Bei American Express und JPMorgan Chase & Co. laufen die Geschäfte wieder

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Auch wenn die Corona-Pandemie längst nicht vorüber ist, haben sich die Geschäfte der beiden Unternehmen bereits kräftig erholt. (Foto: First Class Photography / shutterstock.com)

American Express hat die Corona-Krise hinter sich gelassen und setzt bereits wieder fast so viel um wie im bisherigen Rekordjahr 2019.

Beim Gewinn ist American Express sogar auf Rekordkurs

In den ersten 9 Monaten stiegen die Bruttoeinnahmen vor Berücksichtigung der Zinsausgaben um 13,1% auf 30,2 Mrd. $. Der Gewinn explodierte nach dem schwachen Vorjahr um 274% auf 6,3 Mrd. $. Das ist nicht nur im Vergleich zum Vorjahr ein starker Wert, sondern der höchste 9-Monatsgewinn, den Amex je gemeldet hat.

Das Unternehmen profitiert vom Comeback des Gast- und Reisegewerbes. In diesen Bereichen werden die Kreditkarten von Amex besonders häufig verwendet. Die Umsätze mit Restaurants liegen sogar höher als vor der Pandemie. Der Anteil der Barzahlungen geht zurück. Davon profitiert der Kreditkartenanbieter. Ein Wiederaufflammen der Pandemie im Winter könnte American Express das Ergebnis noch vermiesen. Allerdings wäre auch dieser Effekt nur kurzfristiger Natur. Wenn sich der Flugverkehr erholt, dürften die Erträge noch weiter steigen.

Amex konnte im 3. Quartal 2,6 Mio. neue Kunden gewinnen

Die Anzahl der lukrativen Gold- und Platinkreditkarten erreichte ein Allzeithoch. Um noch attraktiver für kleine und mittelgroße Unternehmen zu werden, bringt Amex erstmals eine Debit-Karte auf den Markt. Mit dem Account können sogar Schecks, die im Zahlungsverkehr in den USA noch immer eine große Rolle spielen, über das Handy eingelöst werden. Das sind hervorragende Aussichten auf ein wachsendes Geschäftsvolumen in den kommenden Jahren.

Unternehmensporträt

American Express (Amex) ist der weltweit führende Anbieter von reisebezogenen Finanzdienstleistungen (Reiseschecks, Beratung). Daneben offeriert Amex Bankdienstleistungen wie Kreditkarten (American Express Card, Optima Card, Blue Card). Die Finanzdienstleistungssparte wurde 2005 abgespalten.

JPMorgan Chase & Co. blickt auf ein starkes 3. Quartal zurück

Dank des guten Geschäfts im Investment Banking sowie in der Vermögensverwaltung konnten die Einnahmen auf einem hohen Niveau gehalten werden. Zudem wurden die Ausfallrisiken infolge der verbesserten konjunkturellen Lage deutlich besser als vergangenes Jahr beurteilt, was auch zur teilweisen Auflösung von Rückstellungen führte. So wurde der Quartalsgewinn um 24% auf 11,7 Mrd. $ gesteigert.

Das Management wies bei aller Zuversicht darauf hin, dass sich die Gewinne in dieser Höhe aufgrund der darin enthaltenen Sondererträge aus der teilweisen Auflösung der Kreditrisikovorsorge nicht fortschreiben lassen. Klammert man sämtliche Einmalerträge aus, belief sich der Quartalsgewinn auf 9,6 Mrd. $. Hochgerechnet auf 12 Monate entspricht dies einer attraktiven Eigenkapitalrendite von rund 13% sowie einer Rendite auf die Bilanzsumme von rund 1%. Damit ist JPM immer noch deutlich rentabler als die meisten anderen Finanzinstitute.

JPMorgan Chase & Co. investiert weiter ins Kerngeschäft

Das Unternehmen verzeichnete zuletzt weiter steigende Kundenausgaben im Kreditkartengeschäft sowie eine hohe Nachfrage nach Immobilien- und Autokrediten. Das Darlehensvolumen war im Zuge vorzeitiger Kreditrückzahlungen rückläufig. Das Minus fiel im Branchenvergleich jedoch geringer aus, was auf einen steigenden Marktanteil hindeutet. Angesichts der guten Rentabilität will JPM weiter in das Kerngeschäft investieren. Während andere Banken weiter Filialen schließen wollen, plant JPM bis Ende 2022 mit 400 zusätzlichen Filialen.

Unternehmensporträt

JPMorgan Chase & Co. (JPM) entstand am 31.12.2000 aus der Fusion von J.P. Morgan und Chase Manhattan. Die kombinierte Gesellschaft J.P. Morgan Chase fusionierte am 1.7.2004 mit Bank One. Übernahme der Großsparkasse Washington Mutual und der Investmentbank Bear Stearns in der Finanzmarktkrise 2008. Wichtige Geschäftssegmente sind Investmentbank, Retail Financial Services und Kreditkarten-Services.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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