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Dow Jones im Abwärtsstrudel – Wall Street mit tiefroter Handelswoche

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Die Notenbanken haben die Finanzmärkte weiterhin fest im Griff – und sorgen für reichlich Nervosität. Erst hatte die Europäische Zentralbank ihre längst überfällige Zinswende angekündigt: Im Juli soll der Leitzins im Euro-Raum erstmals seit 11 Jahren steigen, um zunächst 0,25 Prozent. Eine weitere Anhebung ist im September geplant.

EZB und Fed drehen an der Zinsschraube

Dann sorgte die EZB jedoch erneut für Schlagzeilen, als sie wenige Tage später noch einmal eine außerordentliche Notfallsitzung einberief. Diesmal ging es weniger um den Leitzins, sondern vielmehr um das Verhindern einer Neuauflage der Euro-Krise. Das aktuelle Zauberwort hierzu lautet „Anti-Fragmentierungsinstrument“. Details dazu sind noch unklar. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass die EZB wieder verstärkt Anleihen vor allem aus südeuropäischen Euro-Ländern aufkaufen dürfte, um deren Staatsverschuldung nicht durch exorbitant hohe Zinsen unbezahlbar zu machen.

Daneben tagte auch die US-Notenbank und gab – wie von den Finanzmärkten erwartet – den höchsten Zinsschritt seit fast 30 Jahren bekannt: Um satte 0,75 Prozent steigt der Leitzins in den Vereinigten Staaten und liegt damit auf einen Schlag in einer Spanne zwischen 1,5 und 1,75 Prozent. Bereits im kommenden Jahr könnte der US-Leitzins 3,5 bis 4 Prozent erreichen, so die Einschätzung der Notenbanker um Fed-Chef Jerome Powell.

Seit Monaten hatten Ökonomen die Zurückhaltung der Notenbanken als zu zögerlich kritisiert. Nun droht die hastige Zinswende umso mehr, die Konjunktur abzuwürgen und die Volkswirtschaften in eine Rezession zu stürzen.

Nervöser Ausverkauf an den Aktienmärkten

An den Aktienmärkten herrscht seit Monaten eine Mischung aus aufgeregter Volatilität, nervöser Zurückhaltung und resigniertem Ausverkauf. Die nach 2 Jahren Pandemie und durch Lieferkettenprobleme bereits stark belastete Wirtschaft sieht sich seit Februar mit ganz neuen Herausforderungen konfrontiert. Putins Einmarsch in die Ukraine hat erhebliche Konsequenzen auch für den Westen, und das nicht nur mit Blick auf militärstrategische Entscheidungen oder einseitig verhängte Wirtschaftssanktionen.

Kurzum: Die Nerven liegen blank, am Frankfurter Parkett ebenso wie an der Wall Street. Der Dax hatte sich zwar am Freitag ein mühsames Plus von 0,7 Prozent erkämpft, schloss die Handelswoche aber 4,6 Prozent tiefer ab. Ähnlich schwach präsentierten sich die wichtigsten US-Indizes.

Wall Street beendet Handelswoche tiefrot

Der Dow Jones gab am Freitag um gut 0,1 Prozentpunkte ab, lag auf Wochensicht aber satte 4,8 Prozent im Minus. Der breiter gefasste S&P 500 legte zum Wochenausklang leicht zu um 0,2 Prozent, verbuchte auf Wochensicht aber ebenfalls einen Verlust von knapp 4,3 Prozent. Der Auswahlindex der Technologiewerte, der Nasdaq-100, konnte sich zwar am Freitag im Plus behaupten, beschließt die Handelswoche aber mit Verlusten von 1,8 Prozent.

Seit Beginn des Jahres haben Dax und Dow Jones damit gut 18 Prozent verloren, der S&P 500 liegt rund 23 Prozent im Minus. An der Technologiebörse Nasdaq haben die Bären komplett das Ruder übernommen: Hier ging es seit Jahresbeginn bereits um mehr als 30 Prozentpunkte abwärts.

Eine Trendwende ist nicht in Sicht, zu unsicher erscheint die geopolitische und globalwirtschaftliche Gesamtlage. Experten rechnen damit, dass sich die Lage an den Finanzmärkten erst mit einem Abflauen der Inflationsdynamik etwas entspannen könnte. Davon ist bis dato allerdings nichts zu spüren. Ganz im Gegenteil: Mit mehr als 8 Prozent wurden zuletzt wieder die höchsten Teuerungsraten seit mehr als 4 Jahrzehnten verzeichnet.