Microsoft: Bilanz zum Schlussquartal verfehlt Analystenerwartungen

Microsoft: Bilanz zum Schlussquartal verfehlt Analystenerwartungen
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Gemischte Gefühle beim Blick auf das jüngste Zahlenwerk von Microsoft: Der Software-Dino kann sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum zwar klar verbessern, verfehlt aber dennoch die Erwartungen der Analysten. Die Aktie rutschte daraufhin nachbörslich ins Minus.

Gewinn je Aktie klar unter Markterwartungen

Im Zeitraum von April bis Ende Juni – in Microsoft-Zeitrechnung das vierte Geschäftsquartal – stieg der Gewinn je Aktie (EPS) auf 2,23 US-Dollar. Im Vergleichsquartal des Vorjahres hatte das EPS bei lediglich 2,17 Dollar gelegen. Analysten hatten dem Konzern jedoch noch deutlich mehr zugetraut und waren vorab im Schnitt von einer Steigerung auf 2,29 Dollar Gewinn je Aktie ausgegangen.

Ähnlich fällt das Resümee beim Umsatz aus. Hier erzielte Microsoft im zurückliegenden Vierteljahr mit 51,9 Milliarden Dollar zwar deutlich mehr als im Vergleichszeitraum 2021, als der Wert bei nur knapp 46,2 Milliarden Dollar lag. Die Steigerung im Jahresvergleich beläuft sich auf 12 Prozent. Dennoch verfehlte Microsoft auch hier die Schätzungen der Beobachter knapp: Analysten hatten im Schnitt mit 52,4 Milliarden Dollar Umsatz gerechnet. Der Nettogewinn belief sich auf 16,7 Milliarden Dollar und lag damit 2 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum.

Anleger schicken Microsoft Aktie nachbörslich auf Talfahrt

Die Bilanzvorlage erfolgte wie üblich nach Börsenschluss, die Microsoft Aktie ging im Anschluss auf Talfahrt und verbilligte sich um zeitweise rund 3 Prozent. Trotz der insgesamt schwierigen makroökonomischen Gesamtlage hatten sich Analysten zuletzt mit großer Mehrheit positiv mit Blick auf die Microsoft Aktie geäußert. Zuletzt hat wenige Stunden vor der Präsentation der Quartalszahlen die Schweizer Großbank Credit Suisse ihre Kaufempfehlung für die Microsoft Aktie noch einmal bekräftigt – Kursziel: 400 Dollar. Zuletzt war das Papier für knapp 250 Dollar zu haben.

Weil weiterhin großes Interesse der Businesskunden am Cloud-Computing bestehe und die zugehörige Plattform Azure dementsprechend auch in Zukunft Wachstumspotenzial biete, sei die Microsoft Aktie nach wie vor ein Investment, hieß es zur Begründung.

Azure bleibt Wachstumstreiber – doch auch Cloudsegment erfüllt Erwartungen nicht

Tatsächlich wuchs Azure im Schlussquartal um satte 40 Prozent, das Gesamtsegment „Intelligent Cloud“ legte um 20 Prozent zu auf 20,9 Milliarden Dollar. Dennoch konnte Microsoft auch damit die Erwartungen der Analysten nicht erfüllen, die im Schnitt mit 21,1 Milliarden Dollar in der Sparte gerechnet hatten. Auch die anderen wichtigen Sparten konnten zwar im Jahresvergleich zulegen, verfehlten aber die Markterwartungen, wenn auch zum Teil nur knapp.

Belastet wurde die Bilanz nicht zuletzt durch Währungseffekte, die sich negativ auswirkten. Der starke US-Dollar schlägt sich in den Büchern nieder. Davor hatte das Unternehmen selbst bereits Anfang Juni gewarnt und die Aussichten für Umsatz und Gewinn im Schlussquartal abgesenkt. Immerhin wird rund die Hälfte der Umsätze außerhalb der USA erzielt.