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Meta Aktie: Einmaliger Kurscrash – oder Anfang vom Ende?

Inhaltsverzeichnis

In der kommenden Woche lädt Meta zur Hauptversammlung. Der Konzern, zu dem neben dem sozialen Netzwerk Facebook auch der Messengerdienst WhatsApp und die Foto-App Instagram gehören, hält seine Anleger in diesem Jahr bisher gut auf Trab.

Q4-Bilanz sorgt für Börsenbeben

Anfang Februar stürzte der Aktienkurs in den Keller. Binnen weniger Stunden wurden etliche Milliarden verbrannt. Vorangegangen war dem Ausverkauf die Präsentation der Bilanz für das Schlussquartal 2021. Diese wies zum ersten Mal seit langer Zeit einen Rückgang der aktiven Nutzerzahlen bei Facebook aus – und sorgte für ein Börsenbeben, das seinesgleichen sucht.

Zwar ging es seither wieder etwas aufwärts. Vor allem die Q1-Zahlen ließen Anleger aufatmen: Hier verzeichnete Facebook wieder einen leichten Anstieg seiner Nutzerzahlen. Doch die Aktie ist noch in der Konsolidierungsphase, die Verluste vom Februar sind noch längst nicht ausgebügelt.

Meta Aktie fällt stärker als Nasdaq 100

Seit Beginn des Jahres hat die Meta Aktie rund ein Drittel an Wert verloren. Sie gerät damit deutlich stärker unter die Räder als andere, ebenfalls stark gebeutelte Tech-Werte. Seit dem Jahreswechsel hat an der Nasdaq der große Ausverkauf begonnen.

Das hat verschiedene Ursachen. Ein Hauptfaktor ist wohl das allmähliche Ausschleichen der Pandemie: Zählten Onlineversandhändler, Clouddienstleister und digitale Netzwerke zu den größten Gewinnern von Lockdowns, Home Office und Reisebeschränkungen, so sind sie es nun, die die Gegenbewegung besonders deutlich zu spüren bekommen.

Hohe Inflation – niedriges Werbebudget

Doch auch die historisch hohen Inflationsraten schlagen sich hier nieder. Denn gerade Unternehmen wie Facebook-Mutter Meta oder auch Google-Mutter Alphabet erzielen den Löwenanteil ihrer Einnahmen aus dem Geschäft mit Werbeanzeigen.

Weil aber nicht nur potenzielle Endkunden dieser Tage den Gürtel enger schnallen müssen, sondern auch Unternehmen ihre Budgets zusammenstreichen, fällt für die Marketingabteilung häufig weniger ab als in der Vergangenheit. Ergo: Es werden weniger Werbeanzeigen geschaltet.

Apple durchkreuzt Facebooks Anzeigengeschäft

Hinzu kommt, dass die einzelne Werbeanzeige im Wert und damit auch im Preis gesunken ist, seit Facebook etwa Nutzer von Apple-Geräten nur noch mit deren ausdrücklicher Zustimmung quer durchs Netz verfolgen darf. Viele Apple-Kunden freuen sich über die Option, das Tracking zu deaktivieren – und weisen Facebook in seine Schranken.

Wenn die Algorithmen aber das Nutzungsverhalten im World Wide Web nicht mehr personalisiert nachverfolgen und auswerten können, werden in der Folge auch Werbeanzeigen weniger treffsicher ausgespielt.

Günstige Kaufgelegenheit – oder fallendes Messer?

Der Ausverkauf der Tech-Werte hat die US-Technologiebörse und ihren Auswahlindex Nasdaq 100 arg in Mitleidenschaft gezogen. Der Index hat seit Jahresbeginn um rund ein Viertel nachgegeben. Schon seit einigen Wochen wird intensiv diskutiert, ob sich hier gerade eine günstige Kaufgelegenheit auftut – oder ob Anleger derzeit den sprichwörtlichen Griff ins fallende Messer tunlichst vermeiden sollten.

Die Meinungen der Experten hierzu gehen zum Teil weit auseinander und sind stark abhängig vom einzelnen Unternehmen und seinem jeweiligen Geschäftsmodell. Aber auch die zuletzt vorgelegten Quartalsberichte sowie der Ausblick auf die kommenden Monate spielen eine Rolle.

Meta Aktie: HSBC senkt den Daumen

Mit Blick auf die Meta Aktie haben in den vergangenen Wochen etliche Analysten ihre Kursziele nach unten korrigiert. Insgesamt scheinen sie jedoch optimistischer gestimmt zu sein als viele Anleger. Immerhin sprachen die Analysten zuletzt mehrheitlich weiterhin Kaufempfehlungen aus, die Kursziele bewegten sich dabei zwischen 272 Dollar (Credit Suisse) und 330 Dollar (Jefferies).

Lediglich neutral lautet die Einstufung der US-Großbank JP Morgan, die zugleich Ende April das Kursziel von 284 auf 275 Dollar absenkte. Unlängst die Reißleine gezogen hat dagegen die britische HSBC: Sie sieht das Kursziel nur noch bei 200 Dollar und damit sogar unterhalb der jüngsten Notierungen.

Einmaliger Ausrutscher – oder Anfang vom Ende?

Gewarnt wird neben kurzfristigen Risiken auch vor der Überalterung der Nutzerschaft von Facebook. Jüngere Nutzer sind vielmehr auf Instagram, vor allem aber auf TikTok zu finden. Ob das Urgestein der sozialen Netzwerke dem etwas dauerhaft Wirksames entgegenzusetzen hat, bezweifeln einige Beobachter. Möglich also, dass der Kurseinbruch vom Februar in der Rückschau nicht nur als einmaliger Ausrutscher angesehen werden wird – sondern als der Anfang vom Ende von Facebook.

Dessen Gründer Mark Zuckerberg hat ohnehin längst neue Pläne. Seit dem vergangenen Herbst ist es offiziell: Sein Team arbeitet an der Entwicklung eines „Metaversums“, was auch zur Änderung von Namen und Struktur des Unternehmens maßgeblich beigetragen hat. Die zunehmende Verschmelzung des digitalen Raums mit der Realität sowie die Schaffung eines virtuellen Paralleluniversums gilt im Silicon Valley als das nächste große Ding.

Hier will Zuckerberg von Anfang an groß mitmischen. An Visionen hat es dem Facebook-Gründer noch nie gemangelt. Allenfalls das Geld könnte irgendwann knapp werden, sollten Nutzer und damit auch Anleger sich auch künftig weiter von Facebook entfernen.