Microsoft Aktie: Platzt die Activision-Übernahme?

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Ist Microsofts Mega-Deal in Gefahr?

Anfang des Jahres hatte der Softwarehersteller angekündigt, den Spieleentwickler Activision Blizzard übernehmen zu wollen. Mit knapp 70 Milliarden Dollar wäre es der bis dato größte Zukauf in der Firmengeschichte von Microsoft. Das Unternehmen erhofft sich davon eine Stärkung des Gaming-Segments rund um die eigene Spielekonsole Xbox, das als besonders wachstumsträchtig gilt. Zudem zählen zum Portfolio von Activision zahlreiche beliebte Spielereihen, für die Microsoft dann saftige Lizenzgebühren von Konkurrenten kassieren könnte, allen voran vom Playstation-Hersteller Sony.

Britische Wettbewerbshüter wollen genau prüfen

Doch ganz ohne Stolpersteine scheint das Geschäft nun doch nicht über die Bühne zu gehen. Die britische Wettbewerbsaufsicht CMA hat vor wenigen Tagen angekündigt, die Übernahme prüfen zu wollen. Bis zum 1. September soll demnach entschieden werden, ob der Deal durchgewunken wird – oder ob in einer zweiten Stufe eine noch eingehendere wettbewerbsrechtliche Prüfung durchgeführt werden soll.

Beobachter rechnen damit, dass der Zukauf unter Auflagen letztendlich genehmigt werden dürfte. Auch ein weiterer Wachstumstreiber ist nach Einschätzung von Analysten noch nicht hinreichend eingepreist: gemeint ist die Cloudsparte Azure. Allein Azure könnte nach Einschätzung einzelner Experten 1 Billion Dollar wert sein, was in der aktuellen Bewertung von Microsoft von knapp 2 Billionen Dollar noch nicht vollständig enthalten sei. Mittel- bis langfristig habe Azure deutliches Potenzial und könne zu den bisher dominierenden Konkurrenten AWS von Amazon und den Services von Google Cloud aufschließen.

Microsoft stark aufgestellt dank Diversifizierung und B2B-Bereich

Seit Beginn des Jahres war auch die Microsoft Aktie in den Abwärtsstrudel geraten, der die Aktienmärkte insgesamt und die Tech-Werte besonders drastisch unter Druck gesetzt hatte. Anders als manch andere Technologieunternehmen profitiert Microsoft allerdings von seiner herausragenden Marktposition im B2B-Bereich.

Während Privathaushalte ihre Konsumausgaben angesichts steigender Inflation und drohender Rezession eingrenzen, wird das IT-Budget der Unternehmen in der Regel nicht oder kaum gekürzt. Gespart wird eher an anderer Stelle, etwa im Marketing oder bei Lohnverhandlungen, nicht aber an der IT-Infrastruktur, die sehr oft von Microsoft gestellt wird. Hier besteht dementsprechend eine gewisse Krisenresistenz.

Analysten bleiben zuversichtlich

Analysten zeigten sich zuletzt dementsprechend optimistisch und gehen davon aus, dass die Talsohle des Kursverfalls durchschritten sein dürfte. Mit großer Mehrheit raten sie zum Kauf der Microsoft Aktie, die zuletzt für rund 265 Dollar gehandelt wurde. Allerdings wurden dabei zuletzt auch mehrfach die Kursziele nach unten korrigiert.

So rechnet etwa die britische Barclays Bank nach 363 Dollar nun nur noch mit einem Kursziel von 335 Dollar, behält die Kaufempfehlung für die Microsoft Aktie aber bei. Auch das Analysehaus Jefferies hat das Kursziel leicht abgesenkt von 325 auf 320 Dollar, die Kaufempfehlung aber ebenfalls bestätigt. Unverändert bei ebenfalls 320 Dollar sehen Analysten der US-Großbank JP Morgan das Kursziel des Papiers, ebenfalls garniert mit einer Kaufempfehlung.

Bilanz fürs Schlussquartal: Frische Zahlen kommende Woche erwartet

Deutlich optimistischer zeigten sich zuletzt Experten der Schweizer Großbank Credit Suisse, die sowohl ihre Kaufempfehlung wie auch das Kursziel von 400 Dollar bestätigten – und das, nachdem Microsoft selbst seinen Ausblick für die anstehenden Quartalszahlen abgesenkt hatte unter Verweis auf belastende Wechselkurseffekte.

Das detaillierte Zahlenwerk zum Zeitraum von April bis Ende Juni – in Microsoft-Zählung Schlussquartal des Geschäftsjahres 2021/2022 – wird für den 21. Juli erwartet und dürfte der Aktie neue Impulse geben.