Amazon – schlechte Zahlen, große Chancen

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Die Berichte über das vergangene Quartal und die Zahlen von Amazon waren ernüchternd - Allerdings sind die langfristigen Aussichten unverändert gut. (Foto: Sundry Photography / shutterstock.com)

Quartalsberichte sind stets eine zweischneidige Angelegenheit. Kürzlich hat Amazon seine Daten zum jüngst abgeschlossenen Quartal vorgelegt. Das US-Unternehmen hat dabei angeblich „enttäuscht. Ohnehin habe ich die Aktie schon lange zum Kauf empfohlen. Nun können Sie erst recht investieren, wenn Sie noch Einstiegsmöglichkeiten suchen. Amazon beherrscht einen der interessantesten Märkte schlechthin.

Was heißt „Enttäuschung“?

Jedenfalls waren die Berichte über das vergangene Quartal und die Zahlen von Amazon ernüchternd. Die Bewertung, die Berichte seien „enttäuschend“, sollten allerdings erläutert werden. Amazon hat im dritten Quartal „deutlich weniger“ verdient als zuvor und warnte wegen der Lieferprobleme, die derzeit weltweit existieren.

Das ist zwar naheliegend, aber keineswegs enttäuschend. Lieferprobleme können sowohl Amazon wie auch alle anderen relevanten Händler weltweit seit Wochen nicht verschweigen und werden wegen der Chip- und Rohstoffmängel auch in den kommenden Wochen leiden. Enttäuschend im Sinne von „überraschend“ jedoch ist die Entwicklung nicht. Schlecht sähe es aus, wenn das Unternehmen strukturelle Nachteile einräumen müsste, grundlegende Probleme, die das Geschäft beeinträchtigen könnten. Dies wären etwa weltweit greifende politische Einflüsse auf die Rahmenbedingungen. Davon ist nichts zu sehen.

Amazon bleibt bei Lichte betrachtet selbstverständlich interessant. Der Konzern hat konkret folgende Zahlen berichtet. Im dritten Quartal ist der Vorjahreswert bezüglich der Gewinne um annähernd 50 % gesunken und beläuft sich auf nur noch etwa 2,7 Milliarden Euro. Der Umsatz allerdings fiel nicht etwa, sondern stieg um 15 % auf inzwischen 110,8 Milliarden Dollar.

Zudem kündigte Amazon an, im vierten Quartal sehr viel Geld investieren zu müssen. Dies bezieht sich nicht nur auf höhere Löhne pro Kopf, wie stets berichtet wird, sondern zum Beispiel auf Mitarbeiter. Aktuell sind fast 1,5 Millionen Voll- und Teilzeitkräfte bei Amazon beschäftigt. Die Anzahl der Beschäftigten stieg damit gegenüber 2020 um gut 30 %. Amazon setzt auf die erweiterte (!) Lieferfähigkeit und auf mehr Umsatz.

Wachstum läuft

Das Wachstum wird auch im vierten Quartal geringer ausfallen (oder langsamer steigen). Allerdings sind die Aussichten unverändert gut. Der stationäre Handel hatte ohnehin immer weniger Zulauf. Die Corona-Phase spülte Amazon zusätzlich zahlreiche neue Kunden zu, die nach und nach das Kaufverhalten ändern.

Im viertenQuartal wird Amazon offenbar nur 130 bis 140 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaften. Der Gewinn könnte sogar in sich zusammenfallen und im schlimmsten Fall vollständig schrumpfen. An den Aussichten hat sich dennoch weniger geändert. Langfristig wachsen Umsatz und Gewinn fast automatisch.

Aktuell erhalten Sie die Aktie noch für weniger als 3.000 Euro und ein KGV von etwa 75. Das KGV soll auf Basis der aktuellen Schätzungen 2022 aber massiv auf 60 oder weniger sinken. Bei steigenden Umsätzen und Gewinnen dürfte die Chance auf langfristige Kursgewinne unverändert groß sein.

Amazon über fünf Jahre – Unverändert – mittel- und langfristig sehr stark

 

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Von: Janne Jörg Kipp. Über den Autor

Janne Jörg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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