Intel: Spekulationen um Börsengang von Mobileye sorgen für Kurssprung

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Ein möglicher Börsengang von Mobileye sorgt für einen Kurssprung bei der Intel Aktie. Denn die Selbstfahr-Tochter könnte die Kassen klingeln lassen. (Foto: KYTan / Shutterstock.com)

Die Meldung gestern war ein Paukenschlag. Intel denkt offenbar über einen Börsengang der Selbstfahr-Tochter Mobileye nach. Die Bewertung könnte 50 Milliarden Dollar erreichen. Die Anleger feiern die Nachricht. Nach dem die Intel-Aktie zuletzt vor sich hindümpelte, rissen die Pläne des Managements die Papiere nun aus ihrem Dornröschenschlaf. Am gestrigen Handelstag ging die Aktie mit einem kräftigen Kursplus von über 4% aus dem Handel.

Mobileye – das mächtige Auge des Autos

Mobileye gilt als ein Marktführer bei Lösungen für Fahrerassistenzsysteme und das Autonome Fahren. Die Kameras und Sensoren des Unternehmens gelten in der Branche als Auge des selbstfahrenden Autos.

Das Unternehmen wurde 1999 von Ziv Aviram und Amnon Shashua gegründet und stattet unter anderem Fahrzeuge von Audi und BMW aus. Weitere bekannte Marken sind Volkswagen, Nissan, Honda and General Motors. Insgesamt zählt Mobileye mehr als 30 Autoherstellern als Partner und hat laut Firmenangaben bereits mehr als 100 Millionen EyeQ-Systeme an Autobauer verkauft.

Robotertaxis auf dem Vormarsch

Darüber hinaus werden vom kommenden Jahr an der Autovermieter Sixt und die Intel-Tochter Mobileye einen Robotaxi-Dienst mit selbstfahrenden Fahrzeugen anbieten. Zu Beginn des Probelaufs wird es sich um selbstfahrende Autos des Automationsgrades 4 handeln. Hierbei übernimmt das System dauerhaft den Fahrbetrieb. In dem Auto sitzt jedoch weiterhin ein Fahrer, der aber nur im Ausnahmefall eingreift.

Umgesetzt wird das Konzept mit einem siebensitzigen Fahrzeug des chinesischen Herstellers Nio, das massiv mit Mobileye-Technik aufgerüstet wurde. Dazu gehören Lidar-Sensoren, zahlreiche Kameras für eine Rundumsicht sowie Radar-Sensoren hinter der Stoßstange vorne und hinten.

Hohes Wachstum und zahlreiche Vertragsabschlüsse

Im März 2017 übernahm Intel den israelischen Softwarespezialisten für 15,3 Milliarden Dollar. Von einigen Marktteilnehmern wurde der Kaufpreis als ambitioniert eingestuft. Seither hat sich das Unternehmen aber operativ rasant entwickelt und die Umsätze mehr als verdreifacht. In 2020 gingen bei Mobileye Umsätze von 967 Millionen Dollar durch die Bücher.

Für 2021 zeigt sich das Management ebenfalls zuversichtlich und hat ein Umsatzplus von mehr als 40% in Aussicht gestellt. Nach den ersten neun Monaten hat Mobileye bereits die Milliarden-Marke geknackt (1,03 Milliarden Dollar) und konnte 41 neue Verträge in trockene Tücher bringen.

Vermeintlich teure Übernahme könnte sich bezahlt machen

Nun hat Intel einen möglichen Börsengang von Mobileye im nächsten Jahr in den Raum gestellt. Als möglicher Wert macht ein Wert von 50 Milliarden Dollar die Runde. „Die beiden Unternehmen werden weiterhin als strategische Partner zusammenarbeiten und sich an Initiativen beteiligen, um den Boom der Computertechnik im Automobilsektor voranzutreiben“, so das Intel-Management. Bisher nutzen die Israelis übrigens keine Intel-Chips, sondern arbeiten mit dem Halbleiterhersteller TSMC zusammen.

Chip-Nachfrage im Automobilsektor wird deutlich ansteigen

Intel dürfte sich über ein Börsengang vor allem auch frisches Kapital für die eigenen Expansionspläne sichern. Zum Hintergrund: Intel plant neue Fabriken, um sich zukünftig stärker als Auftragsfertiger zu positionieren. Vor allem auch der Automobilsektor dürfte in Zukunft deutlich mehr Chips nachfragen. Lagen die Kosten von Halbleitern in Fahrzeugen im Jahr 2019 gerade mal bei 4%, geht Intel davon aus, dass der Anteil zukünftig auf 20% ansteigen wird. Von diesem Potenzial will sich der Chip-Gigant einiges sichern.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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