Micosoft-Aktie zeigt sich nach mäßigen Zahlen stark

Micosoft-Aktie zeigt sich nach mäßigen Zahlen stark
Volodymyr Kyrylyuk / shutterstock.com
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Microsoft ist normalerweise bei Quartalsberichten eine sichere Bank. Seit Jahren können die Analystenprognosen klar übertroffen werden. Dieses Mal schaffte der Konzern es nicht. Aber die Aktie kletterte im Anschluss trotzdem nach oben. Im Folgenden zeige ich Ihnen die Gründe dafür.   

Quartalsergebnisse: Starker US-Dollar bremst

Microsoft steigerte seinen Umsatz um 12% auf 51,87 Mrd. US-Dollar. Währungsbereinigt wären es +16% Wachstum gewesen. Der negative Effekt durch den starken US-Dollar fällt bei Microsoft überdurchschnittlich aus, da der Konzern mehr als die Hälfte seines Umsatzes im Ausland generiert.

Auch beim Gewinn sorgte der negative Wechselkurseffekt dafür, dass Microsoft die Analystenprognosen von 2,22 US-Dollar pro Aktie mit 2,18 US-Dollar pro Aktie leicht  verfehlte.  

Jahresergebnis: Beeindruckende Gewinnmargen

Für das im Juni auslaufende Geschäftsjahr 2021/2022 belief sich der Gesamtumsatz auf 198,3 Mrd. US-Dollar (+18%) und der Nettogewinn auf 72,7 Mrd. US-Dollar (+19%). Trotz der darin enthaltenen negativen Wechselkurseffekte sind das sehr beeindruckende Zahlen. Dies gilt besonders für die enorme Gewinnmarge von knapp 37% – ein Wert, von dem 99% aller Unternehmen nur träumen können.  

Einzelne Geschäftsbereiche laufen sehr unterschiedlich

Bei den drei großen Sparten zeigte sich eine sehr unterschiedliche Entwicklung. Wachstumstreiber bleibt das inzwischen größte Segment „Intelligent Cloud“. Hier kletterten die Umsätze um +20% auf 20,91 Mrd. US-Dollar. Die zu dieser Sparte zählende Cloud-Plattform Azure bringt es sogar auf +40% Umsatzwachstum.

Ebenfalls recht ordentlich lief es für die Sparte „Productivity and Business Processes Segment“  (u.a. mit den Office-Produkten, Skype und LinkedIn), die um +13% auf 16,60 Mrd. US-Dollar zulegen konnte.

Weiter an Bedeutung verliert hingegen die Sparte „More Personal Computing“ (u.a. mit dem Windows-Betriebssystemen und der Xbox Spielekonsole), deren Umsatz nur um +2% auf 14,36 Mrd. US-Dollar zulegte. Die beabsichtigte Übernahme des Spieleherstellers Activision Blizzard – dem bekannte Videospiele wie Call of Duty und World of Warcraft gehören – dürfte diesem Segment bald neuen Schwung verleihen.

Ausblick überzeugt

Während die Ergebnisse für das abgelaufene Quartal nur mäßig ausfielen, konnte Microsoft mit seinem Ausblick überzeugen: Finanz-Vorstand Amy Hood verwies darauf, dass Microsoft weiterhin zweistellige Wachstumsraten bei Umsatz und Gewinn erwarte. Zudem seien im abgelaufenen Quartal zahlreiche langfristige und lukrative Verträge (mit Volumen von jeweils über 100 Mio. US-Dollar) im Cloud-Bereich mit Unternehmenskunden geschlossen worden.

Anleger zeigen sich unterm Strich sehr zufrieden

Die Anleger messen jedenfalls dem Ausblick deutlich mehr Bedeutung als den Quartalsergebnissen zu, zumal der Belastungsfaktor Währungseffekt nicht von Dauer sein dürfte. Im Anschluss an die Zahlenvorlage legte die Microsoft-Aktie 7% zu.

Ein Schnäppchen ist die Microsoft-Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 25 zwar nicht, aber auch nicht teuer. Qualität hat bekanntlich ihren Preis und der Bewertungsaufschlag fällt hier recht gering aus. Microsoft dürfte noch jahrelang vom anhaltenden Cloud-Boom profitieren. Analysten gehen von einer deutlichen Gewinnsteigerung im kommenden Jahr aus. Das würde das KGV auf 21 sinken lassen. Das macht die Aktie aus meiner Sicht für Langfristanleger weiterhin attraktiv.