnte Celonis nochmals 1 Mrd. US-Dollar im Rahmen einer Finanzierungsrunde D erlösen, womit das Münchner Softwarehaus inzwischen mit mehr als 11 Mrd. US-Dollar bewertet wird.

Zudem hat Celonis mit Carlos Kirjner einen Technologie-Veteran und Ex-Wallstreet-Analysten von Google geholt, der künftig als Finanzchef (CFO) von Celonis fungieren wird. Dies könnte ein Zeichen dafür sein, dass bei Celonis mittelfristig ein Börsengang ansteht.

Celonis Börsengang – Was steckt hinter der Aktie?

Im Jahr 2011 haben mit Bastian Nominacher, Martin Klenk und Alexander Rinke drei junge Studenten das Unternehmen Celonis gegründet. Celonis mit Hauptsitz in München vermarktet eine Cloud-basierte Datenanalyse-Software und gilt als Marktführer im sogenannten Markt für „Process Mining“. Diese Software hilft dabei, Geschäftsprozesse anhand von Daten weiter zu optimieren und Schwachstellen zu beseitigen.

Anhand der Software von Celonis können Firmen einen noch besseren Einblick in Geschäftsprozesse erhalten. Hierzu klinkt sich die Software in IT-Systeme einer Firma ein und greift Daten über einzelne Unternehmensabläufe ab. Mithilfe dieser Daten können Firmen dann Verbesserungen im Bereich Beschaffungswesen, Finanzierung, Cashflow-Management, Fertigung, Produktion, Vertrieb und Bezahl-Management anstoßen.

Im Jahr 2020 hat Celonis mit „Execution Management“ eine neue Plattform vorgestellt, wodurch Firmenkunden Zugang zu einem Dashboard erhalten, das Prozessdaten in Echtzeit anzeigt. Dadurch können Firmen auf einen Blick weitere Optimierungs- und Automatisierungsmöglichkeiten erkennen.

Zu den namhaften Kunden des Unternehmens gehören Einzelhändler wie EDEKA und Rewe, aber auch Vodafone, Siemens, BMW, UBS, Cisco Systems, 3M, Adobe Systems und Tele2. Als Kooperationspartner fungiert u.a. der Walldorfer Softwarekonzern SAP, der die Softwarepakete von Celonis weltweit vertreibt.

Celonis in Zahlen

Celonis beschäftigte zuletzt über 1.300 Mitarbeiter weltweit. Im Jahr 2017 erreichte der Umsatz von Celonis bereits 20 Mio. Euro, wobei das Unternehmen als profitabel gilt. Im Jahr 2019 hat Celonis bereits die Umsatzmarke von 100 Mio. Dollar bei den wiederkehrenden Umsätzen überschritten.

Branchenexperten vermuten, dass Celonis in den letzten Jahren jeweils 100% und mehr gewachsen ist. Daher erwarten Analysten, dass Celonis in diesem Jahr voraussichtlich die Umsatzmarke von 400 Mio. US-Dollar bei den wiederkehrenden Umsätzen überschreiten könnte. Laut Unternehmensmitgründer Alexander Rinke ist ein Börsengang für das Unternehmen weiterhin denkbar.

Celonis Aktie: Was ist das Besondere am Unternehmen?

Das Erfolgsgeheimnis von Celonis liegt nach Meinung von Branchenexperten darin, dass die Software von Celonis nicht nur individuelle Prozesse erfassen und Schwachstellen aufzeigen kann, sondern auch zeigt, wo die Ursachen hierfür liegen.

Gleichzeitig zeigt die Celonis-Software aber auch konkrete Lösungsansätze auf, was zu Produktivitätsverbesserungen führt und Unternehmen oft zu Millionen-Einsparungen verhilft. Darin unterscheidet sich die Celonis-Software deutlich von den Analyse-Tools anderer Unternehmen, die teils nur auf Problemstellen hinweisen, aber keine echten Lösungsansätze bieten.

Zudem können sich Firmen mit dem Einsatz von Celonis-Software oftmals teure Berater sparen, die aufwendige Lösungsansätze entwickeln.

Fazit: Celonis-Börsengang ist ein Schmankerl für Anleger

Mit dem bayerischen Softwarehaus Celonis dürfte ein echtes Schmankerl für die Anleger an die Börse kommen. Der Grund: Das Unternehmen kann nicht nur mit einem innovativen Produkt, sondern auch mit entsprechenden Wachstumszahlen und einem fähigen Führungstrio aufwarten. Ergebnis ist eines der wenigen deutschen Softwarefirmen, die auf internationalem Niveau mithalten können.

In der Vergangenheit haben Firmen durch die Verlagerung der Produktion ins Ausland ihre Kosten gesenkt. Das funktioniert heute nicht mehr so einfach. Stattdessen liegt heute der Fokus vieler Unternehmen darauf, interne Abläufe weiter zu optimieren, um Kosten zu sparen und Systemkomplexität zu verringern.

Dies ist aber ebenfalls nicht so einfach, da Großkonzerne über Tochterfirmen heute weit verzweigt auf den Weltmärkten aufgestellt und damit kaum mehr zu durchblicken sind – zumindest für Menschen. Hier kann eine Software eine wichtige Hilfe sein. Vor allem mit der neuen Plattform „Execution Management“ geht Celonis noch einen Schritt weiter und bietet ein Tool an, wodurch sich Änderungen im Prozess-Management in Echtzeit erkennen und umsetzen lassen.

Ein weiterer Pluspunkt von Celonis ist, dass die Softwarelösung sehr flexibel ist. Das bedeutet, dass die Software mit allen wichtigen IT-Systemen kompatibel ist, um große Datenmengen zu verarbeiten. Unter dem Strich dürfte die Celonis Aktie eine Bereicherung für den Kurszettel sein, auch wenn der Börsengang vermutlich an der Technik-Börse Nasdaq erfolgen wird.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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