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Infineon Dank weltweiter Chip-Krise mit kräftigem Gewinnsprung

Infineon Dank weltweiter Chip-Krise mit kräftigem Gewinnsprung
lukassek / shutterstock.com
Inhaltsverzeichnis

Beim deutschen Halbleiterhersteller Infineon laufen die Geschäfte Dank der weltweiten Chipkrise auf Hochtouren. Die Münchener haben gerade ein neues Rekordjahr hinter sich gebracht. Vor allem die hohe Nachfrage nach Halbleitern bei gleichzeitig angespannten Lieferketten beschert Deutschlands Branchenprimus deutlich höhere Umsätze und Margen. Entsprechend zuversichtlich zeigt sich das Management auch für das kommende Jahr und hebt die Prognose nochmals an.

Die Anleger freut es, denn auch die Aktie kratzt an ihrem Allzeithoch. Wer zum Jahreswechsel auf die Papiere des Chipspezialisten gesetzt hat, kann sich inzwischen über einen hohen Wertzuwachs von 33% freuen.

Vom chronischen Verlustbringer zur Gewinnmaschine

Dabei liefen die Geschäfte bei Infineon nicht immer so prickelnd wie jetzt. Der Konzern wurde im Jahr 1999 gegründet, als der große Technologie-Mischkonzern Siemens seine chronisch verlustbringende Halbleitersparte ausgliederte. Siemens war zunächst weiter am Unternehmen beteiligt, zog sich später jedoch ganz zurück. Heute ist Infineon in vier Geschäftssegmenten aktiv:

Automotive: Hier entwickelt Infineon Halbleiterlösungen für den Automobilbereich, beispielsweise für Antriebsstränge, Klimaanlagen und Sicherheitsmerkmale, aber auch für landwirtschaftliche Zugmaschinen.

Industrial Power Control: In diesem Geschäft werden Leistungshalbleitern für hohe Spannungen gebündelt, die etwa in Solar- und Windenergieanlagen, Haushaltsgeräten und der Industrie verwendet werden.

Digital Security Solutions: Dieses Segment entwickelt Sicherheitslösungen, etwa für Ausweise, Zahlungssysteme und Internet-of-Things-Anwendungen.

Power Management & Multimarket: Umfasst die Produktion von Stromversorgungs-Chips – etwa für Ladegeräte und Beleuchtungssysteme – sowie von Sensoren und Hochfrequenz-Chips zusammen.

Infineon verdreifacht Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr

Gerade hat der Halbleiterhersteller seine Jahreszahlen vorgelegt (Anm.: bei Infineon endet das Geschäftsjahr am 30. September) und diese waren ausgesprochen stark: Der Umsatz kletterte um 29 % auf 11,1 Milliarden Euro. Das Segmentergebnis stieg überproportional um 77 % auf 2,1 Milliarden Euro.  Entsprechend verbesserte sich die Marge auf 18,7% uns lag damit 5 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau.

Neben dem Nachfrageboom nach dem Coronaschock und Preiserhöhungen gegenüber den Abnehmern bei gleichzeitiger Chipknappheit trug zum Wachstum auch der US-Zukauf Cypress bei. Der aktuelle Boom machte sich auch bei den Mitarbeitern bemerkbar: Im Jahresvergleich stieg die Anzahl der Beschäftigten um mehr als 3600 auf 50.288.

Firmenboss schraubt Prognose nach oben

Auf Grund der weiter hohen Geschäftsdynamik zeigt sich die Firmenführung zuversichtlich und peilt nun leicht höhere Ziele an: Für das laufende Geschäftsjahr soll ein Umsatz von 12,2 bis 13,3 Milliarden Euro durch die Bücher gehen. Im Mittel dieser Spanne (12,7 Mrd. Euro) soll die operative Marge rund 21 % betragen. Das wäre der höchste Wert in der kompletten Firmengeschichte und liegt oberhalb der ursprünglichen Planung. Zum Hintergrund: Bislang hatte das Management eine Marge von 20% avisiert.

Gleichzeitig sollen die Investitionen um 900 Millionen Euro auf 2,4 Milliarden Euro angehoben werden. Der Schwerpunkt der Investitionen liege im Ausbau der Kapazitäten an den Standorten Dresden und Villach. Obwohl viele Unternehmen stark in den Ausbau von Chipkapazitäten investieren, befürchtet Firmenchef Reinhard Ploss nicht, dass es nach einem Ende der aktuellen Knappheit durch den Aufbau von zu vielen Fabriken zu einem Überangebot in der Branche kommen könnte. Davon scheinen derzeit auch die Anleger überzeugt zu sein.