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Gerüchte: BNP Paribas an ABN Amro Bank interessiert

Gerüchte: BNP Paribas an ABN Amro Bank interessiert
Cineberg / shutterstock.com
Inhaltsverzeichnis

Kurz vor Beginn des Wochenendes sorgte an der Amsterdamer Börse ein spektakulärer Kursanstieg für Furore. Der Kurs der niederländischen ABN Amro Bank N.V. stieg innerhalb kürzester Zeit um 17% in die Höhe und das in einem relativ ruhigen Marktumfeld.

Und wie so oft war ein Übernahmegerücht Ursache für diese Kursexplosion: Der US-Nachrichtendienst Bloomberg berichtete am frühen Nachmittag (MEZ), dass die französische Großbank BNP Paribas SA daran interessiert sei, den niederländischen Mitbewerber ABN Amro Bank zu übernehmen.

Gespräche zwischen BNP Paribas und der niederländischen Regierung

Bloomberg will aus gut informierten Kreisen erfahren haben, dass Vertreter der BNP Paribas kürzlich Gespräche mit dem niederländischen Staat bezüglich einer möglichen Übernahme von ABN Amro geführt haben. Dies ist von besonderer Bedeutung, denn der niederländische Staat ist Hauptaktionär der in Amsterdam beheimateten Bank.

Hierzu müssen Sie wissen: In Folge der Finanzkrise übernahm die holländische Regierung in 2008 große Teile der ABN Amro Bank. Ende 2015 brachte die niederländische Regierung ABN Amro wieder an die Börse und verkaufte in diesem Rahmen 20% der Aktien. Aktuell hält der niederländische Staat über seine Stiftung NLFI noch 56,3% an ABN Amro.

Mega-Deal unter europäischen Großbanken möglich

Bei den beiden Banken handelt es sich jeweils um führende Finanzinstitute. Die in Paris ansässige BNP Paribas ist das größte Finanzinstitut Frankreichs und nach der britischen HSBC die Nummer 2 in Europa.

BNP Paribas in über 70 Ländern aktiv, darunter auch in Deutschland. Die weltweit etwa 190.000 Mitarbeiter der französischen Großbank erwirtschafteten in 2021 einen Jahresumsatz von 56,3 Mrd. Euro. Das Einkommen vor Steuern lag bei 12,7 Mrd. Euro.

Die ABN Amro ist die drittgrößte Bank der Niederlande. ABN Amro ist weltweit aktiv und verfügt über 3.700 Filialen in 58 Ländern, darunter auch einige in Deutschland.

Die knapp 20.000 ABN Amro-Mitarbeiter erzielten in 2021 einen Umsatz von 7,3 Mrd. Euro. Das Einkommen vor Steuern lag bei 1,8 Mrd. Euro.

Übernahmegerüchte lassen Aktienkurse steigen

Die Übernahmegerüchte führten dazu, dass die Kurse beider Finanzinstitute am Freitagnachmittag deutlich zulegen konnten. So stieg der Kurs der ABN-Amro-Bank an der Amsterdamer Börse am frühen Nachmittag um 16,4% an, verlor bis zum freitäglichen Börsenschluss jedoch wieder knapp 9% an Boden.

Auch wenn dpa am Montagmorgen schrieb, dass die Übernahmehoffnung für ABN Amro weiter abnehme, hat der Kurs der Aktie im Verlauf des Montags noch einmal um gut 5% zulegen können. Auch am heutigen Dienstag hat der ABN-Amro-Kurs noch einmal leicht zulegen können.

Investoren sind offensichtlich der Meinung, dass an den von Bloomberg veröffentlichten Übernahmegerüchten etwas dran ist und spekulieren weiterhin auf einen möglichen Deal.

Schließlich ist der Nachrichtendienst Bloomberg im M&A-Geschäft gut vernetzt und so manches von den Amerikanern angekündigtes Übernahmegerücht wurde wenige Tage später in die Tat umgesetzt.

Ähnlich, wenn auch nicht ganz so extrem, entwickelte sich der Kurs der BNP Paribas-Papiere. Er stieg am frühen Freitagnachmittag um 2,2% auf 48,92 Euro. Im weiteren Tagesverlauf fiel er jedoch wieder auf das Vortagsniveau zurück.

Aber auch hier spekulieren Anleger weiter auf eine mögliche Übernahme. So legte der Kurs der führenden französischen Bank am gestrigen Montag und auch heute Vormittag wieder deutlich zu.

Wie es weitergeht

Ob es tatsächlich zu einem Übernahmeangebot kommen wird, ist offen. Jetzt getätigte Aktienkäufe sind daher hochspekulativ, können aber im Falle einer Offerte durchaus interessant sein.