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Alphabet Aktie: Berüchtigter Star-Investor steigt ein

Inhaltsverzeichnis

Erinnern Sie sich noch an „The Big Short“? Der Hollywoodstreifen aus dem Jahr 2015 ist einer von vielen, die die globale Finanzkrise verarbeiten, die ihren Anfang nahm mit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers im September 2008.

Michael Burry baut Depot um

Im Film geht es um Starinvestor Michael Burry. Dieser hatte den Crash des US-Immobilienmarktes bereits 2005 vorhergesehen, nachdem er sich in die Details der Hypothekenverträge eingelesen hatte. Weil US-Großbanken auf seine Warnungen nicht reagierten, zog Burry seine eigenen Schlüsse – und wettete als einer der ersten gegen den US-Häusermarkt. Der Rest ist Geschichte.

Umso aufmerksamer verfolgen Anleger seither die Entscheidungen des Investors und dürften dieser Tage aufhorchen: Denn Michael Burry hat die allgemeine Ausverkaufsstimmung an den Aktienmärkten genutzt, um sein Depot umzuschichten.

Kursverfall als Einstiegschance

Wie aus der quartalsweisen Börsenmitteilung seines Hedgefonds Scion Asset Management hervorgeht, nutzte Burry den Kursverfall im Auftaktquartal insbesondere dazu, in Tech-Werte zu investieren. Gerade die technologielastige US-Börse Nasdaq war in den vergangenen Monaten besonders schwer unter Druck geraten, die Verluste fallen hier deutlich drastischer aus als etwa beim Dow Jones oder S&P 500.

Burry nahm demnach insgesamt rund 165 Millionen Dollar in die Hand und investierte in Aktienpakete von zehn Unternehmen, darunter Facebook-Mutter Meta und Google-Mutter Alphabet. Gerade mit dem Meta-Investment bewies Burry einmal mehr den richtigen Riecher: Die Aktie war Anfang Februar in den Keller gerauscht, weil Anleger panisch reagierten auf einen leichten Rückgang der aktiven Nutzerzahlen bei Facebook im Schlussquartal 2021. Der nachfolgende Quartalsbericht sorgte hier für zumindest leichte Entwarnung und eine ansatzweise Kurserholung. So ging es für den Kurs der Meta Aktie im zurückliegenden Monat um gut 7 Prozentpunkte nach oben.

Burry wettet gegen Apple

Auch Alphabet hatte mit seinen Quartalszahlen Anleger verunsichert. Vor allem die wirtschaftlichen Risiken wegen des Ukrainekrieges und die anhaltend hohen Inflationsraten schüren die Angst vor reduzierten Werbebudgets bei den Anzeigenkunden des Unternehmens, die jedoch für einen Großteil des Umsatzes verantwortlich sind. Burry jedoch zeigte sich auch hier zuversichtlich und griff zu.

Interessant ist aber nicht nur, wo Burry investiert – sondern vor allem auch, gegen wen er wettet. In diesem Fall trifft es Apple: Der iPhone-Hersteller, der seit der vergangenen Woche nicht mehr das wertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt ist, muss sich nach Einschätzung von Burry auf weitere Kursverluste einstellen. Mit Saudi Aramco hatte ausgerechnet ein Ölgigant Apple in Sachen Marktkapitalisierung vom Thron gestoßen.

Investorenlegenden setzen weiter auf Tech-Werte

Mit seiner Wette auf fallende Kurse der Apple Aktie schlägt Burry indes einen komplett konträren Kurs ein zum ebenfalls vielbeachteten Starinvestor Warren Buffett. Das „Orakel aus Omaha“, wie seine Anhänger ihn nennen, hat zuletzt massiv in Apple investiert und Aktien für 600 Millionen Dollar gekauft. Er hätte seine Anteile noch stärker ausgebaut, wenn der Kurs zwischenzeitlich nicht schon wieder gestiegen wäre, so Buffett.

Ebenfalls im Gegensatz zu Burry schichtete Hedgefondsmanager David Tepper sein Portfolio um: Gerade Aktien von Meta und Alphabet wurden hier abgestoßen, stattdessen standen Papiere von Amazon und Microsoft auf der Einkaufsliste. George Soros hingegen trennte sich von Amazon Aktien, schlug aber wiederum bei Alphabet zu.

Starinvestoren genauso ratlos wie Kleinanleger

Damit zeigt sich: Auch die Starinvestoren haben momentan keine klare Idee davon, wohin der Hase läuft. Einen herausragenden Einzelfavoriten gibt es derzeit nicht. Sie alle haben ihre eigenen Gründe für ihre strategischen Positionierungen. Welche Wetten am Ende aufgehen werden, bleibt spannend zu beobachten.

Wer als Kleinanleger nach Orientierung sucht, ist angesichts der weit auseinanderliegenden Investmententscheidungen allerdings wohl wenig schlauer als vorher. Welchem Investor man nun mit seinen Einschätzungen am meisten vertraut, ist und bleibt Geschmackssache. Klar ist nur: Komplett aus den Tech-Werten verabschieden sollte sich niemand. Die dramatischen Kursrücksetzer der vergangenen Monate bieten stattdessen gute Kaufgelegenheiten.

Alphabet Aktie verliert 20 Prozent

Welchem Geschäftsmodell man dabei die besten Zukunftschancen ausrechnet, dazu sollten Anleger den Blick in die Geschäftsbilanzen und Zukunftsprognosen richten. Die jeweilige Investmentstrategie ist zudem stark abhängig von der eigenen Risikobereitschaft – und der Dauer des Investments. Kurzfristig orientierte oder risikofreudige Anleger werden hier sicherlich andere Entscheidungen treffen als solche, die auf langfristig laufende Gewinne setzen.

Die Alphabet Aktie jedenfalls hat seit Beginn des Jahres rund ein Fünftel an Wert verloren und war zuletzt für rund 2.200 Dollar zu haben. Zumindest optisch wird die Aktie bald jedoch deutlich günstiger: In wenigen Wochen plant Googles Mutterkonzern einen Aktiensplit im Verhältnis 1:20 – gut möglich, dass dann mehr Kleinanleger einsteigen und bei so manchem gewieften Großinvestor die Kassen klingeln lassen.