DocuSign-Aktie klettert nach starken Zahlen auf neues Allzeithoch

DocuSign Aktie E-Signatur RED – shutterstock_1453747463

DocuSign-Aktie: Spezialist für E-Signaturen und Dokumenten-Management lässt Anlegerherzen nach Geschäftszahlen höher schlagen. Trotz nachlassender Wachstumsdynamik klettern die Umsätze um 50%. (Foto: Michael Vi / shutterstock.com)

Auch wenn die Wachstumsdynamik der kalifornischen E-Signatur- und Dokumenten-Management-Plattform DocuSign​ zuletzt etwas nachließ, die Anleger feierten die Ergebnisse. Nach Vorlage der Geschäftszahlen knackte die DocuSign-Aktie die 300 Dollar-Marke. Damit setzt sich die eindrucksvolle Kursentwicklung nahtlos fort. Allein im Börsenjahr 2021 liegen die Papiere rund 40% im Plus.

Wer zum Börsengang im April 2018 beim Ausgabepreis von 29 Dollar zugegriffen hat, kann sich inzwischen sogar über Kursgewinne von über 930% freuen. Vom unbekannten Nischen-Start-Up hat sich DocuSign damit meilenweit entfernt. Der Börsenwert hat inzwischen 60 Milliarden Dollar erreicht.

Auf dem Kursniveau scheiden sich an der Aktie die Geister: Während sich die Befürworter auf einen adressierbaren Wachstumsmarkt mit mehr als 50 Milliarden Dollar Marktvolumen stützen, verweisen Skeptiker auf die hohe Bewertung und die Corona-Sonderkonjunktur, die sich vielleicht als nicht nachhaltig herausstellen könnte.

Marktführer bei der elektronischen Unterschrift

Bevor wir auf die jüngste Geschäftsentwicklung eingehen, möchte ich Ihnen das Geschäftsmodell des US-Konzerns erst einmal gerne im  Detail vorstellen: Seit seiner Gründung im Jahr 2003 hat DocuSign es sich zum Ziel gesetzt, Geschäftsprozesse zu beschleunigen und das Leben für Unternehmen und Menschen auf der ganzen Welt einfacher zu machen. Bei der Entwicklung der elektronischen Signatur hat der Konzern Pionierarbeit geleistet. Inzwischen unterstützt DocuSign Unternehmen bei der Verknüpfung und Automatisierung der Art und Weise, wie Verträge vorbereitet, unterzeichnet, umgesetzt und verwaltet werden. Auf dem Gebiet der elektronischen Unterschrift zählt der Konzern zu den Marktführern.

Automatisierung spart enorme Kosten und sorgt für rasante Verbreitung

Der Geschäftsansatz ist so simpel wie einleuchtend: Veraltete, papierbasierte Vertragsprozesse werden durch digitale Prozesse ersetzt. Die DocuSign-Plattform bietet über 350 vorkonfigurierte Integrationen mit beliebten Business-Apps. Darüber hinaus ermöglicht die API die Einbettung und Verbindung von DocuSign mit der Website des Kunden, mobilen Anwendungen und benutzerdefinierten Arbeitsabläufen.

Inzwischen zählt Docusign rund 1,05 Millionen zahlende Kunden und Hunderte von Millionen Nutzern in mehr als 180 Ländern  DocuSign, um Dokumente zu erstellen, hochzuladen und zu versenden, die von mehreren Parteien elektronisch unterzeichnet werden können.

Global Player mit hohen Wachstumsraten

Mittlerweile ist das Unternehmen ein echter global Player mit mehr als 3.000 Mitarbeitern an 15 Standorten weltweit. Im zurückliegenden Quartal kletterten die Umsätze auf 511,84  Millionen Dollar. Das war ein stattliches Plus von 50%. Damit lag die Wachstumsdynamik zwar unter dem Vorquartal (+58%), aber der Umsatz übertraf die Schätzungen der Analysten um 23,8 Millionen Dollar. Trotz zwischenzeitlicher Entspannung bei der Corona Krise lief die Neukundengewinnung auf Hochtouren. Seit dem Jahreswechsel erhöhte sich die Anzahl der Kunden von 892.000 auf inzwischen 1,05 Millionen.

Dabei entfielen 96,2% der gesamten Erlöse auf gut planbare Software-Subskriptionen. Ebenso beeindruckend war das Plus von 47% bei den Billings. Diese Kennzahl entspricht dem Geld, das den Kunden in einer Periode tatsächlich in Rechnung gestellt wird. Unter dem Strich stand ein bereinigter Gewinn von 47 Cent in den Büchern, was 7 Cent über den Konsensschätzungen lag.

Management auch für laufendes Geschäftsjahr zuversichtlich

Finanzboss Cynthia Gaylor sieht Docusign weiterhin gut positioniert, um von säkularen Trends zu profitieren. Die Digitalisierung und Automatisierung von Verträgen dürfte sich weiter fortsetzen. Entsprechend positiv fällt die Prognose des Konzerns aus: Für das Gesamtjahr stellt DocuSign nun einen Umsatz zwischen 2,078 und 2,088 Milliarden Dollar (bisher: 2,027 bis 2,039 Milliarden Dollar) in Aussicht. Für die Bruttomarge (Non-GAAP) werden im Gesamtjahr 2021 unverändert 79 bis 81% und bei der operativen Marge 16 bis 18% avisiert.

Fazit: Der Trend hin zu elektronischen Unterschriften hat sich durch die Corona-Pandemie nochmals deutlich beschleunigt und dürfte unumkehrbar sein. Zu groß sind die Effizienzvorteile für die Kunden des Unternehmens. Mit dem deutlich größeren Rivalen Adobe hat DocuSign ein großes Wachstumsfeld zu beackern. Die Phantasie spiegelt sich in der deutlich gestiegenen Bewertung der Aktie wider. Die Analysten zeigen sich derzeit uneinheitlich. Von 21 Experten raten 16 zum Kauf der Papiere. Vier Analysten stufen die Aktie als Halteposition ein, während ein Banker eine Verkaufsempfehlung ausspricht. Die Kursziele rangieren zwischen 250 bis 389 Dollar. Das durchschnittliche Preisziel liegt mit 325 Dollar nur leicht über dem aktuellen Aktienkurs (310 Dollar).


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
GeVestor Logo Adler
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter "GeVestor täglich". Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz