Merck übernimmt US-Biopharmaunternehmen Exelead für 780 Mio. Dollar

Saeche-Drei-Dollar-Voll-Animation.jpg

Rund 780 Mio. US-Dollar zahlt Merck für das auf die mRNA-Technologie spezialisierte US-Unternehmen Exelead. (Foto: Sebastian Kaulitzki - Fotolia)

Am Dreikönigstag gab der in Darmstadt ansässige Pharmakonzern Merck KGaA bekannt, dass er mit dem US-amerikanischen Biotech-Unternehmen Exelead eine Übernahmevereinbarung unterzeichnet hat.

Merck hat sich darin bereit erklärt, rund 780 Mio. US-Dollar (USD – entspricht etwa 690 Mio. Euro) in bar zu bezahlen. Das Geld landet aber wohl nicht in den USA, sondern in Italien. Denn die in Privatbesitz befindliche Exelead ist eine 100-prozentige Tochter des in Rom ansässigen Unternehmens Essetifin SpA.

Exelead ist im lukrativen Bereich der mRNA-Technologie aktiv

Durch die Übernahme wollen die Darmstädter ihre Kapazitäten im – nicht nur aufgrund der Corona-Pandemie – boomenden Bereich der mRNA-Technologien weiter ausbauen. Dies betont auch der Vorsitzende der Merck-Geschäftsleitung, Belén Garijo, in einer Stellungnahme zur Übernahme von Exelead:

„Neue Modalitäten, insbesondere mRNA, stellen eine äußerst attraktive Geschäftsmöglichkeit dar, da Pharma- und Biotechunternehmen zunehmend auf diese Technologie setzen – auch über Covid-19 hinaus.“

„Mit der Übernahme von Exelead kann Merck seinen Kunden führende Services als Auftragsentwickler und -hersteller anbieten und so noch besser vom enormen Potenzial des rasant wachsenden Markts für mRNA-Therapeutika profitieren“, so Garijo weiter.

Exelead im Kurzporträt

Konkret ist Exelead auf die Entwicklung und Herstellung komplexer injizierbare medizinischer Trägermaterialien spezialisiert. Diese sogenannte „Drug-Delivery-Technologie“ ist laut Merck eine Schlüsselkomponente für mRNA-Therapeutika zur Bekämpfung von Covid-19 und vielen anderen Erkrankungen.

Das US-Biotechnologieunternehmen hat seinen Hauptsitz und Produktionsstandort in Indianapolis, der im mittleren Westen der USA gelegenen Hauptstadt des Bundesstaates Indiana. Das Unternehmen verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung im Bereich der Wirkstoffträgerentwicklung und beschäftigt mehr als 200 hoch qualifizierte Mitarbeitende.

Exelead ist aber nicht nur in der Entwicklung von medizinischen Trägermaterialien tätig, sondern bietet sein biotechnisches Forschungs-Know-how auch anderen Unternehmen als Dienstleistung an.

Darüber hinaus ist das Unternehmen aus Indianapolis auch als biopharmazeutischer Auftragshersteller tätig. Als solcher unterstützt Exelead seit einigen Monaten auch das US-Pharmaunternehmen Pfizer bei der Herstellung des Pfizer-BioNTech Covid-19-Impfstoffs.

Bereits die zweite Übernahme für Merck im mRNA-Sektor

Laut eigenen Aussagen setzt Merck darauf, das Wachstum seines innovativen Geschäftsbereichs Process Solutions mittels gezielter kleinerer bis mittlere Zukäufe mit hohem Impact zu beschleunigen. So ist die Übernahme von Exelead bereits der zweite Zukauf im mRNA-Bereich innerhalb eines Jahres.

Bereits im Januar 2021 hatte Merck die Übernahme der Hamburger AmpTec GmbH, einem führenden Auftragshersteller und -entwickler von mRNA, bekannt gegeben. Das Hamburger Biotechnologie-Unternehmen beschäftigt mehr als 40 Mitarbeiter. Wie viel die Darmstädter für AmpTec auf den Tisch blättern mussten, ist unbekannt.

Die Nachricht über den Zukauf des US-Biotechunternehmens Exelead löste an der Börse keine Freudensprünge aus. Der Kurs der Merck-Aktie gab am vergangenen Donnerstag in einem insgesamt schwachen Börsenumfeld um 1,4% nach.

Wie es weitergeht

In seiner Pressemitteilung zur Übernahme von Exelead teilte der Darmstädter Pharmakonzern mit, dass er beabsichtige, auch weiterhin im mRNA-Bereich investieren zu wollen. Neben möglichen weiteren Zukäufen in diesem Sektor werde das Unternehmen auch den Ausbau der Kapazitäten am bestehenden Standort von Exelead in Indianapolis vorantreiben.

Merck rechnet damit, dass die Transaktion vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen und der Erfüllung weiterer üblicher Vollzugsbedingungen bereits im ersten Quartal 2022 abgeschlossen werden kann.

Mainz, Germany – November 12, 2020: The german biotechnology company Biontech conducts research in the field of developing a vaccine against Covid-19.

BioNTech: Mehr als der Corona-ImpfstoffDie Aktie von BioNTech musste zuletzt kräftig Federn lassen. Bietet sich jetzt endlich wieder eine günstige Einstiegsgelegenheit?  › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter "GeVestor täglich". Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz